Wissenswertes über die Hoden: Zahlen, Daten, Besonderheiten
Wusstest Du, dass Hoden asymmetrisch sind oder dass manche Krankheiten vermehrt auf einer Seite auftreten? Und weißt du, warum sie so schmerzempfindlich sind? Hier kannst Du Dein Basiswissen zu den Hoden auffrischen.
Größe, Form, Leistung: Die grundlegenden Fakten
Rechts–Links-Assymetrie: interessante Unterschiede
Die Hoden sind sogenannte paarige Organe, d. h. Männer haben immer zwei. Man könnte meinen, dass beide auch immer gleich sind. Aber das stimmt nicht ganz. Es gibt einige - nicht immer sichtbare - Unterschiede:
- Der linke Hoden hängt meist 1–2 cm tiefer. Man nimmt an, dass dies ein Reiben und Quetschen der Hoden verringern soll.1
- Der rechte Hoden ist im Durchschnitt etwas größer (ca. 5 – 6 %).1
- Varikozele, stark erweiterte Venen (Krampfadern) im Hodensack, treten überwiegend (80–90 %) am linken Hoden auf.2 Das kann daran liegen, dass die linke Hodenvene ungünstig im rechten Winkel in die linke Nierenvene mündet, was den Blutabfluss erschwert. Auch kann der sogenannte „Nutcracker-Effekt“ (Nussknacker-Phänomen) auftreten: Dabei wird die linke Nierenvene zwischen der Hauptschlagader (Aorta) und einer weiteren Arterie (Arteria mesenterica superior) eingeengt, was zu einem Rückstau und damit zur Ausbildung von Krampfadern am linken Hoden führt.
- Hodendrehungen (Torsionen) kommen tendenziell häufiger am linken Hoden vor.3 Man nimmt an, das passiert, weil der linke Samenstrang etwas länger und dadurch beweglicher ist.
- Hodenhochstand (Kryptorchismus) kommt häufiger im rechten Hoden (ca. 70 %) als im linken Hoden (ca. 30 %) vor.4 Als Grund wird vermutet, dass der Hodenabstieg vom Bauchraum vor der Geburt auf der rechten Seite oft verzögert ist, sodass der rechte Hoden häufiger nicht rechtzeitig in den Hodensack wandert.
Schmerz lass nach: Warum sind Hoden so empfindlich?
Die Hoden werden auch Kronjuwelen genannt, und das nicht nur, weil sie so wertvoll für die Fortpflanzung sind, sondern auch, weil man sie genauso gut schützen muss. Tritte oder Schläge in die Hoden beim Sport oder bei Unfällen können sehr schmerzhaft sein. Das liegt unter anderem daran, dass die Hoden und der Hodensack außerhalb des Körpers liegen und so generell weniger geschützt sind, vor allem aber daran, dass sie von vielen Nerven durchzogen sind und daher empfindsamer auf jede Form von Berührung reagieren.
Der Schmerz tritt oft nicht nur lokal auf, sondern kann auch in den Bauchraum ausstrahlen, da sie über den Samenstrang mit der inneren Bauchhöhle verbunden sind. Ein Tritt in die Hoden ist daher auch häufig von Übelkeit begleitet. Dass ein Schlag in die Hoden unfruchtbar macht, gehört jedoch ins Reich der Mythen.5
In der Regel verschwindet der Schmerz nach ein paar Minuten wieder.