12.9.2019
Erektile Dysfunktion
5 Minuten

Nächtliche Erektion und Morgenlatte, was hat es damit auf sich?

Männer denken doch den ganzen Tag nur an Sex! Oder? Naja, den ganzen Tag vielleicht nicht, aber doch oft genug, dass es sich immer mal wieder regt in der Hose - und nicht nur tagsüber. Immerhin, so fanden Wissenschaftler in einer Studie aus dem Jahr 2011 heraus, dass Männer, im Fall der Studie College-Studenten, in ihrer Wachzeit bis zu 19 Mal an Sex dachten. Doch wie sieht es mit nächtlichen Erektionen aus?

Warum tritt nächtliche Erektion auf? Warum ist sie wichtig?

Vorausgesetzt, Du bist kerngesund, stellt sich Dein Penis in jeder Nacht etwa 4 bis 5 Mal auf. Das ist nicht nur ein Zeichen von Gesundheit, sondern fördert auch die Gesundheit, zumindest die Deines besten Stücks. Denn in diesem verlaufen viele Blutgefäße, viele davon mit nur ganz geringen Durchmessern. Erigiert Dein Penis, werden all diese Gefäße mit ausreichend Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

Umgekehrt heißt das aber auch: Wird Dein Penis nicht täglich mehrfach steif, kann das langfristig zu Gewebeschäden führen. Zudem gilt der in der Medizin häufig verwendete Satz: „use it or lose it“. Das heißt, allein durch die Tatsache, dass sich Dein Penis zu seiner ganzen Pracht entfaltet, bleibt Dir Deine Manneskraft zuverlässiger erhalten.

Bleiben nächtliche Erektionen und die Morgenlatte aus, kann das jedoch zum Beispiel auf eine Erektile Dysfunktion hinweisen.

Wann hat man eine nächtliche Erektion?

Die nächtlichen Erektionen sind eng verkettet mit den 4 nächtlichen Schlafphasen, die Du durchläufst. Diese bestehen aus Einschlaf-, Leichtschlaf-,Tiefschlaf und REM-Phase. Dieser Zyklus wiederholt sich, wenn Dein Schlaf gesund ist, mehrmals in jeder Nacht.

Die Einschlafphase

Die Einschlafphase, ganz zu Beginn, nachdem Du ins Bett gegangen bist, dauert nur einige Minuten.

Die Leichtschlafphase

Die Leichtschlafphase macht dagegen schon etwa die Hälfte der gesamtenSchlafzeit aus. In dieser Zeit sind Deine Muskeln entspannt, Dein Bewusstsein ist ausgeschaltet und selbst Deine Augen bewegen sich kaum.

Die Tiefschlafphase

Die für Deine Erholung wichtigste Phase ist jedoch die Tiefschlafphase. Das ist die Zeit, in der jemand Dich mitsamt Deinem Bett aus dem Haus tragen könnte, ohne dass Du es mitbekommen würdest. In dieser Phase erlebst Du, wenn auch unbewusst die tiefste körperliche Entspannung. Nun kommt Dein Körper genauso zur wohlverdienten Ruhe wie Dein Geist.

Die REM-Phase

Anders sieht es in der REM-Phase, also der Phase der schnellen Augenbewegungen aus. In dieser Zeit sind Deine Hirnaktivitäten messbar beschleunigt, Du träumst lebhaft und Deine Augen wandern ständig hin und her.

Die REM-Phase ist es auch, in der Deine Nerven Impulse erzeugen, die bei Dir Erektionen auslösen. Selbst wenn Du keine sexuellen Phantasien in dieser Zeit durchspielst, wirst Du, unabhängig von Deinem Alter, eine Erektion haben. Das kommt schon bei Babys im Bauch der Mutter vor und selbst hochbetagte Geschlechtsgenossen kommen in dieser Zeit üblicherweise noch in den Genusseines Ständers.

Wie viele nächtliche Erektionen hat ein Mann?

Wie viele Erektionen Du in der Nacht hast, hängt von vielen Faktoren ab. Vor allem von Deinen Schlafgewohnheiten. Zum Beispiel davon, wie viel Nachtschlaf Du Dir gönnst. Je länger Du nachts schläfst, desto häufiger wird Dein Glied steif werden. Bei den meisten Männern ist zwischen einer und sechs Erektionen pro Nacht die Regel.

Die Morgenlatte ist die letzte Erektion der Nacht 

Mit der Morgenlatte verabschiedest Du Dich aus dem Land der Träume. Denn der Nachtschlaf geht am Morgen meist mehr oder weniger langsam aus der REM-Phase in eine Leichtschlafphase über. Du hast dann oft den Eindruck „schon vor dem Wecker wach gewesen“ zu sein. Ein starker morgendlicher Harndrang verstärkt übrigens die Morgenlatte, was übrigens einen unangenehmen Teufelskreis auslöst. Du wärst eigentlich auf einen schlaffen Penis angewiesen, um den Druck von der Blase zu nehmen, hast aber eine besonders feste Latte, eben weil besagter Druck so hoch ist. Da hilft oft nur die kalte Dusche.

Abwesenheit nächtlicher und morgendlicher Erektionen

Doch was, wenn Du keine nächtlichen Erektionen hast? Dann wäre das ein guter Zeitpunkt, um Dich Deinem Hausarzt anzuvertrauen. Denn leider ist es so, dass die völlige Abwesenheit von Schlaferektionen ein Hinweis auf eine Erektile Dysfunktion sein kann.

Je schneller Du jetzt handelst, desto größer ist dieWahrscheinlichkeit, dass Du diese Phase Deines Lebens wieder überwinden kannst. Mehr Lebensfreude und Manneskraft sind die Belohnung. Na, wenn das kein Grund ist, zum Arzt zu gehen!

Referenzen

1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21512948, „Sex on the brain?: an examination of frequency of sexual cognitions as a function of gender, erotophilia, and social desirability.“, Fisher TD, Moore ZT, Pittenger MJ, 24. 5. 2011

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.