Ursachen, Unterschiede, Folgen und Behandlung von stumpfen Hodentraumata

Die Hoden sind aufgrund ihrer Lage außerhalb des Körpers immer einem gewissen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Am häufigsten entstehen Hodenverletzungen durch Sport, insbesondere bei Kontaktsportarten, und durch Fahrrad- oder Motorradunfälle, aber auch körperliche Auseinandersetzungen können ein Hodentrauma nach sich ziehen.
Falls man sich einen Hodenquetscher – umgangssprachlich oft die Kurzform für alle möglichen Hodenverletzungen – zugezogen hat, ist es erstmal wichtig zu wissen, um welche Art von Verletzung es sich handelt.
Medizinisch unterscheidet man grundsätzlich zwei Formen von Hodenverletzungen:
In diesem Artikel behandeln wir die stumpfen Hodentraumata.
Eine stumpfe Gewalteinwirkung kann den Hoden auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Folgen verletzen:
Da die Symptome bei stumpfen Traumata sehr ähnlich sind, ist es wichtig, bei anhaltenden Symptomen, vor allem starken Schmerzen und Übelkeit, nicht lange zu warten und sich frühzeitig untersuchen zu lassen. Wenn es zu einer Ruptur der Hodenkapsel kam – was bei rund jeder 2. Hodenverletzung der Fall ist –, ist ein schneller chirurgischer Eingriff innerhalb von 72 Stunden nötig, um den Hoden möglichst zu retten.
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Verletzung. Bei sehr starker Gewalteinwirkung und starken Schmerzen sollten Betroffene direkt ärztlichen Rat suchen. Für die Diagnose ist meist eine Blickdiagnose ausreichend. Um eine Hodenruptur auszuschließen, wird die Ärztin oder der Arzt zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung machen.
Hat sich durch die Verletzung viel Blut im Inneren des Hodens (blaue Flecken mit mehr als 5 cm Durchmesser oder Hodenvolumen 3-mal größer als das des gesunden Hodens) angesammelt, kann eine Operation erforderlich sein, um das Blut zu entfernen.
Ist das Gewebe, z. B. durch eine Quetschung, stark zerstört, kann es sein, dass der betroffene Hoden zum Teil oder ganz entfernt werden muss.
Als Nachsorge oder Begleittherapie von operativen Eingriffen (z. B. Entfernung des verletzten Hodens) kann eine psychologische Betreuung sinnvoll sein.
Bei leichten Verletzungen mit mäßigen Schmerzen kannst Du im ersten Schritt die Heilung unterstützen, indem Du
Wenn die Schmerzen trotz dieser Maßnahmen anhalten oder weitere Symptome wie Übelkeit hinzukommen, solltest Du Dich schnellstmöglich ärztlich untersuchen lassen, um eine genauere Diagnose zu erhalten und eine Hodenruptur auszuschließen.
In der Regel ist bei einem Hodentrauma jeweils nur einer von beiden Hoden betroffen. Nur sehr selten, bei etwa 1,5 Prozent der Fälle, sind beide Hoden verletzt. Schwerwiegende Folgen wie Unfruchtbarkeit sind daher selten. Selbst wenn der betroffene Hoden so stark verletzt ist, dass er entfernt werden muss, kann der andere, gesunde Hoden ausreichend Testosteron und Spermien produzieren und die Fruchtbarkeit erhalten.
Mögliche Folgen einer stumpfen Hodenverletzung sind:
Erektionsstörungen haben überwiegend durchblutungsbedingte, neurologische oder hormonelle Ursachen. Eine Hodenverletzung führt in der Regel nicht direkt zu Erektionsstörungen. Schmerzen und eine eventuelle psychische Belastung durch die Verletzung können sich aber auf das Sexualleben auswirken und indirekt zu Potenzproblemen führen. Meist sind diese vorübergehend. Kommt es zu anhaltenden psychisch bedingten Erektionsstörungen (z. B. nach Entfernung eines Hodens), sollten Betroffene sich ärztlich beraten lassen.
Wenn in sehr seltenen Fällen beide Hoden so stark verletzt werden, dass die Testosteronproduktion dauerhaft eingeschränkt ist (Hypogonadismus), kann dies zu hormonell bedingten Erektionsstörungen führen.
Eine Hodenprellung kann Schmerzen, Schwellung oder blaue Flecken verursachen. Wenn die Schmerzen länger anhalten, blaue Flecken sehr groß sind (mehr als 5 cm Durchmesser) oder weitere Symptome wie Übelkeit hinzukommen, solltest Du Dich untersuchen lassen, um eine Hodenruptur (muss innerhalb von 72 Stunden operiert werden) auszuschließen.
Bettruhe, Hochlagern des betroffenen Hodens (z. B. auf ein zusammengerolltes Handtuch), Kühlen (Kühlpacks nie direkt auf die Haut legen) und leichte, für Dich verträgliche Schmerzmittel können die Heilung unterstützen. Halten die Beschwerden länger an, solltest Du in die Arztpraxis gehen.
Das hängt von der Schwere der Verletzung ab. Im Durchschnitt etwa 2–3 Wochen.
Je nach Art und Schwere der Quetschung kann der betroffene Hoden dauerhaft geschädigt werden und muss evtl. zum Teil oder ganz entfernt werden. Da aber meist nur ein Hoden betroffen ist, führt die Quetschung normalerweise nicht zu Unfruchtbarkeit. Denn selbst wenn der verletzte Hoden entfernt werden muss, kann der gesunde Hoden ausreichend Testosteron und Spermien produzieren.
Bei einer Prellung wird das Hodengewebe durch die Gewalteinwirkung geschädigt. Im Falle einer Quetschung kann es zum Teil zu einer Unterbrechung der Blutzufuhr kommen. Das Gewebe wird dadurch nicht nur geschädigt, sondern kann unwiederbringlich zerstört werden. Reißt die innere Hodenkapsel, spricht man von einer Ruptur. Eine Ruptur muss innerhalb von 72 Stunden operiert werden, um den Hoden zu erhalten.
Bettruhe, Hochlagern des betroffenen Hodens (z. B. auf ein zusammengerolltes Handtuch), Kühlen (Kühlpacks nie direkt auf die Haut legen) und leichte, für Dich verträgliche Schmerzmittel können die Heilung unterstützen. Halten die Beschwerden länger an, solltest Du in die Arztpraxis gehen.
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