Health Insights
Erektile Dysfunktion

Risikostudie: Gesundheitszustand von Männern in Deutschland

Männergesundheit und Erektionsstörungen

Die Erektionsfähigkeit des Mannes hängt stark von seinem gesundheitlichen Zustand ab. In der Studie von Spring werden drei gesundheitliche Risikofaktoren für erektile Dysfunktion von Männern der verschiedenen Bundesländer in Deutschland analysiert und verglichen.

Autor:
Tabea Lange
Geprüft von:
Aktualisiert:
1.4.2020
Mann macht Klimmzüge | Edgar Chaparro - Unsplash
Mann macht Klimmzüge | Edgar Chaparro - Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Männer in Deutschland leben durchschnittlich 5 Jahre weniger als Frauen.¹ Das ist einerseits biologisch begründet, andererseits leben Männer aber auch gesundheitsschädlicher, risikoreicher und nehmen seltener Programme der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention in Anspruch.²

Männergesundheit und Erektionsstörungen: Wie hängt das zusammen?

Zu den am weitesten verbreiteten Gesundheitsproblemen der Männer gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Depressionen. Viele Männer pflegen außerdem einen gesundheitsschädlichen Lebensstil: So ist der Tabakkonsum sowie der Konsum von Suchtmitteln wie Alkohol unter Männern weitaus häufiger vertreten als unter Frauen.³ 

Ein solcher ungesunder Lebensstil kann das Risiko, eine Erektionsstörung (erektile Dysfunktion) zu entwickeln, deutlich erhöhen. Auch die unter Männern am weitesten verbreiteten Erkrankungen - nämlich die des Herz-Kreislauf-Systems - sind Risikofaktor für Erektionsstörungen. Dasselbe gilt für psychische Erkrankungen, etwa Depressionen. Ebenfalls ursächlich und aufrechterhaltend für sexuelle Funktionsstörungen kann die mangelnde Inanspruchnahme von Gesundheitsprogrammen oder ein Fachärztemangel sein. Denn wenn man(n) bei ersten Anzeichen einer Erektionsstörung keinen Arzt aufsucht, kann die Krankheit nicht diagnostiziert und frühzeitig behandelt werden, wodurch das Risiko für eine endgültige Impotenz steigt.

Spring-Studie: Die drei Haupt-Risikofaktoren für Erektionsstörungen bei Männern in Deutschland

Die Gesundheit der Männer ist eng mit deren Erektionsfähigkeit verstrickt. Deshalb hat das Spring-Team in einer Gesundheitsstudie die am weitesten verbreiteten Erkrankungen bzw. Risikofaktoren für erektile Dysfunktion bei Männern auf regionaler Ebene in Deutschland analysiert. 

Die wichtigsten Risikofaktoren für Erektionsstörungen lassen sich in die drei Kategorien psychische Gesundheit, Herz- und Stoffwechselerkrankungen und Lebensgewohnheiten einordnen. 

Grundlage für die Bewertung und den regionalen Vergleich dieser drei Risikofaktoren waren in der Spring-Studie die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien, die sich mit dem Gesundheitszustand der Männer in Deutschland beschäftigt haben. Für die Vergleichbarkeit zwischen den Bundesländern wurden dabei verschiedene Kriterien herangezogen, welche deutschlandweit statistisch erfasst waren. Die genutzten Statistiken bezogen sich dabei ausschließlich auf die Zielgruppe der Studie: Männer (Ausnahme: der Sozioökonomische Deprivationsindex).⁴

 ➜ Die zusammengetragenen wissenschaftlichen Erkenntnisse geben einen guten Überblick über die regionale Verteilung des Gesundheitszustandes der Männer in Deutschland:


Eine ausführliche Tabelle mit allen genutzten Studien zum Herunterladen findet sich hier.

Kriterien der drei Risikofaktoren für Erektionsstörungen

Die drei Risikofaktoren für Erektionsstörungen wurden in der Spring-Studie mithilfe von verschiedenen Kriterien erfasst. Die Daten für die Kriterien wurden aus früheren Studien bezogen.

✔ Mentale Gesundheit

  • Prävalenz depressiver Störungen⁵
  • Anteil der Befragten, die angaben, in den letzten 12 Monaten mit einer Depression diagnostiziert worden zu sein⁶
  • Anteil der Befragten, die ihren Gesundheitsstatus subjektiv als mittel bis sehr schlecht angaben⁷
  • Ergebnis des Sozioökonomischen Deprivationsindex für Deutschland von 2017⁸
  • Praktizierende ärztliche Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner⁹
  • Praktizierende psychologische Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner¹⁰
  • Praktizierende Allgemeinmediziner je 100.000 Einwohner¹¹

✔ Herz- Stoffwechselerkrankungen

  • Anteil der Befragten, die angaben in den letzten 12 Monaten mit Diabetes mellitus diagnostiziert worden zu sein¹²
  • Prävalenz einer bedeutsamen kardiovaskulären Erkrankung (Herzinfarkt, andere koronare Herzerkrankungen, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall)¹³
  • Anteil der Befragten mit bekanntem Bluthochdruck¹⁴
  • Anteil der Befragten mit Adipositas (BMI höher als 30)¹⁵

✔ Lebensgewohnheiten

  • Anteil der Raucher¹⁶
  • Anteil der Risikotrinker¹⁷
  • Anteil der Befragten, die weniger als 2,5 Stunden/ Woche Ausdauersport treiben¹⁸

Statistische Analyse des Gesundheitszustandes

Um einen regionalen Vergleich zwischen den Risikofaktoren für Erektionsstörungen ziehen zu können, wurden die drei Faktoren bzw. deren Kriterien mithilfe eines speziellen Punktesystems bewertet.

Nach diesem Punktesystem wurde für jede Kategorie eine bestimmte Anzahl an Punkten vergeben: Das “gesündeste”, also am besten abschneidende Ergebnis erhielt 0 Punkte und das “ungesündeste” Ergebnis erhielt 1 Punkt.

Die resultierende Punkteverteilung wurde daraufhin genutzt, um die Gesamtsumme der Bundesländer zu berechnen. Dies geschah unter der Verwendung der folgenden Normalisierungs-Gleichung:


Normalisierungs-Gleichung
Normalisierungs-Gleichung


Das Berechnen einer Gesamtsumme der Punkte ermöglichte die Bildung eines Rankings, in welchem die höchste Punktzahl die höchste Position im Ranking darstellt. 

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Männer in den Bundesländern mit einer niedrigen Punktzahl - etwa in Bremen oder Hamburg - einen besseren Gesundheitszustand und ein geringeres Risiko, an einer Erektionsstörung zu erkranken, haben. Umgekehrt sind die Männer, die in Bundesländer mit einer hohen Punktzahl - z.B. in Sachsen-Anhalt oder Brandenburg - leben, besonders gefährdet, eine erektile Dysfunktion zu bekommen.

Quellenangaben

¹https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/maennergesundheit.pdf?__blob=publicationFile

²Tempel, G., Jung, F., & Schröder, C. (2013). Die Gesundheit von Männern ist nicht die Gesundheit von Frauen. Bremen: Gesundheitsamt.

³Tempel, G., Jung, F., & Schröder, C. (2013). Die Gesundheit von Männern ist nicht die Gesundheit von Frauen. Bremen: Gesundheitsamt.

⁴Journal of Health Monitoring 2017 2(2): Regionale Unterschiede in der Gesundheit – Entwicklung eines sozioökonomischen Deprivationsindex für Deutschland

⁵Erhart M, von Stillfried D.: Prävalenz depressiver Störungen auf Basis vertragsärztlicher Abrechnungsdaten (2007). Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 12/06. Berlin 2012

⁶Journal of Health Monitoring 2017 2(3): 12-Monats-Prävalenz der selbstberichteten ärztlich diagnostizierten Depression in Deutschland

⁷Gesundheit in Deutschland 2014/2015: Telefonischer Gesundheitssurvey (GEDA), Robert Koch-Institut

⁸Journal of Health Monitoring 2017 2(2): Regionale Unterschiede in der Gesundheit – Entwicklung eines sozioökonomischen Deprivationsindex für Deutschland

⁹Statistische Informationen aus dem Bundesarztregister, KBV

¹⁰Statistische Informationen aus dem Bundesarztregister, KBV

¹¹Statistische Informationen aus dem Bundesarztregister, KBV

¹²Gesundheit in Deutschland 2014/2015: Telefonischer Gesundheitssurvey (GEDA), Robert Koch-Institut.

¹³Christina Dornquast, Lars E. Kroll, Hannelore K. Neuhauser, Stefan N. Willich, Thomas Reinhold, Markus A. Busch: Regionale Unterschiede in der Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen. Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) 2009–2012. Deutsches Ärzteblatt. Jg. 113 Heft 42. 21.Oktober 2016

¹⁴Gesundheit in Deutschland 2014/2015: Telefonischer Gesundheitssurvey (GEDA), Robert Koch-Institut

¹⁵Journal of Health Monitoring 2017 2(2): Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland

¹⁶Journal of Health Monitoring 2017 2(2): Rauchen bei Erwachsenen in Deutschland

¹⁷Gesundheit in Deutschland 2014/2015: Telefonischer Gesundheitssurvey (GEDA), Robert Koch-Institut

¹⁸Journal of Health Monitoring 2017 2(2): Gesundheitsfördernde körperliche Aktivität in der Freizeit bei Erwachsenen in Deutschland

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.
Tabea Lange
Tabea Lange
Tabea Lange ist Content Creator bei GoSpring und macht medizinisches Fachjargon verständlich und greifbar für jederMann. Dabei lässt sie regelmäßig das Hintergrundwissen aus ihrem Psychologie-Studium einfließen. Thematisch deckt sie eine große Brandbreite an interessanten Themen ab - von sexuellen Funktionsstörungen über Haarausfall bis hin zur Analyse der Telemedizin.

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