25.10.2019
Haarausfall
6 Minuten Lesezeit

Juckende Kopfhaut: Was kann ich dagegen tun?

„Nicht kratzen - waschen!“ So und so ähnlich lauten oft die Reaktionen, die Mitmenschen meinen verlauten lassen zu müssen, wenn sie sehen, dass sich ein Mann häufig am Kopf kratzt. Doch der Juckreiz ist des Schmerzes kleiner Bruder. Denn genau, wie Schmerzpatienten, haben Menschen mit juckende Kopfhaut viel zu leiden. Schlafmangel, Gereiztheit, Angst vor Ablehnung, Depressionen - die Folgen einer über Jahre juckende Kopfhaut, können sich vielfältig bemerkbar machen.

Woran kann es liegen

Doch woran kann es liegen, wenn Deine Kopfhaut immer und immer wieder juckt? Trotz regelmäßigem Waschen, speziellen Pflegeprodukten und Shampoos, kann Dir die juckende Kopfhaut das Leben schwer machen. 

Meist kommt es dann zu einem starken Juckreiz, wenn das Feuchtigkeits-Gleichgewicht Deiner Kopfhaut gestört ist. Denn dann wird dir natürliche Hautbarriere der Kopfhaut beschädigt. Dadurch wird sie durch lästige Für schädliche Stoffen. Solche rufen häufig winzig kleine Entzündungsherde hervor. Doch Entzündungen Haben fünf Kardinal-Symptome: Rötung, Schwellung und damit ein Spannungsgefühl, Juckreiz, beziehungsweise Schmerz, Einschränkung der Funktionsweise und Erwärmung. Doch was sind die Ursachen dieser Entzündungen?

Ursachen von juckender Kopfhaut

Trockene Kopfhaut: Trockene Kopfhaut neigt dazu, überempfindlich zu reagieren. Sie ist schneller von Entzündungen und Reizungen betroffen.

Schuppen, Seborrhoisches Ekzem: Oft treten Schuppen gepaart mit einem Hefepilz namens „Malassezia furfur“ auf. Eigentlich gehört er zur normalen Hautflora und so lange die Hautbarriere und das Abwehrsystem gesund sind, bleibt die Anzahl dieser Pilze in einem gesundheitlich förderlichen Maß. Ist die Haut jedoch durch Schuppen vorgeschädigt, sieht die Sache anders aus. Dann explodiert plötzlich die Anzahl der Pilze und Entzündungen (Seborrhoisches Ekzem) entstehen.

Was wiederum die Schuppen hervorruft, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Allerdings sind einige Faktoren erforscht, die das Entstehen von Schuppen begünstigen. Zum Beispiel Störungen bei der Funktion der Talgdrüsen. Diese kommen natürlich in Deiner Haut vor. Sie produzieren Talg, ein fettiges Sekret. Es verhindert, dass die Haut austrocknet und hält sie elastisch, geschmeidig und nicht zuletzt gesund. Ist die Talgproduktion jedoch gestört, wird entweder zu viel oder zu wenig dieses Feuchthaltesekrets hergestellt. Bei zu viel erscheinen Haut und Haare ölig und fettig. Ist es eher zu wenig, wird die Haut trocken und empfindlich. Sie schuppt sich leicht und wird anfällig für weitere Krankheiten.

Mediziner haben festgestellt, dass die Parkinsonsche Krankheit, also die Schüttellähmung bei Männern häufig mit Schuppen einhergeht. Auch die männlichen Geschlechtshormone stehen unter Verdacht, Schuppen zu fördern. Das gleiche gilt für ein allgemein geschwächtes Abwehrsystem. Stress und eine genetische Veranlagung können auch die Entwicklung von Schuppen fördern.

Allergische Reaktionen

Genau wie alle anderen Partien Deiner Haut allergische Reaktionen entwickeln können, kann auch Deine Kopfhaut empfindlich auf die verschiedensten Stoffe reagieren. Entzündungen und juckende, schmerzende Kopfhaut sind die Folge.  

Dermaphytose (Tinea capitis), Pilzerkrankungen

Pilzerkrankungen können alle Bereiche des Körpers und vor allem auch die verschiedenen Hautarten befallen. Neben den Schleimhäuten, sind auch die Hautbereiche häufig betroffen, die keratinhaltige Strukturen ausbilden. Also die Bereiche, an denen Nägel oder Haare wachsen. Treten sie am Kopf auf, spricht man auch von Tinea capitis. Auslöser beim Menschen sind meist folgende Pilze: Trichophyton, Epidermophyton und Microsporum. 

Kopfläuse

Ungeziefer, allen voran die Kopfläuse, sind altbekannte Auslöser einer juckenden Kopfhaut. Kein Wunder, ernähren sich die Parasiten doch von Menschenblut. Dazu beißen sie sich in der Kopfhaut fest und saugen das Blut aus. Zum Glück sind die Tiere mit dem bloßen Auge zu erkennen. Ist Dir zu Ohren gekommen, dass in Deinem Umfeld Läuse aufgetreten sind, solltest Du Dich und Deine Familienmitglieder unbedingt regelmäßig auf die lästigen Blutsauger untersuchen (lassen). 

Reste von Pflegeprodukten

Nicht alle Pflegeprodukte bringen den erwünschten Effekt. Einige davon sind sogar recht aggressiv in ihrer Wirkung und sollten deshalb nicht lange auf Deiner Kopfhaut verbleiben. Spüle dementsprechend alle Pflegeprodukte gründlich mit klarem Wasser aus, um zu verhindern, dass sie Juckreiz auf Deiner Kopfhaut auslösen.

Neurodermitis (Atopisches Ekzem)

Hast Du eine Neurodermitis am Kopf, ist es wahrscheinlich, dass es Dich besonders hart trifft. Zum Juckreiz auf der Kopfhaut kommt oft noch teilweiser Haarausfall, sowie regelrechte Schmerzen beim Kämmen und jeder Art von Berührung an der Kopfhaut dazu. Jede Art von Styling (Dauerwellen, Färben, Tönen, Fönen etc.) ist meist komplett nicht angezeigt. Zu groß ist die Gefahr, dass sich der Zustand Deiner Kopfhaut dadurch dramatisch verschlechtert. Selbst Stress oder der Aufenthalt in einem zu warmen Klima, kann für die Situation Deiner Kopfhaut verheerende Folgen haben. 

Was kann ich gegen juckende Kopfhaut machen?

Hast Du juckende Kopfhaut, ist es wichtig, zunächst erst einmal herauszufinden, durch was diese verursacht ist. Der Gang zu einem Hautarzt ist da Pflicht. Denn nur, wenn Du weißt, was die juckende Kopfhaut ausgelöst hat, kannst Du ganz gezielt dagegen ankämpfen.

Verträgst Du bestimmte Pflegeprodukte nicht, darfst Du sie nicht mehr verwenden, sondern solltest zu besser verträglichen Produkten wechseln. Parasiten und Pilze können meist, recht schnell ausgemerzt werden, so dass sich Deine Kopfhaut schon nach kurzer Zeit wieder erholen können. Durch welche Maßnahmen das am besten geht, wird Dir Dein Hautarzt verraten. Er ist auch der richtige Ansprechpartner für alle anderen Probleme, die bei Dir die juckende Kopfhaut auslösen können. 


Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.