7.11.2019
Health Insights
4 Minuten Lesezeit

Prostataentzündung nach Geschlechtsverkehr

Um kaum ein anderes Organ des männlichen Körpers ranken sich so viele Mythen wie um die Vorsteherdrüse. Die Prostata ist nur in etwa so groß wie eine Walnuss und befindet sich unterhalb der Harnblase und umschließt den Beginn der Harnröhre. Hier erfährst Du mehr über die Symptome, Diagnose und Verlauf einer Prostataentzündung.

Die Funktion der Prostata bei der Fortpflanzung

Die Aufgabe der Prostata ist es, ein Sekret herzustellen. Die wesentlichen Bestandteile dieses Sekrets sind PSA (Prostataspezifisches Antigen) und Spermin. Beide Stoffe helfen den Spermien dabei, erfolgreich eine Eizelle befruchten zu können. Denn ein ganz wesentlicher Faktor bei der Fortpflanzung ist, dass die Spermien beweglich und schnell sind. Deshalb macht PSA das Ejakulat dünnflüssiger, während Spermin die Beweglichkeit der Spermien verbessert. Doch die Prostata hat es in sich. Vor allem durch ein Bakterium, das natürlicherweise im Darm vorkommt, nämlich das Escherichia Coli Bakterium(E. coli) besteht die Gefahr, dass Du Dir eine Prostataentzündung einfängst. Aber auch andere Bewohner des Darms können eine Prostatitis auslösen. Zu ihnen gehören Enterokokken, Mykobakterien und Klebsiellen. Auch Geschlechtskrankheiten wie Tripper (Gonorrhö), Trichomadeninfektionen sowie Chlamydieninfektionen, gleich ob bei Dir oder deinem/deinen Sexualpartner/n können zu einer Prostataentzündung führen.

An diesen Symptomen erkennst Du eine Prostataentzündung

Im Alltag bemerkst Du die gesunde Prostata normalerweise gar nicht. Allerdings kann die entzündete Prostata sehr viele Schmerzen und andere Probleme hervorrufen. Vor allem Schmerzen im Bereich von Damm und Anus sind typisch für eine Prostataentzündung. 

Leidest Du unter einer Prostataentzündung, kann es auch passieren, dass Du keine Freude mehr daran hast, auf die Toilette zu gehen. Zu häufig hast Du Harndrang, und gehst Du dann, machen Dir Schmerzen das Wasserlassen zur Hölle. Das Gleiche kann Dir auch passieren, wenn Du mit Deiner Partnerin schläfst und kommst. Ein schwacher Harnstrahl, Fieber und Schüttelfrost können in schweren Fällen noch dazu kommen.

Doch der Geschlechtsverkehr ist geradezu ein Stichwort. Denn es kommt gar nicht so selten vor, dass sich Männer beim Verkehr mit Bakterien infizieren, die eine Prostataentzündung auslösen. 

Du kannst Dir aber auch über Erreger im Blut eine Prostataentzündung einfangen. Meist gehen spezielle Erreger von einer Blasen- oder Harnröhrenentzündung auf die Prostata über.

Diagnose

Hast Du bei Dir eines oder gleich mehrere der oben erwähnten Symptome festgestellt, solltest Du Dich schnellstens Deinem Urologen des Vertrauens vorstellen. Er wird Deine Prostata abtasten, aber auch eine Urinprobe sowie Dein Blut untersuchen. So kann er nicht nur schnell Deinen Verdacht bestätigen, sondern vor allem auch ausschließen, dass es sich um eine andere Krankheit handelt. Die Urin- und Blutprobe machen es ihm auch möglich, zu bestimmen, welcher Erreger bei Dir die Prostataentzündung ausgelöst hat. So kann er gezielt das richtige Antibiotikum auswählen.

Krankheitsverlauf

Gehst Du schon bei den ersten Beschwerden zum Arzt, wirst Du schnell bemerken, wie Deine Beschwerden unter der Behandlung schnell abklingen.

Besteht eine akute Prostataentzündung über mehr als drei Monate, sprechen Urologen von einer chronischen Prostataentzündung. Dabei genügt schon der Nachweis von Erregen im Urin, im Prostataexprimat (das gewinnt man, in dem man die Prostata massiert) oder auch im Ejakulat. Solch eine chronische Form verläuft oft weniger stark als eine akute. Dafür hast Du aber länger daran zu knapsen.

Prävention

Wie so oft bei Sex heißt es auch bei der Prävention einer Prostataentzündung: Safer Sex! Gerade wenn Du weißt, dass Dein/Deine PartnerIn eine sexuell übertragbare Krankheit hat, solltest Du Dich mit einem Gummi schützen. 

Auch Analsex kann, ob gesund oder nicht, zu einer Prostataentzündung führen. Davor schützt Dich auch keine Reinlichkeit und Hygiene. Benutze am besten spezielle Analkondome, die besonders reißfest sind. Sie schützen Dich und Deine/n PartnerIn am besten.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.