21.6.2019
Health Insights
5 Minuten

So viel Schlaf braucht man wirklich!

Wenn man die Augen schließt und einschläft, fährt der Körper seine Aktivitäten herunter. Die Herzfrequenz, der Blutdruck und die Körpertemperatur nehmen ab, der Atem und die Verdauung verlangsamen sich. Der Körper nutzt die Zeit um eine Pause zu machen, sich zu erholen und zu regenerieren. Daher ist Schlaf überlebenswichtig, insbesondere in einem hektischen Alltag. Das Gehirn hat dann die Möglichkeit, den Stress und das Erlebte des Tages zu verarbeiten.

Der Körper arbeitet auch über Nacht – aber auf andere Art und Weise.

Während des gesamten Schlafprozesses sind Hormone aktiv: Melatonin, das bei Dunkelheit ausgeschüttet wird, signalisiert dem Körper seine Funktionen auf Sparflamme zu setzen. In der ersten Nachthälfte werden insbesondere Renin und Wachstumshormone gebildet, die jeweils wichtig für die Nierenfunktion und das Immunsystem sind. Das Stresshormon Kortisol nimmt zur gleichen Zeit ab und steigt erst wieder am Morgen. Da weniger Energie über Nacht verbraucht wird, sind Kapazitäten frei, um frisches Blut, Zellen und Eiweiß zu produzieren, sodass Muskeln und Gewebe wachsen können. Man schläft sich sprichwörtlich schön und gesund.

Außerdem auch wenn man in einer Art Bewusstlosigkeit fällt während des Schlafes und meistens nicht steuern kann, was im Inneren des Körpers vorgeht, ist das Gehirn über Nacht nicht untätig. Es repariert sich selbst und bildet neue Nervenverbindungen, um das am Tag gelernte und erlebte im Gedächtnis zu speichern.

Während der Nacht durchläuft der Mensch mehrere Schlafzyklen, die in fünf Schlafphasen unterteilt sind.

In der Schlafforschung wird der Schlafzyklus des Menschen genau unter die Lupe genommen. Dabei wird zwischen zwei Formen unterschieden: Es gibt Phasen des Non-REM-Schlafs und des REM-Schlafs. REM steht für den englischen Begriff „Rapid Eye Movement“ und beschreibt die schnellen Augenbewegungen unter den geschlossenen Lidern.

Das erste Stadium beschreibt den Übergang vom Wach­ zum Schlafzustand. Im nächsten Stadium schläft man tatsächlich ein, während man im dritten und vierten Stadium die Tiefschlafphase erreicht. Diese vier Phasen werden als Non-REM-Schlaf bezeichnet. Erst im fünften Stadium wird der REM-Schlaf, auch Tramphase genannt, erreicht, der etwa ein Viertel der Schlafdauer bei Erwachsenen ausmacht. Die geschlossenen Augen bewegen sich schnell und der Tag wird verarbeitet. Alle Schlafstadien zusammen werden Schlafzyklus genannt und dauern zwischen 70 und 110 Minuten. Je nach Schlafdauer hat man unterschiedlich viele Schlafzyklen pro Nacht. Den Wechseln zwischen Tiefschlaf-und Tramphase ist gut daran zu erkennen, dass die Körperfunktionen während Ersteres ruhig gestellt sind und das Gehirn während Letzteren sehr aktiv ist, was sich auch an den Körpervorgängen zeigt.

Das individuelle Schlafbedürfnis ist unterschiedlich.

Wie viel Schlaf braucht der Mensch dann tatsächlich? Als Normal und von Schlafforschern empfohlen werden sieben bis acht Stunden angesehen. Wie so oft, hängt die Beantwortung dieser Frage jedoch auch von individuellen Faktoren ab. Einerseits spielen Geschlecht, Jahreszeit oder das Alter eine Rolle. Tendenziell schlafen Frauen länger und das Schlafbedürfnis sinkt sowohl in warmen Monaten und steigendem Alter. Als Untergrenze werden in der Regel 6 Stunden pro Nacht befürwortet. Die 18 bis 25-jährigen sollten dabei maximal elf Stunden schlafen, während mit steigendem Alter der Wert auf zehn Stunden sinkt. Jenseits der 60 liegt die Empfehlung bei fünf bis neun Stunden pro Nacht. Bei diesen Menschen beeinflussen allerdings häufig altersbedingte Beschwerden die Schlafqualität. Anderseits wird angenommen, dass ein großer Teil des individuellen Schlafbedürfnisses auch genetisch bestimmt ist. Daher ist es oftmals auch keine Willens- oder Leistungsfrage. Kurz- und Langschläfer fühlen sich erst nach einer unterschiedlich langen Schlafdauer erholt. Der Zeitpunkt, wann man schlafen geht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Qualität des Schlafes ist wichtiger, als dass man vor z.B. Mitternacht ins Bett geht. Ausnahmen bestätigen allerdings auch hier mal wieder die Regel.

Nach einer OECD Studie schlafen die Deutschen im Mittel acht Stunden und zwölf Minuten, knapp unter dem länderübergreifenden Durchschnitt. Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse gab die Hälfte der Befragten aber an, nur sechs oder sieben Stunden pro Nacht zu schlafen. Problematisch wird es, wenn konstant zu wenig geschlafen wird, was auf jede vierte Person in Deutschland zutrifft.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es schwierig ist, eine exakte Schlafdauer festzulegen. Empfohlen werden sieben bis acht Stunden Schlafzeit pro Nacht. Wichtig ist es, dass die Schlafqualität stimmt und der Schlaf als erholsam empfunden wird.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.