29.11.2019
Health Insights
6 Minuten Lesezeit

So äußern sich die Wechseljahre bei Männern

Nur Frauen kommen in die Wechseljahre? Leider hat sich dieser Mythos nicht bestätigt: Es gibt auch Wechseljahre bei Männern. Doch die Wechseljahre bei Männern sehen ganz anders aus als die bei Frauen. Die wesentlichsten Unterschiede: bei Frauen beginnen die Wechseljahre meist plötzlich und klar definiert. Wechseljahre bei Männern sind eher ein schleichender Prozess, der meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr beginnt. Oft beginnen die Wechseljahre bei Männern aber schon um die 30. Die Symptome der Wechseljahre beim Mann sind meistens schwächer, da der ganze Prozess der abnehmenden Konzentration an Geschlechtshormonen viel schleichender vonstattengeht als bei Frauen. Während bei den Wechseljahren bei Frauen in erster Linie die Produktion des Hormons Östrogen vermindert wird, ist es bei Männern vor allem das Testosteron, das sinkt.

Erlebt der Mann Symptome

Schweißattacken, Schlafstörungen, starke sichtbare Alterung der Haut und der Körpers allgemein, Stimmungsschwankungen - von vielen Frauen gefürchtet. Müssen wir Männer uns auch auf solche Symptome vorbereiten? 

Die männlichen Sexualhormone, allen voran das Testosteron haben viele Funktionen im Körper. Dementsprechend verändert sich der Organismus in den Wechseljahren bei Männern. 

Sinkt der Testosteronspiegel, beginnen Männer damit, Bauchfett anzusetzen. Denn das Hormon hat einen Einfluss auf das Fettverteilungsmuster im Organismus. Das ist für viele Männer das erste Anzeichen dafür, dass Ihr Körper damit beginnt, sich zu verändern.

Dazu kommt, dass auch die Muskelmasse weniger wird, denn ein hoher Testosteronspiegel sorgt dafür, dass Du beim Training auch schön Muskeln aufbaust.

Doch mit den Muskeln und den männlichen Hormonen ist das so eine Sache. Denn bewegst Du Dich mehr, wachsen Dir mehr Muskeln und Du produzierst mehr männliche Hormone. Dadurch steigt der Anteil an Muskelmasse in Deinem Körper und der Kreislauf beginnt von vorne.

Doch viele Männer in den Wechseljahren bemerken an sich eine Müdigkeit, vor allem am Nachmittag. Auch Konzentrationsstörungen und ein Nachlassen der Belastbarkeit, können Anzeichen der Wechseljahre bei Männern sein. Das führt dazu, dass sie die gerade jetzt so notwendige Bewegung vermeiden.

Ein anderes Symptom betrifft etwa 20% aller Männer über 50, nämlich die Erektile Dysfunktion. Nicht nur, dass Dir passieren kann, dass Dein Schwert sich nicht mehr nach oben reckt, auch die Lust auf Sex nimmt bei vielen Männern ab. Das muss nicht sein, ist aber recht häufig.

Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass sich durch die Wechseljahre bei Männern sehr viel verändern kann. Das kann, vor allem wenn es Dich quasi „aus heiterem Himmel“ trifft, ganz schön auf die Psyche schlagen. 

Die meisten Männer entwickeln da so ihre Strategien. Zum Beispiel sich eine Neue, Jüngere suchen. Dass das Neue, Unbekannte bekanntlich den Reiz steigert, merkt Mann da tatsächlich - auch an der Libido. Aber der Rausch der Testosterone hält leider nicht auf Dauer. Denn irgendwann wird auch das heißeste Verhältnis einmal schal. 

Doch dann geht es wieder von neuem los mit den Erektionsproblemen und der Angst davor.

Kann ich überhaupt noch eine Erektion bekommen

Wenn Du an Dir Symptome feststellst, die auf die Wechseljahre bei Männern hindeuten, solltest Du Dich zunächst vertrauensvoll an Deinen Arzt wenden. Er kann Untersuchungen durchführen, die zunächst ausschließen, dass diese Symptome von anderen möglichen gesundheitlichen Problem herrühren. Das ist wichtig, denn so manches, harmlos wirkende Symptom kann eine schwere Krankheit ankündigen. 

Ist das alles bei Dir ausgeschlossen, wird Dein Arzt auch Deinen Testosteronspiegel bestimmen. Erst jetzt kann er mit Sicherheit sagen, dass dieser an Deinen Symptomen schuld ist. 

Anders als bei den Frauen bewirken die Wechseljahre bei Männern normalerweise nicht, dass die Testosteronproduktion komplett zum Erliegen kommt. Im Gegenteil, können die Testosteronwerte von Mann zu Mann, bei gleichem Alter, erheblich schwanken. 

Dass Dein Testosteronspiegel sinkt, ist aber noch lange kein Grund dafür, dass du nie mehr eine Erektion bekommen kannst. Vielmehr gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten, um Deinem kleinen Freund wieder zu alter Größe und Stärke zu verhelfen.

Du kannst sogar allerhand selbst tun, um Deine Hoden wieder dazu anzuregen, männliche Geschlechtshormone zu produzieren. Eine gute Ernährung, ausreichend Schlaf und viel Bewegung sind die Pfeiler einer solchen Maßnahme. 

Auch medikamentös kann Deinem Liebesstab wieder auf die Sprünge geholfen werden. Durch eine Hormonersatztherapie, die Dir Dein Arzt verschreiben kann. Aber auch durch potenzsteigernde Mittel. 

Kann ich noch Kinder bekommen?

Zu den Erektionsstörungen können sich auch Ejakulationsstörungen gesellen. Das heißt, die betroffenen Männer können nicht mehr oder nicht ausreichend abspritzen. Hast Du einen Kinderwunsch und bist betroffen, solltest Du Dich unbedingt Deinem Arzt anvertrauen. 

Die Wechseljahre bei Männern unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von Wechseljahren bei Frauen. Während Frauen, bei denen die letzte Regel versiegt ist, fortan auf natürlichem Weg keine Kinder mehr bekommen können, sind gesunde Männer ein Leben lang zeugungsfähig. Die Wechseljahre bei Männern gelten also nicht als zuverlässige Verhütungsmethode, ganz im Gegenteil.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.