Gesundheit der Prostata
Die meisten Männer werden im Laufe ihres Lebens Probleme mit ihrer Prostata erleben. Die häufigsten Erkrankungen der Prostata sind:



Erkrankungen der Prostata
- Prostata-Hyperplasie (gutartig vergrößerte Prostata), welche im Zusammenhang mit Miktionsstörungen (Störungen beim Wasserlassen) “benignes Prostatasyndrom” (BPS) genannt wird
- Prostatitis (Prostataentzündung)
- Prostatakarzinom (Prostatakrebs)
Auslöser häufiger Prostataerkrankungen
Akute Prostatitis wird häufig durch eine bakterielle Infektion ausgelöst. Die Gründe für eine chronische Prostatitis sind noch unbekannt. Eine Möglichkeit ist, dass das Immunsystem “versehentlich” auf die Prostata zielt und das eine entzündliche Wirkung hat. Ein weiterer Grund könnte eine unentdeckte bakterielle oder Pilzinfektion sein. Bestimmte Nahrungsmittel, aber auch Stress, Depression, chronische Schmerzen, Trauma des Urogenitaltrakts und wiederholte Biopsien können Auslöser sein.
Der größte Risikofaktor für eine vergrößerte Prostata ist das Alter. Allerdings kann eine vergrößerte Prostata auch durch Prostatitis, einen bewegungsarmen Lebensstil, falsche Ernährung, Übergewicht, hoher Blutdruck und Diabetes auftreten .
Bei Prostatakrebs spielen das Alter, Gendefekte oder Familiengeschichte eine Rolle. Ernährung und Übergewicht wurden auch schon als Risikofaktoren identifiziert.
Symptome einer Prostataerkrankung
Prostataerkrankungen zeichnen sich durch eher unbestimmte und indirekte Symptome aus, die meistens in Form von Miktionsstörungen (Störungen beim Wasserlassen) oder Sexualfunktionsstörungen auftreten. Miktionsstörungen sind bei Prostataerkrankungen häufig aufgrund der Nähe der Prostata zu Harnblase und Harnröhre.
Miktionsstörungen bei Prostata-Hyperplasie, Prostatitis oder Prostatakarzinom können oft folgende Symptome verursachen:
Eine erektile Dysfunktion hat oft andere Ursachen, kann aber auch im Zusammenhang mit einer Prostataerkrankung auftreten.
Eine Hämospermie (Blut im Sperma) kommt häufig nach Operationen vor, kann aber auch durch Veränderungen von Prostata und Samenblasen auftreten oder ein Zeichen von Prostatakrebs sein.
Früherkennung und Vorsorgeuntersuchungen
Eine Früherkennung von Prostatakrebs wird bei Männern ab dem 45. Lebensjahr empfohlen. Bei einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs, wird die Altersgrenze i.d.R. um 5 Jahre vorverlegt. In Deutschland hat jeder gesetzlich versicherte Mann ab 45 Jahren Anspruch auf eine jährliche Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Das Ziel einer Früherkennung ist es, lokal begrenzte, schnell wachsende Tumoren bei Männern ohne Krankheitszeichen zu entdecken. Prostatakrebs im Frühstadium verursacht selten Symptome, wie Miktionsstörungen, und wächst meistens sehr langsam voran. Häufig kann der Prostatakrebs also im Frühstadium geheilt werden.
Die Vorsorgeuntersuchung
Die Vorsorgeuntersuchung besteht aus Anamnese und einer körperlichen Untersuchung, einschließlich einem Abtasten der Prostata (digitale rektale Untersuchung/DRU). Neben der Tastuntersuchung ist auch die Bestimmung des PSA-Werts im Blut eine wichtige Früherkennungsmethode. Sie wird allerdings nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Wird bei der ein kontrollierter oder niedriger PSA-Wert, einen krebsverdächtiger Befund bei der DRU oder ein auffälliger PSA-Anstieg festgestellt, wird eine Prostatabiopsie (Probeentnahme) empfohlen.
Einfluss der Prostata auf das Sexualleben
Aufgrund der wichtigen Rolle der Prostata bei der Bildung und Bewegung der Sperma, hat sie auch einen großen Einfluss auf das Sexualleben und die Sexualfunktion. Eine Erkrankung der Prostata, aber auch die Behandlung kann Folgen für das weitere Sexualleben haben.
Prostatakrebs - Auswirkungen auf das Sexualleben
Fortgeschrittener Prostatakrebs kann die Nerven und Arterien, die für eine Erektion wichtig sind, beschädigen. Wird Prostatakrebs festgestellt, gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden, die, abhängig vom Stadium der Erkrankung, eingesetzt werden. Ist der Prostatakrebs noch lokal, als auf die Prostata begrenzt, bieten eine Operation (z.B. radikale Prostatektomie) oder Bestrahlung (z.B. Strahlentherapie) kurative Aussichten. Allerdings ist nach der radikalen Prostatektomie der Samenerguss und die Zeugung von Kindern nicht mehr möglich.



Was ist eine radikale Prostatektomie?
Bei der radikalen Prostatektomie werden die Prostata und die Samenblasen vollständig entfernt, mit dem Ziel, den Tumor komplett im Gesunden zu entfernen. Häufige Folgen sind Inkontinenz (unkontrollierter Urinabgang), Harnentleerungsstörungen und Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion). In der Regel können diese Probleme mit unterschiedlichen Methoden gut behandelt werden. Der Verlust des Samenergusses und die Zeugungsfähigkeit liegt daran, dass Prostata und Samenblasen fehlen, und die Samenleiter nicht mehr in die Harnröhre münden.
Gutartige Prostatavergrößerung - Auswirkungen auf die Erektionsfähigkeit
Durch eine gutartige Prostatavergrößerung kann die Funktion vieler Nerven und Blutgefäße rund um die Prostata gestört werden. Das kann sich negativ auf das Sexualleben auswirken, unter anderem durch:
Auch bestimmte Medikamente zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung können eine erektile Dysfunktion oder ein reduziertes Libido zur Folge haben.
Prostatitis kann auch Schmerzen nach dem Samenerguss mit sich ziehen, die die sexuelle Befriedigung beeinträchtigen und zu erektiler Dysfunktion führen können.
Förderung der Gesundheit der Prostata
Auch wenn mit steigendem Alter ein erhöhtes Risiko für Prostata-Probleme einhergeht, kannst Du bestimmte Maßnahmen ergreifen, um Deine Prostata gesund zu halten. Dazu gehören: