Telemedizin

Telemedizin: Männerprobleme anonym und diskret aus der Ferne behandeln

“Wegen Erektionsstörungen oder Haarausfall zum Arzt gehen? - Bloß nicht!” Leider denken viel zu viele Männer so und behalten ihre Männerprobleme lieber für sich, als sie mit einem Arzt zu teilen. Einen Ausweg bietet hier die Telemedizin, bei der man(n) anonym und diskret online behandelt werden kann.

Autor:
Tabea Lange
Geprüft von:
Aktualisiert:
14.5.2020
Arzt stellt Diagnose über das Mobiltelefon | National Cancer Institute - Unsplash
Arzt stellt Diagnose über das Mobiltelefon | National Cancer Institute - Unsplash

Der Unterschied zwischen telemedizinischer und persönlicher Behandlung

Stundenlang im Wartezimmer sitzen und sich dort auch noch dem Coronavirus aussetzen? - Das kann Dir bei der Telemedizin nicht passieren. Denn in der Telemedizin entscheidest Du, wann und wo Du medizinisch beraten werden willst. Wie das? - Telemedizinische Maßnahmen und Behandlungen finden per Handy, Tablet oder PC statt.

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Kurz und knapp: Was ist Telemedizin?
Telemedizin ist ein Anwendungsbereich der elektronischen Gesundheitsdienste (e-Health). Der Fokus der Telemedizin liegt auf der Beratung und Behandlung durch einen Arzt aus der Ferne, etwa via Internet. Ein Beispiel sind Online-Video-Sprechstunden, in denen der Patient dem Arzt in einer Videokonferenz seine Beschwerden erläutert oder - wie etwa bei Haarausfall - zeigt. In einer solchen telemedizinischen Beratung können außerdem die Diagnose und mögliche Therapiemaßnahmen mit dem Arzt besprochen werden. Rezeptpflichtige Medikamenten werden bei der Telemedizin meist per Online-Rezept verschrieben, welches daraufhin in Versandapotheken sowie in Apotheken vor Ort eingelöst werden kann.

Die Telemedizin hebt zwei wesentliche funktionelle Barrieren der persönlichen Behandlung auf: Die Zeit und den Ort. Während der direkte Arzt-Patienten-Kontakt an einen Ort bzw. an einen Zeitpunkt gebunden ist, können telemedizinische Maßnahmen trotz räumlicher oder zeitlicher Entfernung stattfinden.

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“Was bringt mir das?"
Die Unabhängigkeit des Ortes kann nützlich sein, wenn Du zum Beispiel im Urlaub bist, nicht mobil bist (kein Auto hast, das Bett nicht verlassen kannst) oder sehr weit von dem nächsten niedergelassenen Arzt bzw. Facharzt wohnst. Zusätzlich bietet Dir die zeitliche Flexibilität der Telemedizin die Möglichkeit, dich auch nach Feierabend oder am Wochenende telemedizinisch beraten und behandeln zu lassen.

Neben diesen funktionalen Barrieren kann die Telemedizin auch helfen, emotionale Barrieren zu überbrücken. Darunter fallen zum Beispiel das Schamgefühl bei persönlichen Themen, wie sexuellen Funktionsstörungen oder Haarausfall, oder einfach der fehlende Antrieb, einen Arzt aufzusuchen.

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“Was bringt mir das?"
Leidest Du unter einem medizinischen Problem, für das Du Dich schämst? Empfindest Du den Gang zum Arzt als “unmännlich”? Dann ist die Telemedizin vermutlich DIE Lösung für Dich. Denn hier kannst Du Dich anonym und diskret beraten lassen.

Vorteile der Online-Behandlung für Ärzte und Patienten

Die Telemedizin bietet vielversprechende Chancen, das Gesundheitssystem und die medizinische Versorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Die Vorteile ergeben sich dabei nicht nur für Politik, Krankenkassen und Co., sondern betreffen jeden Einzelnen - egal ob Arzt oder Patient.

Die Patienten sind in erster Linie die Verbraucher telemedizinischer Anwendungen. Dabei bietet die Telemedizin den Patienten jede Menge Vorteile gegenüber der üblichen medizinischen Versorgung:

✔ zeitlich flexible Planung → z.B. am Abend oder am Wochenende

✔ geringer Zeitaufwand → z.B. keine Anfahrtswege und Parkplatzsuche, keine Wartezeiten

✔ schnellere Terminvereinbarung, insbesondere bei Fachärzten und Spezialisten

✔ Unabhängigkeit von Aufenthaltsort → besonders relevant, wenn Du in ländlichen oder schlecht erschlossenen Regionen oder im Ausland lebst

✔ digitales Rezept → so kannst Du Medikamente einfacher online bestellen kann

✔ Sprechstunde findet dort statt, wo Du Dich am wohlsten fühlst → z.B. zuhause

✔ emotionale Barrieren werden überwunden → z.B. Schamgefühle bei sexuellen Funktionsstörungen oder psychischen Erkrankungen

✔ keine Ansteckungsgefahr in Wartezimmern

Nicht nur die Patienten profitieren von der Telemedizin. Auch Ärzte können sich diese spannende und vielseitige e-Health-Innovation zu Nutzen machen:

✔ interessantes neues Tätigkeitsgebiet

✔ zusätzliche Einnahmemöglichkeit

✔ individuelle Zeiteinteilung → familienfreundlich

✔ macht “home-office” auch für Ärzte möglich → besonders zu Corona-Zeiten interessant

✔ spart Zeit → vor allem für Landärzte relevant

✔ Alternative zum Hausbesuch → Telemedizin deutlich effektiver und kostensparender

✔ Austausch zwischen Ärzten, Fachärzten und Krankenhäusern → verbesserte Qualität der medizinischen Leistungen

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“Wieso dann überhaupt noch zum Arzt?"
Die Telemedizin bietet uns einfache und effiziente Lösungen, wenn es um die medizinische Versorgung geht.

➜ Trotzdem solltest Du den direkten Arzt-Patienten-Kontakt nicht unterschätzen. Denn je nach Erkrankung kann das Aufsuchen einer realen Arztpraxis die bessere Wahl sein!

➜ Auch die Telemedizin stößt an Grenzen und birgt einige Risiken. Hier ein paar Beispiele:
☝die Möglichkeiten der Telemedizin sind begrenzt (z.B. die Ursachenforschung bei Erektionsstörungen)
☝die persönliche Arzt-Patienten-Beziehung ist beeinträchtigt
☝unter schlechten Bedingungen (z.B. bei einer schlechten Internetverbindung) steigt die Gefahr von Fehldiagnosen
☝Fragen nach Datenschutz und Datensicherheit sind noch nicht eindeutig geklärt

Wieso ist die Telemedizin für Männer so relevant?

Viele Männer machen einen großen Bogen um Arztpraxen und suchen diese nur auf, wenn es garnicht anders geht. Dabei nehmen sie nicht nur bei akuten Problemen seltener ärztliche Hilfe in Anspruch, als Frauen es tun¹, sondern unterziehen sich auch seltener empfohlenen Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen². Das kann fatal sein: Viele Erkrankungen bleiben unentdeckt und können unbehandelt fortschreiten und sich verschlechtern.

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Fun Fact
Die Geschlechterunterschiede bei der Inanspruchnahme von ärztlicher Hilfe verlieren sich mit zunehmendem Alter und verschwinden im hohen Alter ganz³.

Doch wieso spielt das starke Geschlecht so mit seiner Gesundheit? Wir haben 96 Kunden gefragt, wieso sie sich telemedizinisch behandeln lassen und mit ihren Problemen nicht zum Arzt gegangen sind. Dabei sind wir auf verschiedene Ursachen gestoßen:

Umfrage: Wieso warst Du mit Deinem Problem nicht beim Arzt?
Umfrage: Wieso warst Du mit Deinem Problem nicht beim Arzt?⁴

Die meisten Kunden (circa 60%) ziehen die telemedizinischen Angebote von Spring dem direkten Arzt-Patienten-Kontakt vor, da sie sich vor dem Arzt schämen oder sich nicht trauen, einen Arzt aufzusuchen. Telemedizinische Behandlungen laufen ganz anonym und diskret ab, wodurch Ängste und Schamgefühle im Keim erstickt werden.

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Der Mann - Git oft als starkes Geschlecht
Als starkes Geschlecht zu gelten, ist nicht immer positiv. Etwa wird erwartet, dass der Mann gesundheitliche Probleme selbstständig und ohne fremde Hilfe ertragen und lösen kann⁵. Das ist jedoch nur bedingt möglich und kann je nach Erkrankungen fatale Folgen haben..

Zusätzlich zum psychischen Aspekt hält auch der Zeitaspekt viele Männer davon ab, einen Arzt aufzusuchen. Denn Anfahrt, Parkplatzsuche und Wartezeit schlucken jede Menge Zeit. An dieser mangelt es den meisten Männern jedoch sowieso schon: Sie wollen beruflich erfolgreich sein und gleichzeitig einen perfekten Familienvater, liebevollen Liebhaber, abenteuerlustigen Kumpel und aktiven Sportler abgeben⁶. Die Telemedizin bietet bei diesem Spagat Abhilfe, sodass der Mann seine Gesundheit nicht schleifen lassen muss. Zum Beispiel kann man(n) dank der Telemedizin die Beschäftigung mit medizinischen Leiden auf den Feierabend oder in das Wochenende schieben.

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❗Achtung
Die Selbstdiagnose und -Behandlung durch Online-Foren kann deutlich in die Hose gehen. Und wieso sollte man auf andere Laien oder sich selbst vertrauen, wenn die Telemedizin die Möglichkeit bietet, online von gut ausgebildeten Ärzten beraten und behandelt zu werden?

Bei welchen Männerproblemen ist die Telemedizin besonders gefragt?

Die Telemedizin kann die Diagnose und Behandlung vieler verschiedener Erkrankungen beschleunigen, erleichtern oder sogar verbessern. Besonders gefragt sind telemedizinische Leistung jedoch besonders dann, wenn die Erkrankungen Scham hervorrufen und dem Patienten unangenehm sind. Dazu gehören insbesondere sexuelle Funktionsstörungen, Haarausfall und Hautprobleme.

Telemedizin bei sexuellen Dysfunktionen

Seien wir mal ehrlich: Wer möchte seinem Hausarzt, der einen womöglich schon von Kindesbeinen an kennt, erzählen, dass es beim “kleinen Fritzchen” nicht mehr läuft?

Sexualität ist leider immer noch in den meisten Kreisen ein Tabu Thema. Das trifft besonders dann zu, wenn es im Bett nicht läuft. Denn sexuelles “Versagen”, etwa ein vorzeitiger Samenerguss oder eine erektile Dysfunktion, wird meist mit Unmännlichkeit und Schwäche assoziiert⁷. Das ist auch der Grund, wieso viele Männer mit sexuellen Problemen keinen Arzt aufsuchen. Die Folgen sind fatal: Viele Männer rutschen in einem Teufelskreis zwischen sexuellem Versagen, Schuldgefühlen, Leistungsdruck und Vermeidung. Damit verstärken sich auch die Symptome - und es wird zunehmend schwieriger, aus dem Teufelskreis auszusteigen. Denn bei erektiler Dysfunktion gilt: Je früher die Behandlung, desto besser.
Die Telemedizin kann diesen Problemen vorbeugen: Mit nur wenigen Klicks oder einem kurzen Gespräch übers Handy, kann man(n) eine Online-Diagnose erhalten. Ist die Diagnose gestellt und mögliche Ursachen für die sexuellen Funktionsstörungen identifiziert, kann die Behandlung beginnen

Bei der Behandlung kann es sich zum Beispiel um eine Hormontherapie (z.B. TESTOPLUS), das Verschreiben von Potenzmitteln (z.B. Sildenafil - Viagra, Tadalafil - Cialis oder Dapoxetin -Priligy) oder alternative Therapieverfahren (z.B. Fortacin) handeln. Sind die verschriebenen Arzneimittel rezeptpflichtig, ermöglicht das Online-Rezept den Kauf der Medikamente in einer normalen oder in einer Online-Apotheke. Vor der Einnahme werden selbstverständlich mögliche Kontraindikationen, Wechselwirkungen und individuellen Risiken der Medikamente durch einen Arzt identifiziert und dem Patienten mitgeteilt.

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❗Achtung
Die telemedizinische Ursachenforschung von Erektionsstörungen ist eingeschränkt. Eine multifaktorielle Untersuchung würde Abtasten, Blutuntersuchungen oder eine Untersuchung mit dem Ultraschallgerät beinhalten. Diese Formen der Ursachenfindung sind aus der Ferne jedoch nicht möglich!

Telemedizin bei Haarausfall

Volles und gesundes Haar wird in unserer Gesellschaft mit Vitalität und Gesundheit assoziiert. Kein Wunder also, dass viele Männer bereits bei den ersten Anzeichen von Haarverlust in Panik geraten. Trotzdem scheuen die meisten davor, einen Arzt aufzusuchen, wenn vermehrt Haare in der Bürste hängen bleiben und der Kopf kahler wird. Was viele nicht wissen: Haarausfall kann entgegengewirkt werden - wichtig ist jedoch ein frühzeitiger Therapiebeginn.

Die Telemedizin bietet auch bei Haarausfall eine effektive Alternative zum direkten Arzt-Patienten-Kontakt. So können anhand der Begutachtung der Form des Haarausfalls das Stadium und die Art des Haarverlustes identifiziert werden- und damit im Normalfall auch die möglichen Ursachen. 

Je nach identifizierter Art und Ursache können telemedizinisch verschiedene Behandlungswege eingeschlagen werden. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen dabei von Nahrungsergänzungsmitteln (z.B. Biotin, Eisen) über rezeptfreien Salbenund Shampoos bis hin zu verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Minoxidil oder Finasterid.

Telemedizin bei Akne

Akne ist eine sehr häufige Hautkrankheit: Etwa neun von zehn Menschen sind einmal in ihrem Leben von Akne betroffen. Trotzdem ist Akne ein Tabuthema und ist häufig mit Scham und Leiden behaftet. 

Bei einer telemedizinischen Behandlung kann die Ausprägung der Akne durch den Patienten selbst oder durch einen Arzt eingestuft werden. Dabei wird recht simpel zwischen der leichten, moderaten und starken Akne unterschieden. Abhängig von der Einstufung der Akne können spezielle Behandlungen telemedizinisch eingeleitet werden. So wird bei Spring bei der leichten Akne die rezeptpflichtige Creme Differin 0,1% und bei der moderaten Akne das ebenfalls rezeptpflichtige Medikament Epiduo Forte Gel verschrieben.

Studien zur Teledermatologie belegen, dass die telemedizinischen Befunde und Therapievorschläge von Hauterkrankungen sowohl im diagnostischen Bereich als auch in der Therapiebegleitung verglechbar mit jenen sind, die aus direktem Arzt-Patienten-Kontakt hervorgehen.⁸

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❗Achtung
Nicht bei jeder Akne-Stufe ist eine telemedizinische Behandlung möglich. Wenn Du unter einer schweren Akne leidest, empfehlen wir Dir dringendst, einen Dermatologen vor Ort aufzusuchen, um eine langfristige Narbenbildung zu verhindern. Dasselbe gilt, wenn Akne bei Dir nach dem 25. Lebensjahr erstmals auftritt.


Quellenangaben

¹Riens, B., Erhart, M., & Mangiapane, S. (2012). Arztkontakte im Jahr 2007–Hintergründe und Analysen. Berlin: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland.

²Brähler, E., & Spangenberg, L. (2011). Der kranke Mann–warum Männer früher sterben. Neue Männer–muss das sein, 19-34.

³Lindenberger U, Smith J, Mayer KU, Baltes PB (2010) Die Berliner Altersstudie. Akademie Verlag, Berlin

⁴Direct Health Services. CTS Analysis. May 2020. München

⁵Hurrelmann, K., & Kolip, P. (2002). Geschlecht, Gesundheit und Krankheit. Männer und Frauen im Vergleich. Bern: Huber.

⁶https://www.bmfsfj.de/blob/94088/100b89250f16a96e2100074fc7455e7c/jungen-und-maenner-im-spagat-zwischen-rollenbildern-und-alltagspraxis-data.pdf

⁷Kapella, O. (2003). Stahlhart: Männer und erektile Dysfunktion.

⁸https://www.bvdd.de/fileadmin/BVDD/BVDD-Download/Leitfaden_Praxis_der_Teledermatologie.pdf

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.
Tabea Lange
Tabea Lange
Tabea Lange ist Content Creator bei GoSpring und macht medizinisches Fachjargon verständlich und greifbar für jederMann. Dabei lässt sie regelmäßig das Hintergrundwissen aus ihrem Psychologie-Studium einfließen. Thematisch deckt sie eine große Brandbreite an interessanten Themen ab - von sexuellen Funktionsstörungen über Haarausfall bis hin zur Analyse der Telemedizin.
Dr. med. Johannes von BürenSiegel: Unterstütz von führenden Ärzten und Apotheken in weiß
Dr. med. Johannes von Büren
Johannes von Büren ist Medical Director bei GoSpring. Sein Ziel ist es, Euch die wichtigsten medizinischen Inhalte nach neuestem Forschungsstand zur Verfügung zu stellen. Er ist Experte für das Gehirn und Mental Health, wobei er sich bei allen Indikationen mit den entsprechenden Fachleuten des medizinischen Beirats von Spring eng austauscht. Zuvor war er bei der Boston Consulting Group tätig, der weltweit größten Unternehmens- und Strategieberatung.
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