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Geschlechtskrankheiten bei Männern

Heiße Nacht gehabt, und nun juckts und brennts im Schritt? Das kann das erste Anzeichen einer Geschlechtskrankheit sein. Doch keine Panik, die meisten sexuell übertragbaren Infektionen (STI) sind behandcofern man sie früh genug diagnostiziert.

Autor:
Tabea Lange
Geprüft von:
Aktualisiert:
6.7.2020
Banane mit Kondom | Charles Deluvio - Unsplash
Banane mit Kondom | Charles Deluvio - Unsplash

Was sind Geschlechtskrankheiten?

Geschlechtskrankheiten oder "sexuell übertragbare Infektionen" (“sexual transmitted Infections”, kurz STI) beschreiben Krankheiten, die hauptsächlich durch sexuellen Kontakt (genital, anal oder oral) übertragen werden. Bei einigen Erregern ist auch eine Übertragung durch andere Kontakte, zum Beispiel durch Küssen, Petting oder Blutkontakt möglich. Krankheitserreger von Geschlechtskrankheiten sind Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller und Gliederfüßer. Da die Symptome der Geschlechtskrankheiten bei Männern vielfältig und meist schwer erkennbar sind, geschieht die sexuelle Übertragung der Krankheitserreger auf andere häufig unwissentlich.

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Was ist eine Geschlechtskrankheit? Was ist eine “sexuell übertragbare Infektion” (STI)?
Die beiden Begriffe werden häufig synonym verwendet. Ärzte unterscheiden jedoch zwischen "sexuell übertragbaren Infektionen" (STI) und Geschlechtskrankheiten: Ist der Erreger in den Körper eingedrungen, sprechen Ärzte zunächst von einer STI. Zu diesem Zeitpunkt zeigen sich häufig noch keine Symptome, der Infizierte kann jedoch schon Überträger sein und die Krankheitserreger an andere weitergeben. Erst wenn Beschwerden auftreten, handelt es sich um eine Erkrankung, also eine Geschlechtskrankheit oder “sexual transmitted disorder” (STD).

Wie häufig sind Geschlechtskrankheiten?

Mit Ausnahme von den meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten (HIV und Syphilis) ist es schwierig, Aussagen über das tatsächliche Infektionsgeschehen von Geschlechtskrankheiten in Deutschland oder auch weltweit zu machen. Grund dafür ist die hohe Anzahl an asymptomatischen Infektionen. Hier sind einige Schätzungen und Studienergebnisse:

➜ Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2012 geschätzt, dass weltweit jedes Jahr etwa 357 Mio. Neuinfektionen von vier behandelbaren Geschlechtskrankheiten bei 15- bis 49-jährigen Personen auftreten. Davon fallen etwa 131 Mio. Infektionen auf Chlamydien, 78 Mio. auf Gonokokken, 6 Mio. auf Syphilis und 142 Mio. auf Trichomonaden.¹

➜ Das Robert Koch-Institut (RKI) führte in Deutschland zwischen 2003 und 2009 ein STD-Sentinel durch. Dabei fungierten über 200 Gesundheitsämter, STI-Beratungsstellen, Fachambulanzen und Arztpraxen als “Wachposten” und sammelten wichtige Informationen über die Häufigkeit und geografische Verteilung von STI, für die keine Meldepflicht gilt. Die Ergebnisse zeigten keine eindeutigen Trends. Die häufigsten Geschlechtskrankheiten waren Chlamydien und Genitalwarzen². 

➜ Einige Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe („Tripper“) und Syphilis („Lues“) scheinen in Deutschland zuzunehmen. So gab es in Deutschland nach der Bundesregierung 2014 5.821 Syphilis-Fälle, 2019 hingegen ganze 7.889 Fälle³. Andere Geschlechtskrankheiten hingegen werden seltener. Darunter fällt HIV mit circa 2.400 Neuinfektionen pro Jahr (Stand 2018)⁴.

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Meldepflicht!
In Deutschland sind nur wenige Geschlechtskrankheiten meldepflichtig. So besteht seit der Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001 eine anonyme Labormeldepflicht für HIV und Syphilis. Bei einer Hepatitis-Infektion (A bis E) erfolgt schon bei Verdacht auf eine akute Infektion eine namentliche Meldung ans Gesundheitsamt. Alle anderen STI sind nicht meldepflichtig. Eine Ausnahme bildet Sachsen, wo seit 2001 auch Gonorrhoe und Chlamydien-Infektionen meldepflichtig sind.

Wie können Geschlechtskrankheiten übertragen werden?

Geschlechtskrankheiten sind meistens die Folge einer sexuell übertragenen Infektion. Das bedeutet, dass eine Person beim Geschlechtsverkehr, Analverkehr, Oralverkehr oder einer anderen Sexualpraktik Krankheitserreger an eine andere Person weitergibt. Die Übertragung von Geschlechtskrankheiten findet in Form des Anhaftens und des Eindringens von Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Viren, Pilze) bzw. von Parasiten (z.B. Würmer, Läuse, Einzeller) in den Körper und deren Vermehrung im Körper statt⁵.

Bei der Übertragung kann man zwischen verschiedenen Infektionswegen und Eintrittspforten der Erreger unterteilen.

Mögliche Infektionswege von Geschlechtskrankheiten sind:

  • Die direkte sexuelle Übertragung über den Austausch von Körperflüssigkeiten. Die Wahrscheinlichkeit für eine Ansteckung hängt dabei von der Art und Menge der Körperflüssigkeiten sowie von der Dauer und Intensität des sexuellen Kontaktes ab. Recht ungefährliche Körperflüssigkeiten sind Speichel, Tränen oder Schweiß. Kritisch hingegen sind Blut, Sperma sowie Vaginal- und Analsekret. Auch die Richtung des Sexualkontakts ist hier von Bedeutung. So nimmt der “passive” Partner Körperflüssigkeiten auf und hat entsprechend ein etwas höheres Risiko für eine Ansteckung. Ein Beispiel für die Übertragung ist die direkte Ejakulation des Mannes in Rektum, Vagina oder Mund. Übertragen werden so z. B. Hepatitis B oder HIV. 
  • Enger Kontakt zwischen den Schleimhäuten und der Haut, zum Beispiel beim Küssen oder beim Petting. So werden zum Beispiel Candida-Pilze, Chlamydien oder Siphilys übertragen. Auch HPV und Herpes können durch Haut-Haut- oder Schleimhaut-Haut-Kontakt übertragen werden.
  • Schmierinfektion. Bei dieser Kontaktinfektion werden Krankheitserreger über einen Gegenstand (z.B. ein Dildo) oder über ein Körperteil (z.B. ein Finger) weitergegeben, an welchem sich infektiöses Körpersekret befindet.

Wie der Name schon sagt, werden die meisten Geschlechtskrankheiten über die Geschlechtsorgane und Harnwege, aber auch über den Verdauungstrakt, übertragen. Um in den Körper einzudringen, müssen die Erreger jedoch in der Regel die oberste Schicht der Haut oder Schleimhaut überwinden, welche eine wichtige Barriere gegen Krankheitserregern darstellt. Bei den Schleimhäuten haben außerdem die Sekrete (“Schleim”) eine Schutzfunktion.

Die wichtigsten Eintrittspforten von Erregern von Geschlechtskrankheiten sind:

  • Haut. Ist die Haut Intakt, bietet sie einen guten Schutz gegen verschiedene STI-Erreger. Problematisch wird es, wenn man Entzündungen, Geschwüre oder kleinen Verletzungen an der Haut hat. Diese müssen nicht unbedingt sichtbar sein, denn für das Eindringen der Erreger reichen bereits winzige, nicht sichtbare Läsionen. Einige Erreger, wie Herpes oder Humanpapillomaviren (HPV) dringen typischerweise an den Übergängen von Haut zu Schleimhaut ein (z. B. an der Eichel oder der Vorhaut). Beim Mann sind Eichel, innere Vorhaut und Bändchen Haupteintrittspforten von STI-Erregern. 
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Beschnitten oder Unbeschnitten?
Ein beschnittener Penis hat eine geringere Schleimhautoberfläche. Dadurch scheint das Risiko, sich mit HIV, Herpes, HPV und Pilzerkrankungen zu infizieren, zu sinken⁶.
  • Harnröhre. Die Harnröhre ist sehr empfindlich gegenüber vieler verschiener Erreger (z.B. Chlamydien, Gonokokken, Darmbakterien). Da die Harnröhre des Mannes erheblich länger ist als die der Frau, ist der Mann weniger gefährdet, an Harnwegsinfekten zu erkranken.
  • Anus, Rektum, Darm. Hier ist insbesondere Analverkehr ein häufiger Übertragungsweg.
  • Mund, Mundhöhle, Rachen. Die Mundschleimhaut ist widerstandsfähiger als andere Schleimhäute, zumal Speichel die Erreger “wegspült” und deren Konzentration verdünnt. Trotzdem können Geschlechtskrankheiten beim Oralverkehr übertragen werden.
  • Auge. Geschlechtskrankheiten wie Gonokokken oder Herpes können per Schmierinfektion auf die Bindehaut übertragen werden.
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Wie schnell übertragen sich Geschlechtskrankheiten?
Wie schnell übertragen sich Geschlechtskrankheiten? Ob man sich bei der Exposition mit einem Erreger wirklich ansteckt, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Darunter fällt natürlich der Erreger selbst, die Erregermenge, der Ort und die Dauer des Kontakts mit dem Erreger, das Immunsystem bzw. die Abwehrkraft, das Vorliegen von Entzündungen oder Verletzungen der Schleimhäute und vieles mehr.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit, ist bei Geschlechtskrankheiten sehr unterschiedlich und variiert von Erreger zu Erreger. Während sich bei einigen Erregern bereits nach wenigen Tagen Symptome zeigen, kann es bei anderen mehrere Monate oder sogar Jahre dauern und wieder andere zeigen gar keine Symptome. Zum Beispiel beträgt die Inkubationszeit bei Tripper nur etwa 2-4 Tage, bei Syphilis 2-8 Wochen und bei HPV Wochen bis Jahre. Die Infektion kann (je nach Art des Testverfahrens) in der Regel viel früher, also vor den ersten Symptomen, nachgewiesen werden⁷.

Welche Geschlechtskrankheiten gibt es bei Männern?

Wenn es nach einem wilden One-Night-Stand untenrum juckt und brennt, ist das ein Indiz für eine Geschlechtskrankheit. Doch nicht alle sexuell übertragbaren Krankheiten machen sich so schnell durch solch offensichtliche Symptome bemerkbar. Einige rufen erst nach vielen Wochen Symptome hervor, andere verlaufen hingegen vollkommen symptomlos. Welche Geschlechtskrankheiten es gibt, wie sie übertragen werden, wie sie sich bemerkbar machen und ob bzw. wie man sie therapieren kann, erfährst Du in Tabelle1.

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Erreger Übertragung Inkubationszeit Symptome Therapie
Chlamydien Bakterien Sexueller Kontakt, bei dem es zu direktem Kontakt mit infektiösen Schleimhäuten und Flüssigkeiten kommt (z.B. Scheide, Sperma, Harnröhre) 1-3 Wochen Meist symptomlos oder symptomarm (50% der Männer zeigen geringfügige oder keine Symptome⁸)

Bei Symptomen: Ausfluss aus Harnröhre, Schmerzen beim Wasserlassen

In schweren Fällen: Schmerzen in Hoden oder Unterbauch Mögliche Folgen: Unfruchtbarkeit

Antibiotika
Gonorrhö (Tripper) Bakterien (Gonokokken) Sexueller Kontakt jeder Art (oral, vaginal, anal, über Finger usw.) 2-8 Tage Jucken, Brennen, Ausfluss aus der Harnröhre

Chronischer Verlauf möglich

In schweren Fällen: Schmerzen an Damm und Blase, Schwellungen der Hoden

Mögliche Folge: Unfruchtbarkeit

Antibiotika
Syphilis Bakterium (Treponema pallidum) Sexueller Kontakt jeder Art (oral, vaginal, anal, Petting, Küssen), Schmierinfektion 2-3 Wochen Häufig symptomlos, Symptome sehr vielseitig

3 Erkrankungsstadien (dazwischen liegen symptomfreie Intervalle):

1. Stadium (wenige Tage bis Wochen nach der Infektion): Knötchen und Geschwüre an Eintrittsstelle, Lymphknotenschwellung

2. Stadium (4-10 Wochen nach der Infektion): Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen, Ausschlag, Beläge im Mund

3. Stadium: Schädigung der Organe und des Nervensystems, Neurosyphilis (Lähmungen, Sehstörungen, Tod)

Antibiotikum
Donovanosis Bakterien (Klebsiella granulomatis) Kontakt mit infizierten Stellen, z.B. beim Sex 1-12 Wochen Betroffen sind Penis und Haut in Leisten und Analregion

Dunkelrote Knötchen, später juckende Geschwüre

Antibiotika
Weicher Schanker (Ulcus molle) Bakterium (Haemophilus ducreyi) Sexueller Kontakt Wenige Tage bis 2 Wochen Betroffen sind meist Vorhaut, Vorhautbändchen, Eichel, Harnröhrenausgang und Penisschaft

Kleine Knötchen, später Geschwür mit weichem Rand

Antibiotika
Genitalherpes Virus (Herpes-simplex-Virus) Sexueller Kontakt, Tröpfen- und Schmierinfektion Wenige Tage bis eine Woche Kleine gruppierte Bläschen mit wässrigem Inhalt (»Fieberbläschen«) an Eichel, Vorhaut, Penisschaft und im Analbereich

Wiederauftreten bei geschwächtem Immunsystem

Abheilung nach 2-3 Wochen

Virushemmende Mittel zur Verkürzung

HPV-Infektion Virus (Humanpapillomaviren) Sexueller Kontakt (Übertragung über virushaltige Hautschuppen) Feigwarzen: Wochen bis Monate

Karzinome: 5-10 Jahre

Betroffen sind meist der Anus und die Umschlagfalte der Vorhaut

Feigwarzen: kleine, spitze Warzen

In schweren Fällen: Analkarzinome

Keine antivirale Therapie möglich

Operative Methoden, Verätzung, Lokaltherapie mit immunmodulierenden Substanzen

HIV-Infektion Virus (Humanes Immunschwäche-Virus) Sexueller Kontakt (vaginal, anal), Blut-Blut-Kontakt HIV-Infektion führt zu einer Schädigung des Immunsystems und ohne Behandlung nach einigen Jahren zu Aids 3 - 8 Wochen nach der Ansteckung: grippale Beschwerden, Lymphknotenschwellungen

Aids: geschwächtes Immunsystem und Anfälligkeit für zahlreiche Krankheiten (Pilz, Krebs, Infekte usw.)

Unheilbar

Antiretrovirale Behandlung (Symptome lindern, Übergang zu Aids verhindern, Gefahr andere anzustecken mindern)

Hepatitis B Virus Über Blut und Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma, Vaginalsekret) 1-6 Monate ⅓ keine Symptome, ⅓ leichte Erkältungssymptome, ⅓ Gelbsucht

Chronischer Verlauf möglich

Mögliche Folgen: Leberentzündung, Leberzirrhose, Leberschäden

Nur bei schweren Verläufen Therapie
Pfeiffersches Drüsenfieber (“Kuss-Krankheit”) Virus (Epstein-Barr-Virus) Küssen, Tröpfcheninfektion 10-50 Tage Fieber, Lymphknotenschwellung, Halsschmerzen, Müdigkeit Keine Therapie
Candidose Pilz (meist Candida albicans) Sexueller Kontakt (z.B. bei geschwächtem Immunsystem) Wenige Tage Betroffen sind meist Eichel und Vorhaut Schleimhaut gerötet und geschwollen, weißliche bis gelbe Beläge lokal angewendete Antimykotika (Cremes, Salben),

In schweren Fällen systemisch (Tabletten, Infusion)

Trichomoniasis Einzeller (Trichomonas urogenitalis) Vaginaler Geschlechtsverkehr, Schmierinfektion Wenige Tage bis Wochen Bei Männern meist ohne Symptome, manchmal leichte Harnröhrenentzündung, selten Infektion von Prostata und Nebenhoden Antiprotozoenmittel
Giardiasis Einzeller (Giardia lamblia) Fäkal-oral, z.B. über Analsex, verschmutzte Lebensmittel 3-25 Tage Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen Antiparasitäre Therapie
Amöbiasis Einzeller (Entamoeba histolytica) Fäkal-oral, z.B. über Analsex, verschmutzte Lebensmittel 1-4 Wochen 80-90% ohne Symptome, 10-20% starker Durchfall Antiparasitäre Therapie
Filzlausbefall Filzläuse Sexueller Kontakt 3-6 Tage Juckreiz, Blutungen Insektizide, evtl. Intimrasur
Madenwurmbefall Madenwürmer Sexueller Kontakt (besonders bei oral-analen Praktiken), Staubinfektion 1-4 Wochen Häufig ohne Symptome, Entzündungen und Juckreiz im After Wurmmittel (Anthelmintiker)

Welches sind die häufigsten Geschlechtskrankheiten bei Männern?

Häufige Geschlechtskrankheiten bei Männern sind - wie bei Frauen auch - Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis, Genitalherpes und HPV. Chlamydien stehen dabei an der Spitze: In einer Studie vom Robert Koch-Institut zeigte sich in dem Zeitraum von 2008 bis 2013 bei 11,0% der Proben von Männern ein positives Testergebnis auf Chlamydien⁹. Auch Gonorrhö ist unter Männern verbreitet. So gab das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) 2012 bei Männern eine Neuerkrankungsrate von 25,7 pro 100.000 an. Wie Chlamydien traten die Infektionen überwiegend bei jungen Personen zwischen 15 und 24 Jahre auf¹⁰.

Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sind am meisten von Geschlechtskrankheiten betroffen. Etwa werden 85% der Syphilis Diagnosen bei MSM festgestellt¹¹. Bei HIV sieht das ähnlich aus: So entfielen 2015 etwa 57% der HIV-Neudiagnosen auf Männer, die Sex mit Männern haben¹².

Welches sind die häufigsten Symptome für Geschlechtskrankheiten?

Die Symptome von Geschlechtskrankheiten beim Mann variieren stark je nach Erreger, Stadium der Krankheit, Gesundheitszustand und vielen weiteren Faktoren. Dabei können Geschlechtskrankheiten vollkommen symptomlos oder symptomarm verlaufen oder aber eine Vielzahl unterschiedlichster Symptome hervorrufen. Die Symptome von Geschlechtskrankheiten sind dabei in der Regel in der Genital- und Analregion lokalisiert. Sie können aber auch an anderen Körperstellen auftreten oder unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit oder Fieber auslösen.

Typische Symptome verschiedener Geschlechtskrankheiten beim Mann sind:

  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Juckreiz an den Genitalien oder in der Analregion
  • Schmerzen und Schwellungen im Unterbauch, am Penis oder den Hoden
  • weißer oder unangenehm riechender Ausfluss aus dem Penis oder Anus
  • geschwollene Lymphknoten in der Leiste
  • ungewöhnliche Hautveränderungen
  • Geschwüre, Bläschen, Knötchen oder Warzen an den Genitalien, in der Analregion oder am/im Mund 
  • Rötungen oder weißliche bis gelbliche Beläge an den Genitalien, in der Analregion oder am/im Mund
  • nässende Stellen, Ausschläge, Rötungen
  • Blut im Stuhl oder Urin, Verfärbung von Urin oder Stuhl

Welche Geschlechtskrankheiten merkt man nicht?

Nicht jedermann hat das “Glück”, durch Juckreiz, Brennen oder Bläschen auf seine Geschlechtskrankheit aufmerksam gemacht zu werden. Bei vielen Männern laufen Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, Syphilis oder HPV völlig asymptomatisch ab.

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Studie zu STI
In einer Studie wurden 200 homosexuelle Männer auf STI untersucht. Die Probanden waren am häufigsten mit Chlamydien (50%), seltener mit Tripper (25%) und Syphilis (19%) infiziert. 70% der STI verursachten keinerlei Symptome¹³.

Eine solcher asymptomatischer Verlauf ist problematisch:

➊ Zum Einen bleibt die Geschlechtskrankheit unbehandelt und kann verschleppt werden. Besonders gefährlich wird das bei Krankheiten, die auf andere Bereiche des Körpers übergehen können, wie Syphilis oder Chlamydien. Etwa können unbehandelte Chlamydien die Potenz des Mannes bedrohen, unbehandelte Syphilis sogar das Leben.

➋ Nicht nur die eigene Gesundheit ist bei symptomlosen Geschlechtskrankheiten gefährdet, auch die der SexualpartnerInnen. Denn wer nichts von seinem eigenen Unglück weiß, ist vermutlich auch unvorsichtiger im sexuellen Kontakt - und prompt hat man seine Mitmenschen angesteckt.

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Wusstest Du?
❗Einige Geschlechtskrankheiten verlaufen bei Männern meist ohne Symptome, sind für Frauenb> jedoch sehr unangenehmb> oder sogar gefährlich. Das bekannteste Beispiel die HPV-Infektion: Die meisten infizierten Männer merken davon nichts und tragen das Virus unbemerkt weiter. Dieses kann jedoch in Ausnahmefällen Krebsgeschwüre verursachen, insbesondere in der Gebärmutterb>, und ist somit insbesondere für Frauen lebensgefährlich. Ein weiteres Beispiel ist die Trichomonaden-Infektionb>, welche bei Männern meist keine Symptome hervorruft, bei Frauen hingegen unangenehme Beschwerden wie Ausfluss, Brennen oder Schmerzen beim Sex mit sich bringt.

Wie verlaufen Geschlechtskrankheiten?

Abhängig vom Erreger breiten sich Infektionen auf unterschiedliche Art und Weise aus¹⁴:

  • Bei einer Lokalinfektion rufen die Erreger lediglich in der Umgebung der Eintrittspforte eine Infektion hervor (z.B. bei einer Candidose).
  • Bei einer aufsteigenden Infektion wandern die Erreger von der Eintrittspforte aus weiter (z.B. Gonokokken, Chlamydien). Beim Mann kann sich die Infektion von der Harnröhre aus in die Prostata oder entlang der Samenleiter zu den Hoden und Nebenhoden ausbreiten.
  • Bei einer systemischen Infektion verbreiten sich die Erreger über die Blutbahn über ein Organsystem (z.B. Herpes) oder den ganzen Organismus (z.B. Syphilis).

Zusätzlich zu der Art der Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten kann man sie auch nach deren zeitlichem Verlauf differenzieren: 

  • akute oder chronische Infektion
  • rezidivierende Infektion (die Erkrankung tritt nach scheinbarer Ausheilung wieder auf)
  • latente (verborgene) oder reaktivierte Infektion

Welche Geschlechtskrankheiten sind tödlich, nicht heilbar oder machen unfruchtbar?

Die meisten Geschlechtskrankheiten sind sind gut behandelbar hinterlassen bei rechtzeitiger Behandlung keine oder kaum Folgeschäden. Eine Ausnahme bildet die HIV-Infektion: Diese ist zwar medikamentös behandelbar, jedoch nicht heilbar.

Bei verzögerter oder ausbleibender Behandlung von Geschlechtskrankheiten kann es zu Komplikationen oder Spätfolgen in unterschiedlichster Ausprägung kommen¹⁵:

➜ Chronische bakterielle Entzündungen der Geschlechtsorgane (z.B. durch Chlamydien oder Gonorrhö) können zu Unfruchtbarkeit führen.

➜ Gonorrhö kann unbehandelt zu Entzündungen der Gelenke, des Auges und des Herzens führen.

➜ Chronische Syphilis kann das Nervensystem befallen und zu Lähmungen, lebensgefährlichen körperlichen Schäden oder zur Demenz führen. Ab Stadium 3 sind die Schäden irreparabel.

➜ Infektionen mit HPV sind mit vermehrem Auftreten von Penis- und Analkarzinomen und Gebärmutterhalskrebs bei Frauen verbunden.

➜ Chronische Hepatitis B oder C sind mit vermehrtem Auftreten von Leberentzündungen, Leberversagen, Leberzirrhose und des Leberzellkarzinoms verbunden.

➜ Eine Unbehandelte HIV-Infektion führt in aller Regel zu einer schweren Schädigung des Immunsystems.

Die seltenen Infektionskrankheiten Donovanosis und Lymphogranuloma venereum können zu schweren körperlichen Schädigungen führen.

Verdacht auf eine Geschlechtskrankheit - Die Diagnose

Wenn Du typische Symptome einer Geschlechtskrankheit an Dir entdeckst, in der Vergangenheit häufig ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest oder Dein Partner/Deine Partnerin eine Geschlechtskrankheit hat, solltest Du einen Arzt aufsuchen. 

Von einer “Selbstdiagnose” solltest Du angesichts der Variabilität an Symptomen unbedingt absehen. Denn wenn eine Geschlechtskrankheit zu lange unerkannt oder unbehandelt bleibt, kann sie verschleppt werden und fatale Auswirkungen auf die Gesundheit mit sich bringen. Zusätzlich gefährdet man seine Mitmenschen durch eine mögliche Ansteckung mit der eigenen Geschlechtskrankheit.

Wenn der Arzt eine Geschlechtskrankheit diagnostiziert, ist das zwar unangenehm, aber auch eine gute Nachricht: Denn nun kann sie behandelt und je nach Krankheit geheilt werden. Dabei gilt wie so häufig: Je früher man die Behandlung startet, desto einfacher und erfolgversprechender ist diese. Außerdem ist dringend zu empfehlen, dass sich Dein Partner oder Deine Partnerin ebenfalls untersuchen, beraten und gegebenenfalls behandeln lässt. Denn wenn der Partner unbehandelt bleibt, kann es zu einem sogenannten Ping-Pong-Effekt kommen. Ebenso sinnvoll kann es sein, auch frühere Partner zu informieren.

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Was ist der Ping-Pong-Effekt?
Der Ping-Pong-Effekt beschreibt eine erneute Infektion mit einer Geschlechtskrankheit durch den Partner/die Partnerin, der/die zu spät oder überhaupt nicht behandelt wurde. Hier wird der Erreger - ähnlich wie der Ball beim Tischtennis - von einem Partner zum anderen Partner „zurückgespielt“. Um das zu vermeiden, sollten bei Geschlechtskrankheiten alle aktuellen Sexualpartner in die Therapie mit einbezogen werden und gleichzeitig therapiert werden.

Wo testet man sich auf Geschlechtskrankheiten?

Viele fragen sich, wo man sich als Mann auf Geschlechtskrankheiten untersuchen bzw. testen lassen kann. Die STI-Diagnostik kann grundsätzlich von vielen verschiedenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden - etwa durch einen Allgemeinmedizinier oder einen Hautarzt. Es ist jedoch meist sinnvoll, als Mann bei Geschlechtskrankheiten einen Facharzt oder eine Fachärztin für Urologie aufzusuchen. Frauen hingegen wird geraten, einen Facharzt oder eine Fachärztin für Gynäkologie zu konsultieren.

Zusätzlich dazu bieten die meisten Gesundheitsämter, Aidshilfen und Testprojekte kostenlose und anonyme Beratungsstellungen zu Geschlechtskrankheiten, bei denen man sich beraten und teilweise sogar untersuchen und behandeln lassen kann.

Geschlechtskrankheiten Test beim Mann?

Die Diagnose einer Geschlechtskrankheit baut auf verschiedenen Säulen auf. Besonders wichtig ist hier unter Anderem die Vorgeschichte des Patienten, insbesondere dessen sexuellen Aktivitäten im Zusammenhang mit den aktuellen Beschwerden. Hinzu kommt eine klinische Untersuchung. Dabei sagt die Blickdiagnose bei einigen Krankheiten wie Genitalwarzen, Pilz oder Genitalherpes bereits viel aus. Ergänzend geben verschiedene Laboruntersuchungen von Blut, Urin, Stuhl, Gewebe und Sekret (z.B. aus der Harnröhre, dem Penis, dem Rachen oder dem Rektum) Hinweise oder genaue Informationen darüber, womit man(n) es zutun hat:

  • Mikroskopische Untersuchung: Einige Krankheitserreger (z.B. Gonorrhö, Syphilis) sind angefärbt unter dem Mikroskop erkennbar.
  • Antikörpernachweis: Erregerspezifische Antikörper im Blut oder im Gewebe geben Hinweise darauf, dass der Körper bereits Kontakt mit dem jeweiligen Krankheitserreger hatte oder zum aktuellen Zeitpunkt noch Kontakt mit ihm hat.
  • Antigennachweis: Antigene sind Bestandteile von Krankheitserregern und belegen das Bestehen einer Infektion (z.B. Hepatitis oder HIV). Antigene können früher nachgewiesen werden als Antikörper.
  • Nukleinsäurenachweis: Diese Methode dient u.A. der Mengenbestimmung von Krankheitserregern (z. B. bei einer HIV-Infektion). 

Erregeranzucht: Bei dieser Methode werden Erreger auf Nährmedien angezüchtet. Dadurch können Krankheitserreger bestimmt werden. Zusätzlich kann getestet werden, ob die Erreger resistent gegen Medikamente sind.

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❗Achtung:
Wenn die Diagnose genau in dem Zeitfenster zwischen der Ansteckung und der Nachweisbarkeit von Antikörpern oder Antigenen durchgeführt wird, kann es zu einem falsch negativen Ergebnis kommen. Die Folgen sind fatal: Die Krankheit bleibt unbehandelt, wird verschleppt und unwissentlich an andere weitergegeben.

Wieviel kostet ein Test auf Geschlechtskrankheiten?

Wenn Du typische Symptome einer Geschlechtskrankheit hast oder ein konkreter Verdacht auf eine STD vorliegt - etwa weil Dein Partner oder Deine Partnerin eine Geschlechtskrankheit hat - werden in der Regel die Kosten für den Test von der Krankenkasse übernommen.

Zusätzlich bieten die meisten Gesundheitsämter sowie lokale Aidshilfen die Möglichkeit, sich kostenlos und ohne Krankenschein bezüglich sexuell übertragbarer Krankheiten beraten, testen und in besonderen Fällen auch behandeln zu lassen. 

Geschlechtskrankheit Selbsttesten

Vielen Männern ist es unangenehm, bei so persönlichen und sensiblen Angelegenheiten wie Geschlechtskrankheiten einen Arzt oder eine Beratungsstelle aufzusuchen. Diese falsche Scham kann jedoch fatal sein, da unentdeckte und unbehandelte Geschlechtskrankheiten ernsthafte Risiken für die Gesundheit darstellen.

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Gehöre ich zur “Risikogruppe”?
Viele Menschen haben ein erhöhtes Risiko, Geschlechtskrankheiten zu haben. Diese sollten sich regelmäßig auf Geschlechtskrankheiten testen lassen. Denn viele STI verlaufen ohne Symptome und schaden klangheimlich der Gesundheit. Zu dieser “Risikogruppe” gehörst Du, wenn:

➜ Du Symptome einer Geschlechtskrankheit hast

➜ Du sexuell aktiv bist

➜ Du häufig wechselnde Sexualpartner hast

➜ Du ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest

➜ Du eine neue Beziehung hast und auf das Kondom zu verzichten möchtest

➜ Du von Deinem/r vorherigen Partner/in benachrichtigt wurdest, dass er/sie eine STI hat

➜ Du regelmäßig Analsex mit Männern hast

Eine wichtige Alternative zum Arztbesuch bieten Selbsttests für Zuhause. Diese können in Apotheken oder durch verschiedene Online-Anbieter wie Spring erworben werden. 

Bei diesen werden selbstständig Blut- und Urinproben sowie Abstriche entnommen und dann in ein entsprechendes Labor gesendet. Hier werden die Proben ausgewertet und das Ergebnis wird an die Person weitergegeben. Das kann persönlich, per Telefon oder ganz anonym per Tracking-Code online geschehen. Die Zeitspanne, bis man das Testergebnis erhält, variiert je nach getesteter Krankheit. Meist dauert es nur wenige Tage.

Geschlechtskrankheiten, welche per Selbsttest diagnostiziert werden können, sind zum Beispiel Hepatitis, HIV, Syphilis, Chlamydien oder Tripper.

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Der Test ist positiv, was nun?
Ein positives Testergebnis ist zwar unangenehm, aber auch eine Chance - denn nur mit einer Diagnose kannst Du die Geschlechtskrankheit behandeln und je nach Erkrankung sogar heilen. Ist Dein Ergebnis positiv, solltest Du Dich unverzüglich an einen Arzt Deines Vertrauens - idealerweise an einen Urologen - wenden. Denn: Je früher Du die Behandlung startest, desto besser ist die Prognose!
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Ich habe Beschwerden, aber der Test ist negativ?
Solltest Du Beschwerden und typische Symptome einer Geschlechtskrankheit haben, jedoch ein negatives Testergebnis bekommen, empfehlen wir Dir einen weiteren Test zu machen. Dein erster Test könnte falsch-negativ sein. Ist auch dieser Test negativ, solltest Du einen Arzt konsultieren. Es könnte eine andere Erkrankung hinter den Beschwerden stecken.

Wie werden Geschlechtskrankheit behandelt?

Die meisten Geschlechtskrankheiten sind mit Medikamenten behandelbar und hinterlassen keine bleibenden gesundheitlichen Schäden - vorausgesetzt, dass sie rechtzeitig erkannt werden. Leider sind Geschlechtskrankheiten immer noch ein Tabuthema. Deshalb wird die Behandlung oft zu spät gestartet oder Betroffene versuchen sich an einer Selbstbehandlung. Von dieser ist jedoch - wie auch von der Selbstdiagnose - dringendst abzuraten. 

Grundlage für eine Therapie ist im Normalfall eine gesicherte ärztliche Diagnose. Je nach Erkrankung kann dann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

▶ Bei bakteriellen Infektionen werden meistens Antibiotika eingesetzt. Diese wirken entweder bakteriostatisch (hemmen die Bakterienvermehrung), bakterizid (töten die Bakterien ab) oder bakteriolytisch (lösen die Bakterien). Antibiotika sind in der Regel gut verträglich. Problematisch ist die zunehmende Resistenz der Bakterien gegen antibiotische Substanzen. 

▶ Die Therapie von viralen Infektionen sind schwierig und langwierig; eine HIV-Infektion muss sogar lebenslang behandelt werden. Die Behandlung von Herpes kann nur die akute Erkrankung verkürzen - die Viren bleiben jedoch im Körper. Probleme während der Therapie können Resistenzentwicklungen sein.

▶ Pilzerkrankungen werden mit Antimykotika behandelt. Auch hier stellt die Resistenzentwicklungen ein zunehmendes Problem dar.

▶ Einzeller lassen sich mit Antiprotozoenmitteln behandeln. Filzläuse und Krätzmilben werden mit Insektiziden bekämpft. Würmer werden mit sogenannten Wurmmitteln (Anthelminthika) gut und effektiv behandelt.

Bis zum erfolgreichen Abschluss der Behandlung von Geschlechtskrankheiten sollte auf Geschlechtsverkehr und sonstige sexuelle Aktivitäten (z.B. Analverkehr, Oralverkehr) verzichtet werden. Außerdem sollten vergangene Partner oder der Partnerinnen über die Geschlechtskrankheit informiert und gegebenenfalls behandelt werden. Zusätzlich sollten Betroffene spezielle Hygienemaßnahmen beachten und bei speziellen Erkrankungen (z.B. HIV, Hepatitis) kein Blut spenden.

Richtig vor Geschlechtskrankheiten schützen

Das Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten zu infizieren, lässt sich deutlich reduzieren. Ein besonders wichtiger Punkt ist dabei Safer Sex. Beim Safer Sex geht es darum, den Austausch mit vielleicht ansteckenden Körperflüssigkeiten wie Blut, Menstruationsblut, Sperma, Scheidensekret und Analsekret zu vermeiden. Dabei helfen Kondome, Femidome und Dental Dams (“Lecktücher”).

✔ Kondome, Femidome und Dental Dams.

Richtig angewendet, schützen Kondome und Femidome beim Vaginal-, Anal- und Oralverkehr vor den meisten Geschlechtskrankheiten. Zusätzlich können sie zur Empfängnisverhütung, also zum Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, fungieren. Beim Cunnilingus, der oralen Befriedigung der Frau, schützen Dental Dams vor Scheidensekret oder Menstruationsblut.

✔ Vorsicht ist Nachsicht.

Insbesondere bei wechselnden Sexualpartnern/-partnerinnen sollte man den Kontakt mit sichtbar veränderten und entzündeten Hautstellen sowie Wunden vermeiden. Auch der Austausch von Blut und anderen Körperflüssigkeiten sollte dringendst unterlassen werden. Wenn sich Körperflüssigkeit an den Händen befinden, sollten diese gründlich gewaschen werden. Dasselbe gilt für Gegenstände wie Dildos.

✔ Impfungen.

Bei Hepatitis A und B sowie bei den häufigsten und gefährlichsten HPV-Stämmen bietet eine Impfung den besten Schutz.

✔ HIV-Vorsorge.

Die HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) bietet HIV-Negativen nach einem Risikokontakt einen sicheren Schutz vor HIV.

Da Geschlechtskrankheiten trotz der entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen übertragen werden können, ist insbesondere bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern eine regelmäßige Untersuchung und Testung von großer Bedeutung.

Quellenangaben

¹World Health Organization. (2016). Global health sector strategy on sexually transmitted infections 2016-2021: toward ending STIs (No. WHO/RHR/16.09). World Health Organization.

²https://www.dstig.de/sexuelle-gesundheit/epidemiologie.html

³http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/182/1918210.pdf

⁴https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Syphilis?s=&p=1&n=1&nid=111886

⁵https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/2017_02_24_sexuell_uebertragbare_infelktionen_2017.pdf

⁶https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/2017_02_24_sexuell_uebertragbare_infelktionen_2017.pdf

⁷https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/2017_02_24_sexuell_uebertragbare_infelktionen_2017.pdf

⁸https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/2017_02_24_sexuell_uebertragbare_infelktionen_2017.pdf

⁹http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gast&p_aid=0&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstring=25346#m2.8.5

¹⁰https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/59311/Chlamydien-Infektionen-bei-jungen-Frauen-am-haeufigsten

¹¹Bremer, V., Dudareva-Vizule, S., Buder, S., an der Heiden, M., & Jansen, K. (2017). Sexuell übertragbare Infektionen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 60(9), 948-957.

¹²Bremer, V., Dudareva-Vizule, S., Buder, S., an der Heiden, M., & Jansen, K. (2017). Sexuell übertragbare Infektionen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, 60(9), 948-957.

¹³Braun, D. L., Marzel, A., Steffens, D., Schreiber, P. W., Grube, C., Scherrer, A. U., ... & Günthard, H. F. (2018). High rates of subsequent asymptomatic sexually transmitted infections and risky sexual behavior in patients initially presenting with primary human immunodeficiency virus-1 infection. Clinical Infectious Diseases, 66(5), 735-742.

¹⁴https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/2017_02_24_sexuell_uebertragbare_infelktionen_2017.pdf

¹⁵https://www.aidshilfe.de/sites/default/files/documents/2017_02_24_sexuell_uebertragbare_infelktionen_2017.pdf

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.
Tabea Lange
Tabea Lange
Tabea Lange ist Content Creator bei GoSpring und macht medizinisches Fachjargon verständlich und greifbar für jederMann. Dabei lässt sie regelmäßig das Hintergrundwissen aus ihrem Psychologie-Studium einfließen. Thematisch deckt sie eine große Brandbreite an interessanten Themen ab - von sexuellen Funktionsstörungen über Haarausfall bis hin zur Analyse der Telemedizin.

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