5.9.2019
Haarausfall
5 Minuten

Wie kann der Arzt Haarausfall diagnostizieren?

Ist das noch normal oder handelt es sich um Haarausfall? Viele Männer sind unsicher, wie viele Haare man denn nun täglich verlieren kann, ohne dass es sich dabei um einen veritablen Haarausfall handelt, an dessen Ende ein Kahlkopf steht. Der Gang zum Arzt schafft Klarheit. Doch was erwartet Dich in der Praxis und vor allem, wie diagnostiziert Dein Arzt den Haarausfall?

Welche Möglichkeiten der Diagnose gibt es?

1. Haarsammeltest

Beim Haarsammeltest bittet Dich Dein Arzt darum, für mehrere Tage alle Haare einzusammeln, die Dir ausgehen. Also vom Kopfkissen, in der Dusche, dem Waschbecken und im Kamm. Diese kannst du dann in einem Tütchen sammeln. Das ist sicherlich keine wissenschaftlich genaue Untersuchung. Der Sammeltest hilft aber auf alle Fälle dabei, sich einen ersten Überblick darüber zu machen, wie viele Haare du objektiverweise verlierst.

Denn hast Du Dich erst auf das Thema eingeschossen und spielen große Emotionen mit rein, kann es sein, dass schon eine kleine Menge Haare einen großen Eindruck bei Dir hinterlässt.

Als Faustregel gilt: Fallen Dir pro Tag im Mittel weniger als 100 Haare aus, bewegt sich das im normalen Rahmen.

Liegt die Anzahl zwischen 100 und 200, könnte es sein, dass Du von einem krankhaften Haarausfall betroffen bist.

Liegt die Zahl über 200 und ist der Haarausfall plötzlich aufgetreten, könnte es sein, dass Du eine akute Situation durchlebst, die zu Deinem Haarausfall führt. Dann ist es besonders wichtig, dass Du schnell zum Arzt gehst, damit die Ursache herausgefunden werden kann.

2. Inspektion der Kopfhaut

Bei der Inspektion der Kopfhaut betrachtet sich Dein Arzt Deine Kopfhaut unter einem hellen Licht. Sein Augenmerk liegt dabei auf verschiedenen Aspekten. Die Gesundheit der Kopfhaut, aber auch das Haar in seiner Dichte und Struktur sind Gegenstand der Inspektion. Dazu scheitelt derArzt Dein Haar mit Hilfe eines Kamms, um sich vor allem das Geschehen direkt auf und oberhalb der Kopfhaut betrachten zu können.

Ist er sich nicht sicher, was es mit einer kritischen Stelle auf sich hat, kann er zusätzlich noch ein „Auflichtmikroskop“ zu Hilfe nehmen.

Manche Formen von Haarausfall betreffen nicht alleine die Kopfbehaarung, so dass Dein Arzt bei Bedarf auch noch andere Haarstrukturen deines Körpers inspizieren kann.

3. Zupf- oder Epilationstest

Beim Zupf- oder Epilationstest kann der Arzt prüfen, wie fest die Haare in der Wurzel stecken. Dazu greift er mit denFingern an verschiedenen Stellen in Dein Haar und kontrolliert, ob er die Haare mit einem sanften Zug herausziehen kann.

Ist es ihm möglich, leicht Haar aus dem Balg zuziehen, kann ihm das einen Hinweis darauf geben, wie stark der Haarausfall bei Dir ausfällt.

4. Phototrichogramm

Das Phototrichogramm ist eine Untersuchungsmethode, die eine Antwort auf die Frage gibt, wie gesund Dein Haarwuchs ist, also in wie weit alle Lebensphasen Deines Haares normal ablaufen. Da diese Untersuchungsmethode erfordert, dass Du Dein Kopfhaar rasierst, wird sie nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Dabei wird am ersten Tag ein etwa 2-Euro-Münzen großes Stück Deines Kopfes auf eine Haarlänge von 1cm abrasiert. Anschließend fotografiert Dein Arzt diese Stelle.

Nach dem Foto greift er dann noch einmal zum Rasierer und rasiert Dir das komplette Haupthaar kahl. Die betroffene Stelle wird erneut fotografiert und Du gehst erst einmal nach Hause.

Nach 3 Tagen wirst Du wieder in die Praxis bestellt und die Stelle erneut fotografiert. Dadurch, dass alle Haare, die sich in der Wachstumsphase befinden, nun 1 mm länger geworden sind, kann man abschätzen, wie groß der prozentuelle Anteil Deiner Haare ist, die sich in der Wachstums- oder auch in der Ruhephase befinden.

5. Folliscope / TrichoScan

Diese beiden Diagnoseverfahren sind weniger traditionell, denn sie bedienen sich der digitalen Mikro-Fotografie und modernen Softwareanalysen, um verschiedene Haarparameter zu erfassen. So kann eine genaue Diagnose erstellt, aber auch eine Verlaufskontrolle während einer Therapie durchgeführt werden. Zu den Haarparametern gehören die Dichte der Haare, die Dicke des einzelnen Haares, aber auch der Zustand der Haarwurzeln und die Wachstumsstadien.

Auch für dieses Verfahren muss zunächst eine münzgroße Stelle auf Deinem Kopf kurz rasiert werden. Manchmal müssen die Haare an dieser Stelle dann noch dunkel eingefärbt werden. Wenn Du später Deine langen Haare darüber kämmst, verschwindet die kurze Stelle schnell wieder und schon nach kurzer Zeit, ist die Stelle wieder zugewachsen.

6. TrichoLAB

Bei einer TrichoLAB Untersuchung rückt Dir Dein Arzt mit einem pistolenähnlichen Apparat zu Leibe. Dieser macht ein digitales Bild in Kopfhautnähe, das später hochgeladen und ausgewertet wird. Auch mit diesem Verfahren sind Diagnose und Therapie-Verlaufskontrolle möglich.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.