Prolaktin beim Mann

Wie Prolaktin beim Mann wirkt, welche Werte normal sind und wie sich ein erhöhter Spiegel auf Libido und Erektionsfähigkeit auswirken kann.

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Geschrieben von
GoSpring Redaktion
Letzte Änderung
02.07.2026
Lesezeit
6
min
Das Wichtigste in Kürze
  • Prolaktin ist ein Hormon der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) und beeinflusst hormonelle Prozesse.
  • Seine Rolle im männlichen Körper ist nicht vollständig geklärt, es wirkt jedoch auf zentrale Steuerungsmechanismen.
  • Ein erhöhtes Prolaktin beim Mann (Hyperprolaktinämie) ist mit Libidoverlust und Erektionsstörungen assoziiert.
  • Ein zentraler Mechanismus ist die Hemmung der Testosteronproduktion über die Hormonachse.
  • Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann sexuelle Funktionsstörungen begünstigen; ein zu niedriger Wert ist beim Mann dagegen meist ohne klinische Bedeutung.
  • Prolaktinwerte sind kontextabhängig (z. B. Stress, Medikamente, Tageszeit).
  • Eine Hyperprolaktinämie ist in den meisten Fällen gut behandelbar.
Blutröhrchen mit der Aufschrift „Prolaktin“ liegt in einem Laborgestell neben weiteren Blutproben und einer Spritze. Das Bild steht für die Bestimmung des Prolaktinspiegels durch einen Bluttest.

Was ist Prolaktin beim Mann?

Prolaktin ist ein Hormon aus dem Hypophysenvorderlappen (Adenohypophyse). Es ist vor allem für seine Rolle bei der Milchbildung bekannt, beeinflusst aber auch beim Mann verschiedene hormonelle Prozesse.

Die Prolaktin-Wirkung beim Mann ist nicht vollständig geklärt. Klar ist jedoch, dass das Hormon an der hormonellen Steuerung beteiligt ist und im Gehirn sowie möglicherweise direkt im Hoden wirkt.

Prolaktin beeinflusst insbesondere:

  • hormonelle Signalwege im Gehirn
  • indirekt die Testosteronproduktion
  • damit auch Libido und Sexualfunktion 

Nein. Es beeinflusst mehrere Prozesse, aber seine zentrale Rolle im männlichen Körper ist noch nicht eindeutig definiert.

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Wie wirkt Prolaktin im männlichen Körper?

Prolaktin ist Teil der hormonellen Regulation der Fortpflanzung.

Es wirkt:

  • indirekt über die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse
  • möglicherweise direkt im Hoden

Im Hoden wurden Prolaktinrezeptoren unter anderem in folgenden Zellen nachgewiesen:

  • Leydig-Zellen (Testosteronproduktion)
  • Sertoli-Zellen (Spermienreifung)

Der Zusammenhang zwischen Prolaktin und Testosteron kann für Libido und Erektionsfähigkeit relevant sein. Diese werden jedoch durch ein Zusammenspiel verschiedener hormoneller, körperlicher und psychischer Faktoren beeinflusst.

Es gibt Hinweise darauf, aber die genaue Rolle ist beim Mann noch nicht abschließend geklärt.

Welche Prolaktinwerte gelten als normal?

Die Prolaktinwerte beim Mann variieren je nach Labor, liegen aber typischerweise bei etwa 4–15 ng/ml.

Wichtig für die Interpretation:

  • Werte sollten unter möglichst stressfreien Bedingungen bestimmt werden
  • Einzelne Messungen sind nicht immer aussagekräftig 
  • Auch ein zu niedriger Prolaktinspiegel ist möglich, hat beim Mann jedoch meist keine klinische Bedeutung.

Nein. Häufig sind mehrere Messungen notwendig. 

Zudem sollte bei unerwartet erhöhten Werten auch an Makroprolaktin gedacht werden. Dabei handelt es sich um einen Komplex aus Prolaktin und Immunglobulin G, der in der Regel keine biologische Aktivität besitzt, in der Labordiagnostik jedoch zu falsch erhöhten Prolaktinwerten führen kann.

Kann ein erhöhter Prolaktinspiegel Erektionsstörungen verursachen?

Ja. Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann mit Erektionsstörungen und Libidoverlust zusammenhängen, ist jedoch meist nicht die alleinige Ursache.

Der zentrale Mechanismus:

  • Prolaktin hemmt die Ausschüttung von GnRH im Gehirn.
  • Dadurch sinken die Hormone LH und FSH.
  • In der Folge wird weniger Testosteron produziert.

Mögliche Auswirkungen:

  • vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverlust)
  • erektile Dysfunktion
  • eingeschränkte Fruchtbarkeit

Einordnung: Diese Zusammenhänge sind gut beschrieben und klinisch relevant.

Wichtig zu wissen: Erektionsstörungen können viele unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem Durchblutungsstörungen, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonelle Veränderungen, Medikamente oder psychische Faktoren wie Stress oder Leistungsdruck.

Ein erhöhter Prolaktinspiegel ist dabei eine mögliche, aber insgesamt eher seltene Ursache.

Ein erhöhter Prolaktinspiegel ist eine mögliche, aber vergleichsweise seltene Ursache für Erektionsstörungen. In der Praxis spielen andere Faktoren – insbesondere Durchblutungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen oder psychische Belastungen – deutlich häufiger eine Rolle.

Eine Abklärung des Prolaktinwertes kann sinnvoll sein, wenn zusätzlich Hinweise auf hormonelle Störungen bestehen, etwa Libidoverlust oder ein verminderter Testosteronspiegel.

In vielen Fällen ja. Wenn die Ursache behandelt und der Prolaktinspiegel normalisiert wird, kann sich die Hormonachse wieder erholen.

Welche Symptome treten bei erhöhtem Prolaktin beim Mann auf?

Typische Symptome sind:

  • Libidoverlust
  • Erektionsstörungen
  • verminderter Testosteronspiegel
  • Gynäkomastie (Brustentwicklung)
  • eingeschränkte Fruchtbarkeit

Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann auch den Kinderwunsch beim Mann beeinflussen, da die Fruchtbarkeit eingeschränkt sein kann.

Wichtig: Nicht alle Betroffenen haben Symptome. Mild erhöhte Werte können unauffällig sein.

Wann sind erhöhte Prolaktinwerte behandlungsbedürftig?

Nicht jeder erhöhte Wert ist automatisch behandlungsbedürftig.

Entscheidend sind:

  • Höhe der Werte
  • Symptome
  • Ursache

Dauerhaft erhöhtes Prolaktin beim Mann sollte ärztlich abgeklärt werden.

Hyperprolaktinämie beschreibt dauerhaft erhöhtes Prolaktin beim Mann.

Sie ist eine eigenständige hormonelle Störung und kann z. B. entstehen durch:

  • Prolaktinome (meist gutartige Tumore der Hirnanhangdrüse)
  • Medikamente
  • hormonelle Erkrankungen

In den meisten Fällen ist sie gut behandelbar.

Ist Hyperprolaktinämie gefährlich?

In der Regel nicht, kann aber unbehandelt die Lebensqualität und Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Wie kann man Prolaktin beim Mann senken?

Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Typische Maßnahmen:

  • Anpassung von Medikamenten
  • Dopaminagonisten (z. B. Cabergolin)
  • Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen

Wirkprinzip: Dopamin hemmt die Prolaktinfreisetzung.

Ansätze, um Prolaktin beim Mann natürlich zu senken (z. B. Stressreduktion oder ausreichend Schlaf), können unterstützend wirken. Ihre Effekte sind jedoch meist geringer als die medikamentöser Therapien.

Wichtig: Prolaktinwerte können durch Stress, Schlafmangel oder Medikamente beeinflusst werden. Eine einmalige Messung ist daher oft nicht ausreichend.

Prolaktin wird im Körper durch Dopamin reguliert. Sinkt der Dopaminspiegel, kann der Prolaktinspiegel ansteigen.

Häufige Fragen
Was ist Prolaktin beim Mann?

Prolaktin ist ein Hormon der Hypophyse. Beim Mann beeinflusst es die hormonelle Steuerung und steht in Zusammenhang mit Testosteron, Libido und Fruchtbarkeit.

Was bedeutet ein erhöhter Prolaktinwert beim Mann?

Ein erhöhter Prolaktinwert (Hyperprolaktinämie) liegt vor, wenn der Spiegel dauerhaft über dem Normbereich liegt. Ursachen können z. B. Stress, Medikamente oder hormonelle Erkrankungen sein.

Kann Prolaktin Erektionsstörungen verursachen?

Ja. Erhöhtes Prolaktin kann die Testosteronproduktion hemmen und dadurch Erektionsstörungen und Libidoverlust auslösen.

Welche Prolaktin-Normwerte gelten beim Mann?

Die Normwerte liegen meist bei etwa 4–15 ng/ml, können aber je nach Labor variieren

Beeinflusst Prolaktin Testosteron oder die Fruchtbarkeit?

Ja. Erhöhtes Prolaktin kann den Testosteronspiegel senken und dadurch Libido, Erektionsfähigkeit und Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Kann ich Sildenafil ohne Rezept kaufen?

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Quellenangaben
Links
  1. Basaria, S. (2014). Male hypogonadism. The Lancet, 383(9924), 1250–1263. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(13)61126-5
  2. Cleveland Clinic. (o. D.). Hyperprolactinemia. https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/22284-hyperprolactinemia
  3. Endokrinologikum Aesculabor. (o. D.). Prolaktin – Referenzwerte und Bedeutung. https://www.endokrinologikum-aesculabor.de/leistungsverzeichnis/hormone/parameter/prolaktin.html
  4. Thieme Connect. (2019). Prolaktin beim Mann – Literaturreview. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-0859-1144.pdf
  5. Pape, H.-C., Kurtz, A., & Silbernagl, S. (Hrsg.). (2023). Physiologie (10. Aufl.). Thiem
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