Wirkweise, Heilsversprechen und Studienlage zur ayurvedischen Heilpflanze
Der indischen Heilpflanze Ashwagandha (Schlafbeere) werden vor allem beruhigende und schlaffördernde Eigenschaften zugesprochen. Neben vielen anderen positiven Wirkungen soll sie auch die sexuelle Gesundheit fördern. Zwar gibt es verschiedene Studien zur Wirkung von Ashwagandha bei Erektionsstörungen und Unfruchtbarkeit, eine medizinische Wirkung konnte bisher aber nicht klar nachgewiesen werden. Aufgrund potenziell schwerer Nebenwirkungen rät das Bundesinstitut für Risikobewertung gänzlich von der Einnahme von Ashwagandha-Präparaten ab.

Ashwagandha ist eine Heilpflanze, die in der indischen Heilslehre Ayurveda seit über 3.000 Jahren verwendet wird. Im Deutschen ist sie auch als Schlafbeere, indischer Ginseng oder Winterkirsche bekannt. Ihr botanischer Name ist Withania somnifera und sie gehört zur Gattung der Nachtschattengewächse.
Der Pflanze werden verschiedene heilende Eigenschaften zugeschrieben. Als sogenanntes Adaptogen (Adapt = anpassen) soll sie insbesondere in Stress- und Belastungssituationen unterstützend wirken und sich unter anderem positiv auf die Schlafqualität auswirken.
Allerdings hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für Ashwagandha keine sogenannten Health Claims zugelassen1. Das heißt, Anbieter dürfen keine Aussagen über einen therapeutischen oder gesundheitsfördernden Nutzen des Mittels machen.
Als Nahrungsergänzungsmittel wird hauptsächlich die gemahlene Wurzel der Pflanze verwendet, die in unterschiedlichen Darreichungsformen, z. B. als Teezubereitung, Tonikum oder als Kapseln zum Einnehmen, erhältlich ist. Die empfohlene Dosierung variiert von Präparat zu Präparat, je nachdem, in welcher Form und Konzentration das Mittel verabreicht wird. In der Regel sollten Ashwagandha-Präparate zwei- bis dreimal täglich eingenommen werden. Die empfohlene Tagesmenge liegt dabei meist zwischen 225 und 1.350 mg Extrakt.2
Ashwagandha enthält vor allem Withanolide und Alkaloide. Withanolide zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind sogenannte bioaktive Steroid-Lactone. Ihnen wird eine entzündungshemmende und immunstärkende Wirkung zugeschrieben. Alkaloide sind eine Klasse von organischen Verbindungen, die vorwiegend in Pflanzen vorkommen. Bekannte Alkaloide sind Nikotin, Koffein, Morphin oder Chinin. Aufgrund ihrer bioaktiven Eigenschaften werden sie in der Medizin häufig genutzt, beispielsweise als Schmerzmittel, Beruhigungsmittel oder zur Anregung.
Beruhigend, leistungssteigernd, entzündungshemmend, potenzsteigernd, zellschützend – die Liste der Ashwagandha zugeschriebenen Wirkungen ist lang. In der traditionellen ayurvedischen Medizin wurde die Wurzel bei so unterschiedlichen Erkrankungen wie Bronchitis, Verdauungsstörungen, Infektionskrankheiten, Geschwüren, Impotenz oder zur Abtreibung verwendet.
Solide Belege für eine medizinische Wirkung der Pflanze gibt es jedoch nicht. In einzelnen Studien zeigte sich ein Effekt auf den Eisenstoffwechsel (leichter Anstieg der roten Blutkörperchen/Hämoglobin) und den Glukosestoffwechsel (Senkung des Blutzuckerspiegels).3 Außerdem stellte man in einer Untersuchung fest, dass die Einnahme von Ashwagandha den Cortisolspiegel senken kann.4
Die Studienlage ist jedoch zu unklar und die Daten sind nicht belastbar, da sie teilweise aus Tierstudien stammen, nur in kleinen speziellen Gruppen durchgeführt wurden oder andere methodische Mängel haben. Es sind weitere Forschungen nötig, um allgemeingültige Aussagen zur Wirkung von Ashwagandha zu treffen.
Ähnlich verhält es sich beim Thema sexuelle Leistungssteigerung. Ashwagandha soll sich positiv auf die sexuelle Leistungsfähigkeit sowie die Spermienqualität auswirken und so auch die Fruchtbarkeit verbessern. Aber auch hier gibt es keine klaren Nachweise, dass das Mittel in der versprochenen Form wirkt. Schauen wir uns kurz die Forschung an.
Ein Großteil der Erektionsstörungen wird durch Störungen der Blutgefäße und des Gefäßsystems (vaskuläre Erkrankungen, Durchblutungsstörungen) verursacht. Diese können sicher und effektiv mit PDE-5-Hemmern behandelt werden. Bisher gibt es keine nachweislich wirksamen natürlichen Potenzmittel, die bei dieser Art von Erektionsstörung wirken. Auch Ashwagandha wird also bei vaskulär bedingten Erektionsstörungen nicht helfen.
Da Ashwagandha stressreduzierend und beruhigend wirken soll, könnte man annehmen, dass die versprochenen positiven Wirkungen auf das Nervensystem zur Behandlung von psychisch bedingten Erektionsstörungen beitragen können. Aber in einer Studie5 mit 95 Probanden, die unter psychogenen Erektionsstörungen litten, konnte man nach 60 Tagen keine deutliche Wirkung feststellen. Die Studie war eine sogenannte randomisierte, placebo-kontrollierte Studie. Hier werden die Probanden zufällig ausgewählt und in eine Testgruppe (erhält Ashwagandha) und eine Kontrollgruppe (erhält ein Scheinmedikament/Placebo) eingeteilt. Weder die Ashwagandha- noch die Kontrollgruppe zeigte nach dem Versuchszeitraum eine Verbesserung. Auch sekundäre Faktoren wie Lebensqualität zeigten keinen statistisch relevanten Unterschied zum Placebo. Gemessen wurde mit dem International Index of Erectile Function (IIEF), einem standardisierten, wissenschaftlichen Fragebogen.
Ashwagandha soll in der Lage sein, den Testosteronspiegel zu erhöhen. Das könnte, so vermuten manche Wissenschaftler:innen, daran liegen, dass Whitanolide in ihrer Grundstruktur dem Testosteron ähnlich sind und dass Ashwagandha sich auf einen an der Testosteronproduktion beteiligten Botenstoff (GnRH, Gonadotropin Releasing Hormone) auswirken könnte. Und tatsächlich stieg in einer 2019 durchgeführten australischen Studie6 (randomisiert, placebo-kontrolliert) der Spiegel an freiem Testosteron bei den Testpersonen nach 8 Wochen täglicher Einnahme von Ashwagandha um durchschnittlich 15 Prozent. Allerdings gehörten die Testpersonen einer sehr spezifischen Personengruppe (übergewichtige Männer zwischen 40 und 70 Jahren) an und die Teilnehmerzahl war mit nur 57 Männern klein. Eine Verallgemeinerung der Ergebnisse ist also nicht möglich. Ob Ashwagandha den Testosteronspiegel erhöht, bleibt daher aktuell nur eine Vermutung, die wissenschaftlich nicht ausreichend bewiesen ist.
Auch die Behauptung, dass Ashwagandha die Spermienqualität verbessern und damit die Fruchtbarkeit erhöhen kann, ist noch nicht überzeugend belegt. Eine aktuelle Studie7 aus Indien mit 100 Testpersonen zeigte eine Verbesserung der durchschnittlichen Spermienparameter durch die Anwendung von Ashwagandha. So stieg das Ejakulatvolumen um 25,56 Prozent, die Spermienzahl um 47,72 Prozent und die Spermienvitalität verbesserte sich um 18,70 Prozent. Auch Libido und (sexuelles Verlangen) Orgasmusfähigkeit verbesserten sich. Es ist jedoch abzuwarten, ob sich diese Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen.
In vielen der verfügbaren Studien zu Ashwagandha wurden Nebenwirkungen nicht systematisch erfasst. In einer klinischen Studie8, die sich speziell den Nebenwirkungen widmete, wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:
Generell wurden Effekte auf das Immunsystem und auf die Blutspiegel von Cortisol, Glukose, Schilddrüsen- und Sexualhormonen beobachtet
Problematisch ist auch das Fehlen von Daten über die Langzeitwirkungen der Pflanzenextrakte. Seit 2017 gibt es weltweit mehrere Fallberichte und Verdachtsfälle von schweren Nebenwirkungen3 bei der Einnahme von Ashwagandha. Besonderen Anlass zur Vorsicht geben Berichte über Leberschäden mit Symptomen wie Gelbsucht (Ikterus), Übelkeit, Juckreiz und Bauchschmerzen sowie Leberentzündung (Hepatitis), darunter auch Fälle von akutem Leberversagen. Die Symptome traten dabei meist nach Einnahme von hohen Konzentrationen (450 mg–1.350 mg täglich über einen längeren Zeitraum von 3 bis 10 Monaten) auf.
Bei Ashwagandha-Präparaten kommt ein weiteres Risiko hinzu: Die Präparate sind als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft. Ihre Qualität wird daher – anders als bei Arzneimitteln – nicht geprüft. Käufer können daher nicht sicher sein, dass die auf der Verpackung angegebenen Inhaltsstoffe und Konzentrationen korrekt sind. Sie nehmen quasi „die Katze im Sack“ zu sich.
Ashwagandha ist eine Heilpflanze, die in der indischen Heilslehre Ayurveda verwendet wird. Sie wird vor allem zur Stressreduktion, Leistungssteigerung und bei Schlafproblemen angewendet.
Ashwagandha soll beruhigend wirken, Entzündungen hemmen, die Zellen schützen und die Potenz und Fruchtbarkeit erhöhen. Allerdings dürfen Anbieter nicht mit Gesundheitsversprechen für das Mittel werben, da es keine Zulassung als Arzneimittel hat und als Nahrungsergänzungsmittel gilt, das keine medizinisch nachgewiesene Wirksamkeit besitzt.
Als Nebenwirkungen wurden Husten, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel oder Hautausschläge beobachtet. Besorgniserregend sind vermehrte Fälle von Leberschädigungen, besonders nach längerer Einnahme von hohen Konzentrationen des Mittels.
Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) rät gänzlich von einer Einnahme von Ashwagandha ab. Wer es trotzdem einnehmen möchte, sollte darauf achten, das Produkt bei einer seriösen Quelle zu erwerben und sich an die empfohlene Dosierung zu halten.
Ashwagandha wird häufig zur Behandlung von Stress, Schlafproblemen und Angstzuständen empfohlen. Allerdings dürfen Anbieter nicht mit Gesundheitsversprechen für das Mittel werben, da es keine Zulassung als Arzneimittel hat und als Nahrungsergänzungsmittel gilt, das keine medizinisch nachgewiesene Wirksamkeit besitzt.
Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) rät gänzlich von einer Einnahme von Ashwagandha ab. Aufgrund der beobachteten Nebenwirkungen und potenziellen Wirkungen sollten insbesondere Personen mit Lebererkrankungen auf das Mittel verzichten.
Nein, Sildenafil kaufen ohne Rezept ist nicht möglich. Das Medikament gehört zu den rezeptpflichtigen Potenzmitteln und kann nur mit einem gültigen Rezept von einem Arzt erworben werden.
Nein, Viagra® kaufen ohne Rezept ist nicht erlaubt. Da es sich um ein rezeptpflichtiges Potenzmittel handelt, ist der Erwerb nur mit einem gültigen ärztlichen Rezept möglich. Dies dient Ihrer Sicherheit, da eine medizinische Beratung wichtig ist, um mögliche Risiken und Wechselwirkungen auszuschließen.
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