Forschungskooperation zwischen Spring und der LMU München: Weltweit erste Studie zur erektilen Dysfunktion auf Basis telemedizinischer Daten

Unter dem Titel “Epidemiology and treatment barriers of patients with erectile dysfunction using an online prescription platform: a cross-sectional study” veröffentlicht Spring in einer Forschungskooperation mit der Ludwig-Maximilian-Universität München die weltweit erste wissenschaftliche Studie zur Erkrankung der erektilen Dysfunktion auf Basis telemedizinischer Daten. Die Studie wird von dem renommierten Fachjournal Sexual Medicine publiziert.

"Diese Studie geht weit über die epidemiologische Charakterisierung der Patientenkohorte mit erektiler Dysfunktion von Spring hinaus. Sie zeigt anhand der wissenschaftlichen Auswertung von medizinischen Daten von ca. 11.000 Patienten, wie online Plattformen die Versorgungsforschung auf ein höheres Niveau katapultieren können. Zukünftig werden wir weitere Studien mit weit höheren Patientenzahlen durchführen, um ein detailliertes Verständnis zur Effektivität und Sicherheit der von unseren Ärzten eingesetzten Behandlungen für unterschiedliche Risikogruppen generieren zu können. Des Weiteren arbeiten wir daran die Patienten zu identifizieren, die trotz einer ersten Versorgung durch eine OPP einen Termin bei einem ortsansässigen Arzt wahrnehmen sollten."
Dr. Johannes von Büren, Medical Director Spring

Dr. Johannes von Büren, Medical Director Spring

Die Mehrheit der Patienten hat noch nie sexuelle Verstärker genommen.
Die Mehrheit der Patienten hat noch nie sexuelle Verstärker genommen.

Aufbau der Studie

  • Befragung von 11.000 Patienten aus der Datenbank von Spring
  • Berücksichtigung demografischer Faktoren, räumlicher Verteilung und zeitlicher Nutzungsfenster
  • Forschungszeitraum ist Mai 2019 bis November 2019
  • Verschriebenen Präparate der Patienten waren primär die Phosphodiesterase-5 (PDE-5) Hemmer Sildenafil und Tadalafil
  • Ziele der Studie sind eine Charakterisierung von Patienten, die auf telemedizinische Dienstleistungen zur Behandlung ihrer erektilen Dysfunktion zurückgreifen und eine Bestimmung der Behandlungsbarrieren, die eine klassische Behandlung beim Urologen oder Hausarzt verhindert haben

Ergebnisse der Studie

  • 63,5 % der Befragten waren trotz ihrer Erektilen Dysfunktion noch nie zuvor in ärztlicher Behandlung.
  • 36,5 % der Befragten hatten im Vorfeld bereits Kontakt mit Potenzmitteln.  
  • 41,4 % der Befragten, die bereits Kontakt mit Potenzmitteln hatten, haben sich diese über unsichere Zugangswege wie den Schwarzmarkt oder Freunde besorgt. Der Zugang zu OPPs kann somit Beschaffungskriminalität vorbeugen.
  • 48,1 % der Befragten führten ihre Behandlungsbarrieren auf Bequemlichkeit zurück. 36,1 % sagen, dass sie aus Scham und Diskretion vorher noch nie beim Urologen oder Hausarzt waren.

Bezug von sexuellen Verstärkern.

Interpretation der Studie

Die Ergebnisse der Studie offenbaren einen deutlichen Bedarf für telemedizinische Leistungen. Besonders Patienten mit erektiler Dysfunktion profitieren durch die Überwindung emotionaler Behandlungsbarrieren von einer telemedizinischen Therapie. Die Studie bestätigt, dass Unbequemlichkeit, Scham und mangelnde Diskretion Handlungsbarrieren für stigmatisierte Themen wie sexuelle Funktionsstörungen darstellen. Telemedizinische Leistungen senken diese Behandlungsbarrieren und ermöglichen Betroffenen einen leichteren Zugang zur medizinischen Betreuung.

"Die Studie zeigt, dass ca. ⅔ der Patienten, die Spring bisher zur Behandlung ihrer erektilen Dysfunktion genutzt haben, erstmals eine wirksame Therapie für ihre Erkrankung erhalten haben. Online Plattformen sind insbesondere bei schambehafteten Erkrankungen sinnvoll, da hier den Menschen ein sicherer und legaler Zugang zu Therapien ermöglicht wird, den sie sonst möglicherweise nicht erhalten oder gesucht hätten."

Dr. Johannes von Büren, Medical Director Spring

Top Gründe, warum Spring Kunden eine online Beratung bevorzugen.
Top Gründe, warum Spring Kunden eine online Beratung bevorzugen.

Autoren

Prof. Dr. med. Christian Wülfing
Prof. Dr. med. Christian Wülfing ist Chefarzt der Urologie an der Asklepios Klinik Altona in Hamburg. Als Mitglied in nationalen und internationalen Fachgesellschaften wirkt er aktiv im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Urologie mit. Er ist führender Spezialist im Bereich der Störungen der männlichen Geschlechtsorgane, hält eine APL-Professur an der Universität Münster und ist Mitglied im Spring Medical Board.

Dr. med. Severin Rodler
Dr. med. Severin Rodler ist Assistenzarzt für Urologie am Klinikum der Universität München Großhadern. Sein fachlicher Schwerpunkt ist die urologische Chirurgie. Severin möchte in Zukunft mit Spring prospektive Studien im Bereich der Telemedizin entwickeln.

Dr. med. Johannes von Büren
Dr. med. Johannes von Büren hat klinisch in der Neurologie gearbeitet und ist Medical Director bei Spring. Er war zuvor bei der Boston Consulting Group tätig und widmet sich nun der telemedizinischen Versorgung und der Veröffentlichung wissenschaftlicher Studien.

Dr. med. Sven Jungmann
Dr. med. Sven Jungmann hat neben Medizin einen Master in Public Health an der London School of Hygiene and Tropical Medicine und einen Master in Public Policy an der Universität Oxford abgelegt. Er widmet sich der Entwicklung digitaler Technologien im Gesundheitssektor und ist einer der führenden Experten im Bereich digitale Medizin.

Spring kreiert neuartige Forschungsplattform als Chance der Real World Data in der Versorgungsforschung

Spring schafft auf Basis ihres telemediznischen Angebots eine völlig neuartige Chance der Versorgungsforschung. Telemedizin ermöglicht eine systematische Datenerhebung in Echtzeit. Auf dieser Basis wird es verschiedenen Stakeholdern ermöglicht, die medizinische Versorgung nachhaltig und kontinuierlich zu optimieren. Durch eine Echtzeitbetreuung der Patienten ist es möglich, die Behandlung wissenschaftlich zu begleiten, Behandlungen zu optimieren, Risiken und Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und so eine höhere Patientensicherheit zu gewährleisten. Pharmaunternehmen erhalten wertvolle Einblicke in Behandlungsergebnisse und können die Entwicklung verschiedener Indikationen vorantreiben und verbessern. Asynchrone Telemedizinangebote ermöglichen eine wissenschaftliche Begleitung unter realen Alltagsbedingungen und gehen damit über Phase 3 klinischer Studien hinaus.

"Mit bereits 40.000 Behandlungen ist es unser Ziel, gemeinsam mit dem medizinischen Beirat von Spring die führende Forschungsplattform für Real World Data in Europa zu werden - zum Vorteil des einzelnen Patienten aber auch der deutschen Versorgungsforschung. "
Dr. Johannes von Büren, Medical Director Spring

Dr. Johannes von Büren, Medical Director Spring

Die Studie ist vollständig im Fachjournal “Sexual Medicine” publiziert worden und zum Download verfügbar.