11.6.2019
Health Insights
4 Minuten

Mehr als nur Männerschnupfen. Die häufigsten Erkrankungen in der Männerwelt.

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Diesen Spruch hat vermutlich jeder Mann zu hören bekommen, wenn er sich als kleiner Junge wieder mal wehgetan hat. Damit wurde ihm schon von klein auf eingetrichtert, dass er stark sein muss und keine Schwäche zeigen darf. Und genau das ist ein Problem.

Was definiert Männergesundheit?

Die Gesundheit des Mannes definiert sich hauptsächlich über Stärke, Fitness und Leistung. Schwächen haben da keinen Platz. Dementsprechend geben viele Männer ihre Wehwehchen nicht zu und schlucken Schmerzen lieber runter, als sie öffentlich zu bekunden. Reden sie über Krankheiten oder zeigen sich schwach, werden sie schnell als „unmännlich“ abgestempelt. Dies gilt insbesondere für die Generationen, die vom Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit geprägt wurden. Schließlich war eine Krankheit nichts im Vergleich zu dem Leid, was der Krieg gebracht hatte.  

Auch die veraltete Rolle des Mannes als alleiniger Ernährer der Familie spielt eine Rolle in der Männergesundheit. Denn der Mann hat als Ernährer die Verantwortung stets Leistung zu bringen.

 

Die traditionelle Rollenerwartung kann ihm jedoch zum Verhängnis werden:

Sie hindert Männer daran, sich achtsam und aufmerksam gegenüber dem eigenen Körper zu verhalten. Selbst bei schlimmen Erkrankungen soll der Körper eines Mannes "funktionieren“, weshalb dieser schnell überlastet wird. Zusätzlich sind Männer eher dazu bereit, Risiken einzugehen und sie leben weniger gesundheitsbewusst als Frauen. Dass Männer eine geringere Lebenserwartung haben ist also kein Wunder.

Was macht Mann, wenn es dann doch mal richtig schlecht geht?

Selbst wenn es Männern sehr schlecht geht, scheuen viele das Wartezimmer. Zum Arzt gehen die meisten nur dann, wenn sie dazu gedrängt werden, zum Beispiel von ihrer Partnerin oder von ihrem Haus- oder Betriebsarzt. Anstelle des Arztes wenden sich viele Männer an Online-Beratungen und informieren sich in Online Foren. Auch Apotheken werden meist vor dem Arzt angesteuert. Dort wollen Männer zur Behandlung ihrer Beschwerden direkt entsprechende Medikamente kaufen. Noch einfacher sind Versandapotheken, welche Man(n) neuerdings immer lieber inAnspruch nimmt.

Was sind eigentlich die häufigsten Männererkrankungen?

 

Geschlechtsspezifische Probleme:

Prostatabeschwerden

Bei Prostataerkrankungen wird zwischen gutartigen Erkrankungen wie der Prostataentzündung oder der Prostatavergrößerung und bösartigen Erkrankungen, wie es das Prostatakarzinom ist, unterschieden. Das Prostatakarzinom ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes ab 45 Jahren - jedoch nicht die häufigste Todesursache. Trotz dieser hohen Frequenz sind Prostataprobleme immer noch ein Tabu-Thema.

Erektionsstörungen

Wenn es mit der Erektion nicht klappt, ist dies häufig ein Warnsignal des Körpers und der Psyche. Ursachen können neben Rauchen und Übergewicht auch psychische Belastungen wie Stress oder Depressionen sein. Umgekehrt kann eine Erektile Dysfunktion Hinweise auf eine Erkrankung wie Krebs oder Diabetes liefern. Männer mit Erektionsproblemen geraten außerdem schnell in einen Teufelskreis: Häufig machen es die Ängste zu versagen noch schwieriger, wieder zu „funktionieren“.

Alkohol: Leberkrankheiten und Unfälle

Viele Männer sind trinkfest: Sie trinken mehr und häufiger Alkohol als Frauen. Damit schaden sie insbesondere ihrer Leber. Zwischen 40 und 45 Jahren ist die alkoholische Leberkrankheit die häufigste Todesursache des Mannes. Mit dem Alkoholkonsum geht zusätzlich ein risikoreiches Verhalten einher – weshalb Männer noch häufiger in Unfälle verwickelt sind, als sie es sowieso schon durch Beruf oder den Straßenverkehr sind.

Krebserkrankungen

Lungenkrebs

Männer rauchen mehr als Frauen – eine Folge: Fast doppelt so viele Männer wie Frauen erkranken an Lungenkrebs. Zwischen 50 und 75 Jahren ist Lungenkrebs bei Männern die häufigste Todesursache.

Prostata- und Darm Krebs

Die Prostata- und Darmkrebsvorsorge nehmen viele Männer auf die leichte Schulter. Nur jeder Vierte geht regelmäßig zu den für Darmkrebs und Prostatakrebs empfohlen Vorsorgeuntersuchungen. Folglich werden viele Krebserkrankungen zu spät erkannt.

Herz-Kreislauferkrankungen

Viele Männer nehmen ab 30 Jahren schleichend Gewicht zu. 30 Jahre später hat bereits jeder zweite Mann eindeutig zu viel auf den Rippen. Das erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten und den gefürchteten Herzinfarkt. Herzinfarkte sind bei Männern zwischen 45 und 49 Jahren die häufigste Todesursache.

Also Männer: Gesundheitsbewusstsein und Vorsorge ist weder unmännlich noch schwach. Das bedeutet nicht raus aus der Kneipe und ab in die Smoothie-Bar, sondern: Setzt Euch mit Eurer Gesundheit auseinander und hört auf euren Körper! Sonst wird Eure „Stärke“ Eure größte Schwäche werden.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.