13.7.2019
Lifestyle
4 Minuten

Wenn das Training zu Problemen im Bett führt

Wenn Du regelmäßig und intensiv Sport treibst, verlierst Du nicht nur Dein Bauchfett. Auch etwas anderes schwindet langsam dahin: Deine Lust auf Sex. Wie ärgerlich, zumal der angestrebte Adonis-Körper bei vielen möglichen Sexualpartnern besonders gut ankommt…

Wie können wir es wagen, zu behaupten, dass der sportliche Mann weniger Lust auf Sex hat?

Nein, das ist keine Werbekampagne von McDonalds, Coca-Cola und Co., diese These beruht auf wissenschaftlichen Fakten. In einer Studie der University of North Carolina wurden über 1000 gesunde Männer bezüglich ihrer Lust auf Sex (Libido) und ihren wöchentlichen Trainingsgewohnheiten untersucht. Die Ergebnisse waren eindeutig:

Die Männer, die am wenigsten intensiv trainierten, gaben 7x eher eine normale oder hohe Libido an als jene Männer, die hochintensiv Sport trieben. Diese Tendenz zeichnete sich auch bezüglich der Trainingsdauer ab - die Männer, die am wenigsten lang trainierten, gaben 4 x eher eine normale bis hohe Libido an als jene, die sehr viel Zeit ins Training investierten.

Fast die Hälfte (47 %) der Männer, welche die geringste Lust auf Sex hatten, trainierten mehr als zehnmal pro Woche; unter den Männern mit normaler oder hoher Libido waren es nur 7 %.

Wie kann es dazu kommen?

Man kann nicht bestreiten, dass ein hohes Volumen an intensivem Training sowohl körperliche als auch psychische Ermüdung hervorruft. Und wer hat schon den Wunsch und die Energie für Sex, wenn er/sie müde, erschöpft und ausgezehrt ist? Vermutlich niemand.

Dazu kommt noch das Problem, dass viele Sportler ihre Fähigkeiten überschätzen und ihre Grenzen gerne mal überschreiten - Folgen sind eine noch stärkere Erschöpfung und somit ein schrumpfendes Verlangen nach Sexualität.

Zusätzlich kann zu viel Training Stress im Körper verursachen. Die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol führt dazu, dass der Körper automatisch in den Energiesparmodus übergeht - auf Kosten der Sexualhormonproduktion. Zu viel Training kann also die Produktion von Testosteron und anderen Hormonen, die bei Männern die Libido und die Spermienproduktion anregen, hemmen. Sexuelle Funktionsstörungen können die Folge sein. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich bei Frauen: Hier kann ein zu intensives Fitnessprogramm die Östrogenproduktion, die Menstruationszyklen und die Fruchtbarkeit hemmen.

Dieser Prozess kann sich ebenfalls bei einer zu strikten Diät zeigen. Denn auch ein starkes Kaloriendefizit bedeutet Stress für den Körper… und das kann zu weniger Sexualhormonen im Körper und somit zu sexueller Unlust führen. 

Der komplette Verzicht auf Fitness und Training ist jedoch auch keine Lösung!

Macht Man(n) gar keinen Sport, kann das negative Auswirkungen auf die sexuellen Fähigkeiten und auf das Selbstwertgefühl haben. Ein Bewegungsdefizit und eine ungesunde Ernährung begünstigen außerdem die Entstehung von Übergewicht - und ein zu dicker Bauch kratzt nicht nur am Selbstbewusstsein eines Mannes, sondern kann auch Erektionsprobleme und Impotenz hervorrufen. Das liegt daran, dass übergewichtige Männer meist einen niedrigeren Testosteronspiegel haben. Zusätzlich können mit Übergewicht verbundene Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen und die Zuckerkrankheit Erektionsprobleme auslösen.

Wie kann man diesem Teufelskreis entrinnen?

Balance is Key.

Grundsätzlich wissen wir: Fitness wirkt sich positiv auf die Sexualität des Menschen aus, vorausgesetzt es wird richtig gemacht und nicht übertrieben!

Um dies einzuhalten, ist es sinnvoll, einen ausgewogenen Trainingsplan zu verfolgen. Dieser sollte dem Alter und dem Trainingsstand angepasst sein. Auch ein darauf zugeschnittener, ausgewogener Ernährungsplan kann hilfreich sein, um einem zu starken Energiedefizit oder Energieüberschuss vorzubeugen. Wichtig bei einem solchen Trainingsplan ist, dass die Einheiten nicht übertrieben lang oder intensiv sind und dass ausreichend Ruhetage eingebaut werden, damit sich der Hormonhaushalt wieder regulieren kann.

Ein solches regelmäßiges, moderates Training kann eine ungesunde Fettansammlung reduzieren und die kardiovaskuläre Fitness, den Stoffwechsel und die Produktion von Sexual- und Lusthormonen erhöhen. Moderate Bewegung kann außerdem zu einer Verbesserung der Durchblutung im Becken und in den Genitalien führen, was bei Männern die Erektionsfähigkeit fördern kann. Ein weiterer wichtiger Vorteil von Fitness ist psychischer Natur. Ist man fit und trainiert, wirkt sich das meist positiv auf das Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit aus - und das bedeutet sicherer und ausgelassenerer Sex ohne Scham oder andere negative Gefühle.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.