18.7.2019
Haarausfall
4 Minuten

Wie wichtig ist der Sonnenschutz für die Kopfhaut?

Den meisten ist bekannt, dass sie einen UV-Schutz von Kopf bis Fuß brauchen. Eine Körperstelle, die jedoch oft beim Eincremen vergessen und im wahrsten Sinne des Wortes übersehen wird, ist die Kopfhaut. Auf die Frage, ob man auf dem Kopf überhaupt einen Sonnenbrand bekommen kann, lautet die Antwort aber eindeutig ja!

Im Sommer einfach mit geschlossenen Augen in der Sonne zu sitzen, um die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren zu können, kann ein sehr schönes Gefühl sein. Es ist nämlich bewiesen, dass Sonnenlicht die Stimmung positiv beeinflussen und Glücksgefühle fördern kann. Kein Wunder also, dass es viele Menschen im Sommer ins Freie zieht. Wer die Sonne beim Sonnenbaden oder den unterschiedlichsten Aktivitäten draußen, wie Spazierengehen, Radfahren,Schwimmen oder auch bei der Gartenarbeit, genießen möchte, sollte dabei an einen ausreichenden Sonnenschutz denken.

Wenn dieser vernachlässigt wird, kann es zu sehr schmerzhaften Sonnenbränden kommen. Wiederholtes Auftreten lässt die Haut schneller altern und könnte schließlich auch zu Hautkrebs führen. Dabei ist es individuell vom Hauttyp abhängig, wie hoch die persönlich Eigenschutzzeit ist, d. h., wie lange sich eine Person in der Sonne aufhalten kann, bevor sich Anzeichen für Verbrennungen entwickeln. Dunkelhäutige Menschen sind weit weniger anfälliger für Sonnenbrand als Menschen mit einem hellen Hautton aufgrund der vorhandenen Menge an Pigmenten, die Sonneneinstrahlung abblocken können.

Auch die empfindliche Kopfhaut ist anfällig für Sonnenbrand

Haare bilden normalerweise einen natürlichen Sonnenschutz für die gefährdete Kopfhaut, aber nicht immer ist dieser ausreichend. Stattdessen kann UV-Strahlung meist direkt senkrecht von oben auf die Kopfhaut treffen und ihre volle Kraft entfalten. Die Kopfhaut gehört mit der Stirn, Nase, Ohren, Wangen und Schultern zu der sogenannten Sonnenterrasse des Körpers und damit zu den Partien, die besonders stark der Sonne ausgesetzt sind. Für die Kopfhaut gilt dabei das gleiche wie für den Rest der Haut: Sie vergisst nicht. Während sich die oberflächlichen Hautschichten nach einem Sonnenbrand wieder regenerieren, bleiben in tieferen Gewebeschichten Spuren der Schädigung zurück, die sich im Laufe des Lebens summieren und im Zweifelsfall zu Hautkrebs führen können. Die Kopfhaut ist eine der häufigsten Körperstellen, auf der der weiße Hautkrebs auftreten kann. Hierbei handelt es sich um den am öftesten auftretenden Hauttumor bei hellhäutigen Menschen. 70 % bis 80 % der Fälle entwickeln sich im Kopf-Hals-Bereich, da die Haut dort viel UV-Strahlung ausgesetzt ist. Jährlich werden in Deutschland 159.000 Neuerkrankungen verzeichnet. Die Heilungschancen liegen aber bei 95 %. Ein Hautkrebs-Screening, um eventuelle Hautveränderungen früh zu erkennen, gehört zu den Vorsorgeuntersuchungen, die die Krankenkassen übernehmen.

Eine hohe Sonnenbestrahlung der Kopfhaut fördert Haarausfall

Neben des Hautkrebsrisikos kann Sonnenbrand auch Haarausfall verursachen. Die Symptome eines Sonnenbrands treten oft einige Stunden später nach einem Sonnenbad ohne ausreichenden Schutz auf. Die rote Kopfhaut brennt, spannt, schmerzt, schuppt oder juckt. Die Auswirkungen des Sonnenbrands auf die Haare zeigen sich oftmals sogar erst nach einigen Wochen oder Monaten. Die UV-Strahlung kann tief in die Haut eindringen und die epidermalen Stammzellen beschädigen, also die Zellen, die später die Oberhaut bilden werden. Deren Zellproduktion wird dadurch beeinträchtigt. Des Weiteren führt das Austrocknen der Kopfhaut infolge des Sonnenbrands zu einer Störung des Säurehaushalts, was auch Haarausfall begünstigt.

Kopfbedeckungen und Sonnencremes schützen vor Sonnenbrand

Je nach Frisur ist man mehr oder weniger anfällig für einen Sonnenbrand auf dem Kopf. Insbesondere bei einem Scheitel, schütterem Haar, einer (Halb-)Glatze; Geheimratsecken und kurzem bzw. feinem Haar ist das Risiko für einen Sonnenbrand am höchsten. Am effektivsten kann man einen Sonnenbrand natürlich vorbeugen, indem man sich nicht oder möglichst wenig in der prallen Sonne aufhält. Einen sicheren Schutz bieten meist auch ein Hut oder eine Kappe. Für Situationen mit extremer Sonneneinstrahlung gibt es sogar Kopfbedeckungen mit integrierten UV-Schutz.

Bei einem Scheitel bietet es sich an, den Scheitel immer etwas zu versetzen, damit nicht ein begrenzter Bereich zu lange der Sonne ausgesetzt ist. Des Weiteren gibt es auch Sonnensprays, die punktgenau am Scheitel aufgetragen werden können, nicht fetten und keine weißen Rückstände hinterlassen. Bei Glatzenträger oder auch bei kurzen Haarstoppeln besteht eine erhöhte Gefahr eines Sonnenbrands. Daher sollte die Kopfhaut unbedingt durch Sonnenschutzprodukte mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF) vor der UV-Strahlung geschützt werden. Bei der Wahl der passenden Sonnencreme bzw. -sprays kann man sich z. B. an unabhängigen Testergebnissen orientieren, um ein gutes Produkt zu finden, das den eigenen Bedürfnissen gerecht wird, umfassend schützt und keine schädlichen Inhaltsstoffe enthält, die die Kopfhaut zusätzlich reizen könnten. Richtig angewendet können Sonnenschutzprodukte Sonnenbrand gut verhindern. Dies schont die Kopfhaut und reduziert das mögliche Auftreten des vorhin beschriebenen Haarausfalls aufgrund von Sonnenstrahlung.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.