22.3.2019
Erektile Dysfunktion
10 Minuten Lesezeit

Medikamente gegen Erektionsstörungen im Vergleich

Die bekanntesten Wirkstoffe zur Behandlung Erektiler Dysfunktion (ED) sind Sildenafil und Tadalafil. Sie bilden die Basis für unterschiedliche Medikamente, welche zur Behandlung herangezogen werden können. Bevor in diesem Artikel die daraus resultierenden Unterschiede verglichen werden, ist es wichtig zu verstehen, wie eine Erektion entsteht und wie Medikamente Männern helfen eine Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten.

Als Erstes stellt sich also die Frage, wie überhaupt eine Reaktion ausgelöst werden kann. Eine Erektion tritt auf, wenn ein Mann durch erotische Gedanken, wie zum Beispiel visuelle oder sexuelle Reize, stimuliert wird. Das Gehirn sendet dann einen Befehl zur Produktion von Stickstoffmonoxid aus. Das führt zu einer Reihe von chemischen Reaktionen in den Blutgefäßen des Penis, die dafür sorgen, dass die 6-fache Blutmenge in den Penis eingeschlossen wird. Die Erektion endet mit der Ausschüttung des chemischen Stoffes Phosphodiesterase (ein Enzym), ohne welchen eine Erektion für eine unbestimmte Zeit andauern würde. Bei einer schmerzhaften Erektion, die für mehr als 2 Stunden anhält, auch bekannt als Priapismus, sollte man umgehend einen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen, da dies zu dauerhaften Schäden am Penis führen kann.

Im idealen Fall gibt es ein Gleichgewicht zwischen den chemischen Stoffen, die eine Erektion verursachen und jenen, die den Penis wieder erschlaffen lassen. Sie wirken in entgegengesetzte Richtungen, wobei eine über die andere zum entsprechenden Zeitpunkt dominiert und es dem Mann auf diese Weise ermöglicht, solange wie notwendig, eine Erektion aufrecht zu erhalten.

Sollte dieser Prozess nicht richtig abgestimmt sein, können die chemischen Stoffe, welche auf die Blutgefäße einwirken und dem Blut ermöglichen, aus dem Penis abzufließen, von den Potenzmitteln daran gehindert werden. Sie verschieben das Gleichgewicht zugunsten einer Erektion. Männer mit Erektionsstörungen profitieren davon, dass die chemischen Stoffe, die zur Erektion führen, die Wirkung der Phosphodiesterase überwiegen und dadurch nicht zum Verlust der Erektion führen. Sie blockieren oder hemmen die Phosphodiesterase (deshalb werden sie Phosphodiesterase-Hemmer genannt) und ermöglichen dadurch die Erektion. Einfach ausgedrückt: Medikamente zur Behandlung Erektiler Dysfunktion lassen die biologischen Prozesse, die eine Erektion ermöglichen, über jene überwiegen, die dies verhindern.

Wirkstoff vs. Medikament

Viagra ist die vermutlich bekannteste Marke unter den Medikamenten gegen Erektionsstörungen (ED). Die Marke selbst ist jedoch von ihrem Wirkstoff Sildenafil zu unterscheiden, der sowohl in Viagra, Generika und Medikamenten zur Bekämpfung von anderen Krankheiten verwendet wird. Sildenafil wird in Viagra typischerweise in drei verschiedenen Dosen (25 mg, 50 mg und 100 mg) zur Behandlung von ED hergestellt. Während der Wirkstoff in anderen Medikamenten schon ab 20 mg erhältlich ist. Die unterschiedliche Dosierung kann je nach individuellen Bedürfnissen und Verwendungszwecken von Vorteil sein. Mehr Informationen findest du zu dem Thema in unserem Post "Generikum vs Markenmedikament".

Welchen Unterschied macht die Dosierung?

Viagra ist in Dosen von 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich. Sildenafil existiert auch in der niedrigen Dosis von 20 mg, welches zum Beispiel anfänglich für pulmonale Hypertonie (Druckerhöhung mir menschlichen Kreislauf) zugelassen wurde. Da es sich um den gleichen Wirkstoff wie in Viagra handelt, aber nur einen Bruchteil des Preises ausmacht, gibt es viele Patienten, die in Absprache mit ihrem Arzt diese Form von Sildenafil für Erektionsstörungen (ED) verwenden.

Ein weiterer attraktiver Aspekt unterschiedlichen Tablette ist, dass Patienten die Dosis oft unter Anleitung ihres Arztes unter Gesichtspunkten anpassen können, die normalerweise nicht berücksichtigt werden. So kann zum Beispiel beobachtet werden, dass eine niedrigere Dosis zwar wirkt, eine etwas höhere Dosis dem Mann (oder der Partnerin) einen weiteren Vorteil verschafft.

Die medikamentöse Behandlung von ED kann auch zur Erleichterung psychischen Ursachen von ED führen, indem sie dem Patienten Sicherheit geben. In Fällen der anfänglichen Nervosität in einer neuen Beziehung, sowie Stress am Arbeitsplatz, kann der „erotische Fokus“ verschoben sein oder das „Bewusstsein sinnlicher Erfahrung“ beeinträchtigt werden.

Die Sorge und Mühe eine Erektion zu erhalten, kann die “Performance” selbst stark beeinträchtigen. Deshalb ist alles, was die Nervosität oder Angst reduziert, hilfreich um eine robuste Erektion zu erreichen. Das wiederum kann zu einem positiven Feedback-Mechanismus führen, der es dem Mann ermöglicht, sich vollkommen auf die Situation einzulassen und sich auf seinen Partner oder Partnerin zu konzentrieren. So können auch Änderungen des Lebensstils, sprich mehr Sport und eine gesündere Ernährung, schon deutliche positive Entwicklungen auslösen. Auch eine Behandlung der psychologischen Gründe, vor allem bei Erkrankungen wie Depressionen, sind unbedingt ratsam und können eine medikamentöse Behandlung ergänzen oder gar ersetzen.

In Kombination mit kleinen, stufenweisen Änderungen in der Dosierung von Wirkstoffen wie Sildenafil ermöglicht man eine kontinuierliche sexuelle Aktivität, und schafft Zeit, die zugrunde liegenden Probleme zu behandeln ohne sich um den Verlust sexueller Intimität zu sorgen.

Die Medikamente im Vergleich

Die Medikamente unterscheiden sich in:

  • der Verwendungsart („nach Bedarf“ oder täglich)
  • dem Zeitraum bis die Wirkung einsetzt
  • der Wirkungsdauer
  • den Einnahmebeschränkungen
  • den Nebenwirkungen

Obwohl sie sich ähneln, haben ED-Medikamente sowohl unterschiedliche Wirkungsweisen als auch Nebenwirkungen.

Sildenafil (Viagra) und Vardenafil (Levitra) wirken innerhalb weniger als einer Stunde, während Tadalafil (Cialis) unter Umständen etwas länger dauert bis es wirksam wird. Dass kann je nach Patienten allerdings auch leicht abweichen. Auch der Abbau der Medikamente dauert unterschiedlich lange. Viagra (und andere auf Sildenafil basierte Medikamente) und Levitra sind in etwa 6 bis 8 Stunden abgebaut, während Cialis 24 bis 36 Stunden wirken kann.

Levitra wirkt etwa so schnell wie Viagra und Sildenafil. Es kann mit der Nahrung eingenommen werden (solange diese nicht zu fetthaltig ist, sprich 50% der Kohlenhydrate aus Fett bezieht). Die Wirkung von Sildenafil, Viagra oder Levitra hält 6 bis 8 Stunden an und mögliche Nebenwirkungen lassen im Normalfall ebenso schnell nach, sobald das Medikament den Blutkreislauf verlassen hat.

Wie die Wirkungen oder Nebenwirkungen empfunden werden, hängt von den Umständen der jeweiligen Person ab und entscheidet darüber, welches Medikament einem anderen vorgezogen wird. So kann es vorkommen, dass eine spezielle Nebenwirkung einen Mann daran hindert, Viagra oder Sildenafil einzunehmen, aber nicht Levitra. Eine andere Person kann möglicherweise Levitra (Vardenafil) nicht einnehmen, weil sie ein weiteres Medikament einnimmt, mit dem es nicht verträglich ist, weshalb die ärztliche Beratung über die Einnahme mit anderen Medikamenten, sowie Lebensmitteln und Mittel aus der Naturheilkunde absolut notwendig sind.

Entscheidung nach medizinischen Faktoren

Es gibt eine wichtige Überlegung, die aus medizinischer Sicht bei der Wahl des Medikamentes unbedingt berücksichtigt werden sollte. Levitra (Vardenafil) kann eine Anomalie im EKG verursachen (QT-Verlängerung), oder das Long-QT-Syndrom verstärken. In diesen Fällen können schwere, unregelmäßige Herzschläge auftreten. Die Liste der Medikamente, die in Verbindung mit Medikamenten zur Behandlung von ED eine QT-Verlängerung verursachen können, ist recht umfangreich. Im Zweifel konsultiere immer deinen Arzt oder den Beipackzettel.

Es gibt selten nur einen Faktor der Einfluss auf die Wahl eines Medikaments hat. Relevant sind neben den genauen Umständen zwischen dem Mann und seinem Partner oder Partnerin und dem benötigten Timing des Einsetzens, auch potentiellen Nebenwirkungen, die Vorgeschichte einer Person, weitere eingenommenen Medikamente und die sehr persönliche Definition davon, was es bedeutet, eine befriedigende Erektion zu erreichen.

Das zeigt auf, dass man aufgrund des Zusammenspiels all dieser Faktoren verschiedene Medikamente ausprobieren sollte, um den passenden Wirkstoff in der effektivsten Dosis mit den geringsten Nebenwirkungen zu finden.

Auch wenn man die richtigen Medikamente gefunden hat, wird man von Zeit zu Zeit wegen der Einnahme anderer Medikamente eine Dosisanpassung vornehmen müssen. Selbst ein einfaches Antibiotikum (z.B. Erythromycin) kann sich auf die Wirkung von ED-Medikamente im Körper auswirken. Bei Medikamenten, die den Blutdruck senken, muss die Kombination mit den ebenfalls blutdrucksenkenden Medikamente - Viagra, Sildenafil, Levitra oder Cialis - präzise aufeinander abgestimmt werden, um gefährliche Dosierungen zu vermeiden. Bei einigen Herzmedikamenten wie Nitrate, Nitrite und Nitroglycerin können es ebenfalls gefährlich sein, wenn sie mit Medikamenten kombiniert werden, die Erektionsstörungen behandeln.

Deshalb ist es unbedingt notwendig, sich zu informieren und im Zweifel den Arzt zu konsultieren. Nur so kann ein sicherer, effektiver und persönlicher Behandlungsplan erstellt werden, der die Erwartungen erfüllt und Sicherheit gewährleistet.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.