Erektionsstörungen sind häufig und können körperliche oder psychische Ursachen haben. Hier erfährst Du, welche Auslöser infrage kommen, wie Erektionsstörungen diagnostiziert werden und welche Behandlungen helfen.


Eine erektile Dysfunktion bezeichnet die anhaltende Unfähigkeit, eine für befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Gelegentliche Erektionsstörungen bei Stress, Müdigkeit oder nach Alkoholkonsum bedeuten dagegen noch keine erektile Dysfunktion.
Erektionsstörungen sind häufig und treten mit zunehmendem Alter öfter auf. Eine systematische Übersicht nennt eine Häufigkeit von unter 10 % bei jüngeren Männern bis über 50 % bei Männern über 70 Jahren.1
Erektionsstörung, Impotenz und erektile Dysfunktion werden im Alltag häufig ähnlich verwendet, bedeuten medizinisch aber nicht genau dasselbe. „Impotenz“ ist ein veralteter und unscharfer Oberbegriff. Fachlich spricht man bei anhaltenden Erektionsproblemen von einer erektilen Dysfunktion.
Die Ursachen von Erektionsstörungen können körperlich oder psychisch sein und treten häufig gemeinsam auf. Zu den wichtigsten körperlichen Ursachen einer erektilen Dysfunktion zählen Erkrankungen der Blutgefäße. Weitere mögliche Auslöser sind:
Mehrere Faktoren können Erektionsstörungen begünstigen. Dazu gehören Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und hoher Alkoholkonsum. Auch Stress, Versagensangst, Depressionen oder bestimmte Medikamente können eine erektile Dysfunktion fördern.
Erektionsstörungen können ein frühes Warnzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein, insbesondere bei Männern ohne bislang bekannte Herzbeschwerden.
Ob Du ein Medikament absetzen kannst, wenn es Deine Erektion beeinträchtigt, solltest Du ärztlich abklären. Erektionsprobleme allein sind in der Regel kein Grund für ein sofortiges Absetzen. Bei akuten schweren Nebenwirkungen oder einem medizinischen Notfall solltest Du dagegen umgehend medizinische Hilfe suchen und die weitere Einnahme ärztlich klären.
Typisch für Erektionsstörungen ist, dass eine Erektion wiederholt ausbleibt oder nicht ausreichend lange anhält. Bei einer erektilen Dysfunktion können außerdem morgendliche oder nächtliche Erektionen seltener auftreten.
Was bedeutet es, wenn morgendliche Erektionen ausbleiben?
Wenn morgendliche Erektionen ausbleiben, kann das auf eine körperliche Ursache der erektilen Dysfunktion hindeuten, etwa auf Gefäß- oder Nervenschäden. Eine sichere Einordnung ist aber erst durch eine ärztliche Untersuchung möglich.
Lass Erektionsstörungen ärztlich abklären, wenn sie über mehrere Wochen bestehen oder Dich belasten. So können mögliche Grunderkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkannt werden.
Sofort medizinische Hilfe solltest Du suchen, wenn eine Erektion länger als 4 Stunden anhält oder plötzlich starke Schmerzen auftreten. Eine Dauererektion ist ein urologischer Notfall.
Eine erektile Dysfunktion wird anhand der Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung und verschiedener Laborwerte diagnostiziert. Zur Basisdiagnostik gehören:
Bei Bedarf kann zusätzlich ein Ultraschall (Dopplersonografie) der Penisgefäße durchgeführt werden.
Erektionsstörungen kannst Du mit einem Selbsttest nicht sicher feststellen. Ein standardisierter Fragebogen wie der IIEF-5 kann jedoch einen ersten Hinweis geben und den Schweregrad der Beschwerden einschätzen.
Die Ursache einer erektilen Dysfunktion lässt sich erst durch die ärztliche Untersuchung genauer bestimmen.
Die Behandlung von Erektionsstörungen richtet sich nach der Ursache, möglichen Begleiterkrankungen und Deinen individuellen Bedürfnissen. Je nach Auslöser kommen die Behandlung einer Grunderkrankung, Veränderungen des Lebensstils oder bei psychischen Ursachen eine Sexual- oder Paartherapie infrage.
Als medikamentöse Behandlung erster Wahl bei erektiler Dysfunktion gelten PDE-5-Hemmer Dazu gehören die Wirkstoffe Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil. Sie unterstützen das natürliche Erektionssignal und wirken nur bei sexueller Erregung.
PDE-5-Hemmer dürfen nicht zusammen mit Nitraten oder anderen Stickstoffmonoxid-Donatoren eingenommen werden, da der Blutdruck gefährlich stark abfallen kann. Auch nach einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt oder Schlaganfall sowie bei bestimmten schweren Herzerkrankungen können PDE-5-Hemmer kontraindiziert sein. Ob sie bei einer Herz-Kreislauf-Erkrankung geeignet sind, muss ärztlich geprüft werden.
Eine Netzwerk-Metaanalyse2 von 2026 zeigte Unterschiede zwischen den untersuchten PDE-5-Hemmern hinsichtlich Wirksamkeit und Nebenwirkungen. Welcher Wirkstoff bei Erektionsstörungen am besten geeignet ist, hängt von individuellen Faktoren ab.
Wenn PDE-5-Hemmer bei erektiler Dysfunktion nicht wirken, sollten zunächst Dosierung und richtige Anwendung ärztlich überprüft werden. Bleibt die Wirkung aus, können beispielsweise eine Schwellkörperinjektion, eine Vakuumerektionshilfe oder ein Penisimplantat infrage kommen.
Ob du PDE-5-Hemmer dauerhaft einnehmen kannst, hängt vom Wirkstoff und Deiner individuellen Situation ab. Tadalafil ist zusätzlich in niedriger Dosierung für die tägliche Einnahme zugelassen. Welche Einnahmeform für Dich geeignet ist, sollte ärztlich entschieden werden.
Wenn Medikamente bei Erektionsstörungen nicht ausreichend wirken oder nicht infrage kommen, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehören mechanische Hilfsmittel, Injektionen und operative Verfahren. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt von Ursache und Schweregrad der erektilen Dysfunktion ab.
Eine Vakuumerektionshilfe, auch Penispumpe genannt, zieht Blut in den Schwellkörper und wirkt rein mechanisch. Bei einer Schwellkörperinjektion wird der Wirkstoff Alprostadil direkt in den Penis gespritzt. Mögliche Risiken sind eine verlängerte Erektion und Veränderungen des Bindegewebes.
Die niedrigenergetische Stoßwellentherapie kann die Erektionsfähigkeit bei ausgewählten Männern mit erektiler Dysfunktion leicht verbessern. Der klinische Nutzen ist jedoch begrenzt, weshalb die europäische Leitlinie nur eine schwache Empfehlung ausspricht.
Operative Verfahren kommen infrage, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend wirken oder nicht geeignet sind. Am häufigsten wird ein Penisimplantat eingesetzt. Ein arterieller Bypass kann in seltenen Fällen nach einer unfallbedingten Verletzung einer Penisarterie sinnvoll sein.
Für einige pflanzliche Mittel wie Ginseng oder L-Arginin gibt es Hinweise auf geringe Effekte bei Erektionsstörungen. Für eine routinemäßige Empfehlung reicht die Studienlage jedoch nicht aus. Regenerative Verfahren wie PRP oder Stammzelltherapien gelten bislang als experimentell.
In „pflanzlichen“, rezeptfreien Potenzmitteln aus dem Internet ist Vorsicht geboten. In vermeintlich „pflanzlichen“ Präparaten wurden wiederholt nicht deklarierte Wirkstoffe wie Sildenafil oder Tadalafil gefunden. Dosis und Reinheit solcher Produkte sind nicht zuverlässig kontrollierbar, was insbesondere in Kombination mit Nitraten gefährlich sein kann.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in der Regel die ärztliche Abklärung einer erektilen Dysfunktion, nicht aber die Kosten für Medikamente gegen Erektionsstörungen. Diese sind gesetzlich von der Erstattung ausgeschlossen und werden auf Privatrezept verordnet. Bei Privatversicherten hängt eine mögliche Erstattung vom jeweiligen Tarif und der medizinischen Notwendigkeit ab.
Erektionsstörungen können die Psyche, das Selbstvertrauen und die Partnerschaft belasten. Eine unbehandelte erektile Dysfunktion steht zudem mit Depressionen und Angststörungen in Zusammenhang. Außerdem können Erektionsstörungen auf eine bislang unerkannte Grunderkrankung hinweisen. Deshalb ist bei anhaltenden Beschwerden eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Erektionsstörungen bedeuten nicht automatisch, dass Du keine Kinder bekommen kannst. Eine erektile Dysfunktion betrifft die Erektionsfähigkeit, nicht direkt die Zeugungsfähigkeit.
Das Risiko für Erektionsstörungen lässt sich nicht immer vollständig vermeiden. Ein gesunder Lebensstil und die Behandlung von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren können sich jedoch positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirken.¹ Dazu gehören regelmäßige Bewegung, Rauchverzicht, ein gesundes Körpergewicht und ein maßvoller Alkoholkonsum.
Ob Beckenbodentraining gegen Erektionsstörungen hilft, ist bislang nicht ausreichend belegt. Die Beckenbodenmuskulatur ist zwar an der Erektion beteiligt, für eine klare Empfehlung fehlen jedoch aussagekräftige Studien.
Die häufigsten Ursachen für Erektionsstörungen sind körperlich, insbesondere Erkrankungen der Blutgefäße. Zusätzlich können psychische Faktoren wie Stress oder Versagensangst eine Rolle spielen.
Gegen Erektionsstörungen gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehören die Behandlung von Grunderkrankungen, Veränderungen des Lebensstils und verschreibungspflichtige PDE-5-Hemmer. Je nach Ursache kommen auch weitere Verfahren infrage.
Erektionsprobleme merkst Du daran, dass eine Erektion wiederholt ausbleibt oder für den Geschlechtsverkehr nicht ausreicht. Bestehen die Probleme mehrere Wochen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.
Eine erektile Dysfunktion kann je nach Ursache behandelbar und teilweise auch heilbar sein. Liegt beispielsweise eine behandelbare Grunderkrankung zugrunde, kann sich die Erektionsfähigkeit wieder verbessern.
Erektionsstörungen sind häufig und treten mit zunehmendem Alter öfter auf. Die im Artikel zitierte Übersicht nennt eine Häufigkeit von unter 10 % bei jüngeren Männern bis über 50 % bei Männern über 70 Jahren.³
Behandlungsmöglichkeiten ohne Medikamente gibt es beispielsweise mit Vakuumerektionshilfen, psychotherapeutischen Ansätzen oder einem Penisimplantat. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der Ursache der erektilen Dysfunktion ab.
Medikamente gegen Erektionsstörungen können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Gesichtsrötung verursachen. PDE-5-Hemmer dürfen außerdem nicht mit Nitraten kombiniert werden, da der Blutdruck gefährlich stark abfallen kann.
Ob eine erektile Dysfunktion vorübergehend oder dauerhaft ist, hängt von ihrer Ursache ab. Bei vorübergehenden Auslösern wie Stress oder Alkohol können die Beschwerden wieder verschwinden; anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.
Erektionsstörungen können auch bei Männern unter 40 Jahren auftreten und werden mit zunehmendem Alter häufiger. Ein bestimmtes Alter, ab dem sie beginnen, gibt es daher nicht.
Eine erektile Dysfunktion wird anhand eines ärztlichen Gesprächs, einer körperlichen Untersuchung und verschiedener Laborwerte diagnostiziert. Ergänzend können ein standardisierter Fragebogen wie der IIEF-5 und bei Bedarf ein Ultraschall der Penisgefäße eingesetzt werden.
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