19.5.2019
Erektile Dysfunktion
4 Minuten

Pornosucht: Die Suche nach dem schnellen Glück.

Pornos kannst Du heute praktisch immer und überall „konsumieren“, die smarte Welt macht‘s möglich. Doch können Pornos süchtig machen? Was sich ein nicht Betroffener gar nicht vorstellen kann, ist für Pornosüchtige bittere Realität. Denn Pornosucht kann Folgen haben, die das Leben zur Hölle machen.

Wie Sucht? Das geht doch nur bei Alkohol, Drogen und Co., oder? Sicher sind das die Süchte, an die man gleich denkt, wenn man das Wort hört. Doch auch unser Körper kann Sucht-auslösende Stoffe erzeugen, ausgelöst durch bestimmte Verhaltensweisen. Zum Beispiel über das „Belohnungszentrum“. Dies ist ein Areal im Gehirn, das Dopamin, ein Glückshormon, im Körper ausschüttet, wenn wir ein bestimmtes Verhalten zeigen.

Wenn wir Neues erfahren zum Beispiel. Vielleicht einen Porno, der den Sex ganz anders darstellt, als du es bisher selbst erlebt hast. Das stimuliert Dich und lässt die Selbstbefriedigung oder auch den Sex mit Partnerviel intensiver erleben. Cool, das willst Du natürlich noch mal. Also schaust Du dir wieder einen Porno an, der ganz anders ist als das, was Du bisher gekannt hast. Das gibt Dir immer und immer wieder einen neuen Kick und besonders intensive Glücksgefühle. So kann es passieren, dass Du Stück für Stück tiefer in eine Sucht gerätst. Die Pornosucht ist eine Unterart der Sexsucht und kann ähnliche Folgen haben.

 

Woran erkennst Du eine Porn-Addiction und was für Folgen kann sie haben?

Genau wie bei anderen Süchten ist ein wesentliches Merkmal der Porn-Addiction, dass Du ein starkes, unwiderstehliches Verlangen danach verspürst, Deiner Sucht nachzugehen. So sehr Du es auch versuchst, Du schaffst es nicht, damit aufhören. Vielleicht wirst Du auch schnell gereizt, wütend oder fühlst Dich angegriffen, wenn jemand von Dir verlangt, keine Pornos mehr anzusehen.

Um Konflikte zu vermeiden, beginnst Du womöglich damit, die Pornos nur noch heimlich zu schauen. Das kann auch zu Scham- und Schuldgefühlen führen, weil Du eine Art Doppelleben führst.

Mal ganz abgesehen von den körperlichen Folgen des dauernden Fappens, wie die Selbstbefriedigung auf „Neudeutsch“ genannt wird. Stress, körperliche Erschöpfung, Schlafstörungen, Orgasmushemmung, Herzrhythmusstörungen und Angstzustände sind nur einige davon.

Wenn Dein Partner/ Deine Partnerin mit der Pornosucht nicht klar kommt, ist es meist nur eine Frage der Zeit, bis es kompliziert wird zwischen Euch beiden:

- vermehrt Streit

- weniger gemeinsamer Sex

- emotionaler Rückzug

- die Bindung zwischen den beiden Partnern wird immer instabiler

- die Beziehung zerbricht

Kannst Du den heißen Filmen auch auf der Arbeit nicht mehr widerstehen, kann das schnell zu riesen Problemen und sogar zur Kündigung führen. Dann dauert es oft nicht mehr lange, bis die Pornos Dein Leben vollends bestimmen. Doch wer immer häufiger Pornos schaut, geht sonst kaum noch anderen Interessen nach. Keine Kumpels, kein Training, keine Events, denn alles scheint fade im Vergleich zu dem geilen Gefühl, das Dir die Pornos bringen.

 

Wenn sich Gewohnheit einstellt

Richtig übel wird es, wenn sich mit der Zeit die Gewohnheit einschleicht. Genauso wie bei der Stoff-gebundenen Sucht erreicht der Süchtige nämlich ein Stadium, indem sich der Reiz des Neuen nicht mehr einstellt. Dann muss es immer ausgefallener und immer mehr sein. Denn das „Normale“ reicht nicht mehr, es wird fade und reizlos.

Es kommt die Zeit, in der kein Porno der Welt, auch der perverseste, und vor allem auch kein realer Sex mehr ausreicht, um genügend Dopamin im Körper auszuschütten, um den kleinen Krieger in Kampfbereitschaft zu versetzen. Denn auch die Erektion wird über Dopamin gesteuert. Schlimmer noch, durch das Dopamin-Schlaraffenland, das sich der Süchtige mit den Pornos erschaffen hat, reduziert sich sein Verlangen nach realem Sex. Das heißt nicht nur, dass Pornosüchtige irgendwann nicht mehr ihren Mann stehen können, sie haben auch keinen Bock mehr auf echten Sex. Kein Wunder, dass man so immer einsamer wird…und unglücklicher. Denn Glück, vor allem Hormon-ausgelöstes, ist sehr flüchtig.

 

Wie sieht der Weg aus der Porn-Addiction aus?

Ist Dir bewusst, dass Du zu den Porn-Addicts gehörst, solltest du dir Hilfe suchen. Das kann ein erfahrener Therapeut sein, aber auch Selbsthilfegruppen können Dir den Weg aus aus der Sucht ebnen.

Vor allem auf zwei Säulen steht ein solcher Ausweg aus der Pornosucht. Zum einen muss eine Verhaltensumstellung stattfinden und zum anderen muss sich der Dopaminhaushalt wieder einspielen.

Während sich der Dopaminhaushalt nach etwa 3 Monaten konsequenter Arbeit wieder einpendelt, dauert die Umstellung des Verhaltens oft deutlich länger an. Die Süchtigen müssen den normalen Alltag praktisch wieder völlig neu erlernen. Neue Strategien entwickeln, ihr Leben wieder mit Sinn, Freude, Freunden und Routine zu füllen. Das Loch, das die Pornosucht hinterlässt, muss gefüllt werden.

Eine aktuell populäre Strategie, den Dopaminhaushalt (und nebenbei auch den Testosteronhaushalt!) wieder in den Griff zu bekommen, ist die aus den USA kommende „NoFap Challenge“. Dabei wird für eine begrenzte Zeit auf den Konsum von Pornos und Selbstbefriedigung verzichtet, um Orgasmen zu erreichen. Im Gegensatz dazu darf in dieser Zeit gerne anderweitig körperlicher Kontakt und auch sexuelle Handlungen gesucht werden, doch sollten Fapping und Orgasmen so lange tabu sein.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.