13.4.2019
Erektile Dysfunktion
4 Minuten Lesezeit

Ist eine Erektile Dysfunktion ein normaler Teil vom älter werden?

Das Risiko dauerhaft an Erektiler Dysfunktion (ED) zu leiden nimmt nach verschiedenen Studien mit zunehmenden Alter zu. Tritt aber eine Erektile Dysfunktion zwangsläufig auf und kann man präventiv etwas dagegen unternehmen?

Mit zunehmendem Alter nehmen Probleme mit der Sexualität zu. Neben dem normalen Alterungsprozess spielen dabei sowohl akute als auch chronische Erkrankungen eine Rolle. Da viele dieser Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Adipositas, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus unter modifizierbare Risikofaktoren fallen, kann ihnen aktiv entgegen gewirkt werden.  

Veränderungen im Rahmen des normalen Alterungsprozesses

Verschiedene Gründe führen zu einer Verschlechterung der Erektilen Funktion im Alter.

Hormonelle Veränderungen wie ein abfallender Testosteronspiegel treten im Alter regelmäßig auf. Meist ist dieser Abfall aber sehr langsam und macht sich erst zu einem späteren Zeitpunkt bemerkbar. Da Testosteron auf verschiedenen Ebenen für die erektile Funktion wichtig ist, ist bei niedrigen Testosteronspiegel mit ED zu rechnen.

Veränderungen des Endothels, der inneren Schicht von Blutgefäßen, kann ebenfalls die Entstehung der Erektilen Dysfunktion fördern. Normalerweise wird aus dieser inneren Schicht der Gefäße bei sexueller Erregung Substanzen wie Stickstoffmonoxid (NO) freigesetzt. Liegt aber NO nicht mehr vor, kommt es nicht zu einer suffizienten Füllung der Schwellkörper des Penis und damit nicht zur Erektion. Die bekanntesten Medikamente gegen ED – die PDE 5 Hemmer wie Sildenafil – greifen genau in diesen Stoffwechsel ein.

Zusätzlich nimmt die Zahl der glatten Muskelzellen der Schwellkörper mit zunehmendem Alter ab. Stattdessen ist vermehrt nicht kontraktiles Bindegewebe zu finden. Hierdurch kommt es letztlich zu einer verminderten Füllung der Schwellkörper und gleichzeitig ausbleibenden Kompression der abfließenden Venen, weshalb eine Erektion nicht aufrechterhalten werden kann.

Sowohl hormonelle Veränderungen als auch Veränderungen am Endothel und glatten Muskelzellen können durch Lifestyle Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus, Rauchen und Adipositas verstärkt werden. Der hierdurch erhöhte oxidative Stress sowie generalisierte Entzündung greifen in alle drei Veränderungen ein und verstärken sie.

Erektile Dysfunktion und Medikamente

Mit zunehmenden Alter nimmt die Einnahme von Medikamenten zu. Da einige Medikamente zu Erektiler Dysfunktion führen oder eine ED verstärken können, ist hier besondere Vorsicht geboten. Bevor allerdings ein Medikament abgesetzt oder gewechselt wird, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Antihypertensiva z. B. HCT

Antidepressiva z. B. SSRI

Antipsychotika z. B. Haloperidol

Antiandrogene z. B. GnRH Agonisten und Antagonisten

Antihistaminika z. B. Cetirizin, Dimetinden

Substanzmissbrauch z. B. Marijuana, Kokain, Alkohol, Schmerzmittel, Steroide

Behandlung der Erektilen Dysfunktion älterer Männer

Die Behandlungsmöglichkeiten der Erektilen Dysfunktion älterer Männer unterscheiden sich nicht stark von der Therapie junger Männer. Da viele Aspekte der Erektilen Dysfunktion mit Lebensstilfaktoren zusammenhängen, gehört zu einer effektiven Behandlung die Modifikation dieser Risikofaktoren wie Gewichtsabnahme, Rauchentwöhnung und verstärkte sportliche Aktivität. Neben der Verbesserung des kardiovaskulären Risikos führen die genannten Maßnahmen auch zu einem Anstieg des freien Testosterons.

Auch für ältere Menschen können PDE 5 Hemmer Mittel der Wahl sein, obwohl diese teilweise etwas schlechter wirken als bei jungen Menschen. Spezieller Fokus sollte auf einer guten Medikamentenanamnese liegen, da häufig viele verschiedene Medikamente eingenommen werden und es so zu gefährlichen Interaktionen kommen kann und manche Medikamente zu Erektiler Dysfunktion führen können.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.