5.5.2019
Telemedizin
4 Minuten

Telemedizin: Die digitale Revolution der Medizin.

Wir leben in einer Zeit, in der wir jeden Menschen jederzeit erreichen können, egal, wo er sich gerade befindet – ob in der rivalisierenden Nachbarstadt oder auf einem anderen Kontinent und manche können sogar mit Astronauten auf der Internationalen Raumstation kommunizieren. Wer sich vor der weltweiten Vernetzung verstecken möchte, findet höchstens auf Deutschlands Dörfern Schutz.

Diagnose per Smartphone

Naheliegend, dass sich mehr und mehr Unternehmen und ganze Branchen diesen technologischen Fortschritt zunutze machen. Neu dabei: die Medizin. Wer bei gesundheitlichen Beschwerden nicht mehr auf die klassische Google-Suche vertrauen und sich selbst die aberwitzigsten Krankheiten diagnostiziere möchte, findet in der Telemedizin eine echte Alternative.

Aufgabe der Telemedizin ist es letztlich, Menschen eine medizinische Beratung zu ermöglichen, die grundsätzlich oder in dem Moment nicht die Möglichkeit haben, räumlich einen Arzt aufzusuchen, oder aus anderen Gründen eine Online Behandlung bevorzugen. Stattdessen können sie die Betreuung durch Ärzte mit Hilfe von Telekommunikationsmitteln, wie dem Telefon oder dem Internet, in Anspruch nehmen und so über räumliche Distanzen hinweg

Rechtliche Situation in Deutschland

Rechtlich steht die Telemedizin vor einigen Herausforderungen: So unterliegen jegliche Patientendaten besonderen Anforderungen des Datenschutzes. Eine Übertragung eben dieser von Patient zu Arzt, von Arzt zu Arzt und von Arzt zu Patient muss besonders sicher sein und mit allen Mitteln einen Zugriff durch Dritte unterbinden – wodurch die Telemedizin in der Anwendung kostspielig und aufwendig werden kann.

Während des 121. Deutschen Ärztetages im Jahr 2018 konnten allerdings die Weichen für legale Fernbehandlungen im Einzelfall gestellt werden: So ermöglicht es der Beschluss Ärzten, Patienten ohne persönlichen Erstkontakt telefonisch oder per Internet zu behandeln. Der Beschluss, der noch in diesem Jahr aktiv umgesetzt wird, ist ein großer Schritt nach vorne für die Telemedizin und kann künftig sowohl Ärzten als auch Patienten viel Zeit ersparen.

Nie wieder warten

Kennst du das? Du sitzt mit einer Kleinigkeit im Wartezimmer Deines Hausarztes, um Dich herum schreiende Kinder, schniefende Nasen und mehrfliegende Keime, alsDeine Abwehrkräfte vernichten können – und am Tag danach liegst Du mit einer Grippe im Bett, dabei hattest Du eigentlich nur eine Erektionsstörung. Ganz nebenbei hast Du noch zwei Stunden deines Lebens beim Warten verloren. Wäre man doch bloß Privatpatient …

Mit dem Fortschritt der Telemedizin ist das vielleicht bald Geschichte. Statt im Wartezimmer aufs Krankwerden zu warten, könnten benötigte Medikamente künftig ganz legal online bestellt werden. Vordefinierte Fragen werden per Tap auf dem Bildschirm beantwortet und der ausgefüllte Bogen einem Arzt zugesandt. Der stellt daraufhin am Computer die Diagnose und bestätigt die Notwendigkeit eines Medikaments. Das Rezept wird zur Online-Apotheke weitergeleitet, die wiederum das Arzneimittel zum Patienten schickt. Ohne, dass er das Haus verlassen musste. Ohne, dass er jemandem persönlich von seinem Leiden erzählen musste. Einfach per Fingerwisch.

Vorsicht vor Fake-Angeboten

Anders als eine Arztpraxis oder eine real existierende Apotheke sind Online-Präsenzen vergleichsweise schnell aufgebaut. Was für den Online-Anbieter von Vorteil ist, könnte für den Patienten zum Nachteil werden, wenn bspw. eine Online-Apotheke bzw. ein Online-Shop mit Betrugsabsichten erstellt wurde. Für den Laien ist das nicht immer einfach zu erkennen, mit gewisser Vorsicht und anhand von einigen Anhaltspunkten lässt sich ein tatsächlicher Betrug jedoch oft vermeiden. Folgende Aspekte können darauf hindeuten, dass es sich um eine Fake-Seite handelt:

• Die Preise der Produkte sind äußerst günstig im Vergleich zu Konkurrenzunternehmen.
• Es stehen keine approbierten Ärzte dahinter.
• Das Impressum gibt Auskunft über den Betreiber der Seite. Eine kurze Google-Suche nach dem Namen des Betreibers oder der Website kann schnell zu Ergebnissen führen, die auf einen möglichen Betrug hindeuten.

Fazit

Die Digitalisierung erreicht nach und nach so gut wie alle Bereiche unseres Lebens. Technologischer Fortschritt soll unsere Zeit auf der Erde vereinfachen und bereichern. Die Telemedizin als Teil der Gesundheitsbranche wird letztlich dazu beitragen, unser Leben zu verlängern. Diese Zeit können wir mit den schönen Freuden des Lebens verbringen: mit Reisen, mit der Familie und mit Freunden – egal was, eben bloß nicht im Wartezimmer. 

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.