22.4.2019
Erektile Dysfunktion
5 Minuten Lesezeit

Sildenafil – der Erfolgs-Wirkstoff hinter Viagra

Jeder kennt Viagra, egal ob aus Filmen, gelegentlichen Spam-Mails oder weil man sich mit dem Medikament selbst bereits auseinandergesetzt hat. Und obwohl Viagra und vor allem seine erwünschte Wirkung weltberühmt sind, wissen nur wenige, was eigentlich dahintersteckt.

Dieser Artikel dient zur Beantwortung dieser Fragen: Welcher Wirkstoff in Viagra steckt, was das für den Konsumenten des Produkts bedeutet und auf welche Nebenwirkungen und bereits bestehende Erkrankungen man bei der Einnahme im Vergleich zu anderen Medikamenten, die auf anderen Wirkstoffen aufbauen, achten muss.

Vorab muss unbedingt erwähnt werden, dass die Entscheidung bezüglich des richtigen Wirkstoffes sowie der richtigen Dosierung ausschließlich unter Konsultation eines Arztes geschehen darf. Dieser Artikel dient lediglich zur allgemeine Information und ersetzt nicht die Rücksprache mit einem Arzt.

Der Wirkstoff

Eine der häufigsten und schwierigsten Unterscheidungen bei Medikamenten ist die Differenzierung zwischen einem Markennamen und einem Wirkstoff. Dies ist oft auch der Fall bei der berühmten blauen Pille - Viagra - ein Produkt der Firma Pfizer. Während Viagra der Name des Medikaments ist, ist der Wirkstoff separat zu betrachten und hat einen eigenen Namen: Sildenafil.

Sildenafil ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Erektiler Dysfunktion (ED) - im täglichen Sprachgebrauch auch bekannt als Impotenz. ED ist eine Funktionsstörung, die bei jedem gesunden Mann im Laufe des Lebens auftreten kann und ihn daran hindert eine Erektion zu bekommen oder ausreichend lang zu behalten. Es kann verschiedene Gründe geben warum man von ED betroffen ist und während es in manchen Fällen kein gesundheitliches Risiko darstellt, gibt es in einigen Fällen eine zugrundeliegende Ursache (zum Beispiel eine vaskuläre Erkrankung, bei der ED als Symptom auftritt). Daher empfiehlt es sich immer einen Arzt aufzusuchen, um etwaige Erkrankungen auszuschließen. Darüber hinaus ist eine der möglichen Behandlungsweisen von ED die Einnahme von Sildenafil.

Sildenafil wirkt gegen ED, indem es den Blutfluss zum Penis erhöht und somit eine Erektion ermöglicht. Außerdem wird der Wirkstoff auch für die Behandlung der Pulmonalen Hypertonie verwendet (erhöhter Blutdruck in den Blutgefäßen, welche die Lunge mit Sauerstoff versorgen).

Sildenafil ist ausschließlich als verschreibungspflichtiges Medikament, üblicherweise in Tablettenform, erhältlich und nur unter Absprache mit einem Arzt einzunehmen.

Von der Einnahme zu …

Nachdem wir jetzt den Wirkstoff hinter der blauen Tablette enthüllt haben, kommen wir nun zu einer der wichtigsten Fragen. Wie lange dauert es bis der Wirkstoff seine Funktion erfüllen kann? Und wie setzt die Wirkung ein?

Es dauert üblicherweise zwischen 30 bis 60 Minuten bevor Sildenafil seine Wirkung entfalten kann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wirkung nicht alleine durch die Einnahme ausgelöst wird, sondern nur in Verbindung mit der eigenen sexuellen Erregung. Sprich, man(n) hat die Möglichkeit Sildenafil bis zu 4 Stunden vor dem Sex einzunehmen. Darüber hinaus wird das genaue Timing von den individuellen Umständen abhängen.

Nebenwirkungen

Und während natürlich die positiven Aspekte der Einnahme – sprich die erfolgreiche Erektion – für jeden individuell und subjektiv sind, kann die Nutzung von Sildenafil bei manchen Männern auch Nebenwirkungen auslösen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Hitzewallungen
  • Schwindel

Wann darf man Sildenafil nicht einnehmen?

So wie bei allen Medikamenten ist auch Sildenafil nicht für jeden geeignet. Bei der Einnahme von anderen Medikamenten und bestehenden Erkrankungen ist besondere Vorsicht und Absprache mit Deinem Arzt unbedingt notwendig. Die Einnahme ist natürlich auch für Frauen und Männer unter 18 Jahren ausgeschlossen.

Von der Einnahme wird unter anderem abgeraten bei:

  • der Einnahme von Nitraten (welche bei der Behandlung von Schmerzen im Brustraum eingenommen werden). Eine gemeinsam Einnahme kann zu einem gefährlich niedrigen Blutdruck führen.
  • Allergien gegen den Wirkstoff Sildenafil
  • schwerwiegenden Problemen mit dem Herz- oder der Leber
  • kürzlichem Erleiden von einem Schlaganfall oder einer Herzattacke
  • niedrigem Blutdruck
  • seltenen Erkrankungen der Augen, wie zum Beispiel „Retinitis Pigmentosa“

Weiter ist die Rücksprache mit einem Arzt bei folgenden Leiden und Beschwerden unbedingt notwendig:

  • Sichelzellenanämie
  • Leukämie
  • Multiple Myelom
  • Kavernöse Fibrose (Morbus Peyronie)
  • Magengeschwür

Kontaktiere im Zweifel immer einen Arzt oder Apotheker und konsultiere den Beipackzettel.

Wenn Sildenafil für einen geeignet ist, sprechen die Zahlen für sich. Laut dem britischen National Health Service haben mindestens 66% aller Männer die Sildenafil einnehmen ein verbessertes Erlebnis beim Sex. Sildenafil ist nicht umsonst der Wirkstoff hinter der wahrscheinlich bekanntesten blauen Tablette der Welt.

Quelle:

“National Health Service. 2019. Sildenafil (Viagra). Aufgerufen am 6. März 2019 https://www.nhs.uk/medicines/sildenafil-viagra/

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.