27.7.2019
Erektile Dysfunktion
5 Minuten

Mikropenis – Eine anatomische Besonderheit

Wie lang muss ein Penis sein? Nicht selten stellt Man(n) sich diese Frage. Insbesondere wenn der eigene Penis als zu kurz wahrgenommen wird, leidet das Selbstwertgefühl, da die Potenz häufig immer noch an der Penislänge festgemacht wird. Schnell wird in einer Suchmaschine nach der Durchschnittsgröße gesucht. Es geht darum herauszufinden, was normal ist.

Wann spricht man von einem Mikropenis?

Sollte der eigene Penis deutlich nach unten vom Durchschnitt abweichen, wird häufig ein Mikropenis befürchtet. Aber auch wenn man(n) aufgrund seiner Penislänge von Selbstzweifeln geplagt ist, kann meist Entwarnung gegeben werden: Man geht davon aus, dass nur bei ungefähr 2 % der Männer die Voraussetzung für einen medizinischen Mikropenis gegeben ist. Bei Erwachsen wird ein Mikropenis bei einer Länge von unter 7 cm im erigierten Zustand diagnostiziert. Dabei wird von der Schambeinfuge entlang der Oberseite bis zur Eichelspitze gemessen. Für Jugendliche, die noch die Pubertät durchleben, was sich auch auf die Penisgröße auswirkt, können diese Werte abweichen. Gründe für die Entwicklung eines Mikropenis liegen in den meisten Fällen in Hormonstörungen.

Der Leidensdruck bei Betroffen ist oft hoch

Ein Mikropenis stellt kein Problem für die körperliche Gesundheit dar. Normale Funktionen wie das Urinieren und die Zeugungsfähigkeit sind nicht beeinträchtigt. Jedoch können Beschwerden psychischer Natur auftreten. Da die Penislänge eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielt, liegt ein enormer Druck darauf, der Norm zu entsprechen. Eine nicht unerhebliche Menge an Männer definiert sich bewusst oder unbewusst über ihr bestes Stück. Aussehen, Länge, Umfang und Leistungsfähigkeit sind wichtige Indikatoren, die oftmals zum Selbstwertgefühl beitragen.

Kann ein Mikropenis zu Depressionen führen?

Besonders in der Jugend ist das Selbstbild eng mit der Penislänge verknüpft. Schamgefühle sind leider die Regel und auch psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen können sich entwickeln. Alltagssituationen, die andere Menschen über die körperliche Besonderheit in Kenntnis setzen könnten, werden lieber gemieden. Die Angst vor Ablehnung und Mobbing ist einfach zu hoch. Damit verschließen sich Lebensbereiche, eine Isolation wird begünstigt und auch die Lebensqualität nimmt ab.

Wirkt sich ein Mikropenis auf die Beziehung aus?

Der enorme Leidensdruck äußert sich auch bei der Partnersuche. Die Sexualität kann eingeschränkt sein und sich im Zweifelsfall nicht völlig entfalten. Die empfundene körperliche Unzulänglichkeit verhindert das selbstbewusste Auftreten gegenüber potentiellen Partnern. Eine ablehnende Reaktion gegenüber dem Mikropenis und einem selbst wird befürchtet. Es quält die Frage, wann und wie das Thema angesprochen werden sollte, denn in einer Partnerschaft sind körperliche Intimitäten zwar gewünscht, aber Mikropenisse stellen immer noch ein Tabu dar, über das wenig geredet wird. Auch der Partner oder die Partnerin weiß daher oftmals nicht, wie auf die Situation reagiert werden soll, damit die andere Person nicht verletzt wird, aber auch eigene Bedürfnisse befriedigt werden.

Freude im Schlafzimmer durch Experimentieren erreichen

Auch wenn es manchmal wirklich schwer zu akzeptieren und zu verinnerlichen ist, für ein erfülltes Sexualleben stellt ein Mikropenis kein Hindernis dar. Es geht darum, wie mit der Situation umgegangen wird, denn ein Mikropenis „funktioniert“ in sexueller Hinsicht genauso wie seine größeren Kollegen. Eine Erektion und Ejakulation sind ohne Probleme möglich. Zwar kann das Gefühl bei der Penetration aufgrund des geringen Volumens beeinträchtigt sein, aber das sexuelle Zusammensein besteht aus mehr als nur Penetration. Verschiedene Stellungen und Methoden können ausprobiert werden, um herauszufinden, was der jeweils andere braucht. Experimentierfreudigkeit im Schlafzimmer wird belohnt: Insbesondere orale oder manuelle Fähigkeiten werden vom Partner oder Partnerin geschätzt, da sie oftmals zu einer höheren Befriedigung als die reine Penetration führen. Eine offene Kommunikation über die Vorlieben und Bedürfnisse ist unerlässlich, damit alle beteiligten Parteien Spaß am Sex haben.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.