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Erektile Dysfunktion

Sind Erektionsstörungen im Alter normal?

Erektile Dysfunktion

Zahlreiche Studien zeigen: Das Risiko an Erektionsstörungen zu leiden nimmt mit dem Alter zu. Sexuelle Schwäche im Alter ist jedoch kein Muss - denn mit den richtigen Vorbeugemaßnahmen und Behandlungsansätzen können sogar spontane Erektionen im Alter erreicht werden.

Autor:
Tabea Lange
Geprüft von:
Aktualisiert:
29.4.2020
Altes Ehepaar schaut aufs Meer | Katarzyna Grabowska - Unsplash
Altes Ehepaar schaut aufs Meer | Katarzyna Grabowska - Unsplash

dabei nicht als Ursache zu betrachten: Vielmehr bringt das Altern verschiedene Risikofaktoren für Erektionsprobleme mit sich. Dazu gehören zum Beispiel chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, hormonelle Veränderungen und eine geringere körperliche Belastbarkeit. Doch keine Angst: Erektionsstörungen im Alter sind behandelbar und können etwa durch einen gesunden Lebensstil vorgebeugt werden.

Erektionsstörungen beim Mann im Alter

Dass die Erektionsfähigkeit mit dem Alter nachlässt, konnte bereits in zahlreichen Studien belegt werden¹. Doch in welchem Alter werden Männer impotent bzw. ab welchem Alter kommt es gehäuft zu Erektionsstörungen?  

Während sich Männer um die 20 an der Spitze ihrer sexuellen Leistungsfähigkeit befinden, beginnt die Erektionskraft bei Männern um die vierzig bereits zu schwinden... So kämpft bereits mehr als die Hälfte der Männer über 50 Jahren mit Erektionsproblemen.² Dabei ist das Risiko einer Erektilen Dysfunktion bei Männern zwischen 50 und 90 10 mal größer als bei Männern unter 50.³ 

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Potenzprobleme mit 50, Erektionsprobleme mit 60 - diese Zustände scheinen der Norm zu entsprechen. Das ist jedoch ein Trugschluss! So kann sich noch jeder Vierte Mann über 80 Jahre an funktionierenden Erektionen erfreuen.


Die zurückgehende Erektionsfähigkeit ist nicht auf das Alter selbst zurückzuführen. Vielmehr steigt mit zunehmendem Alter auch die Prävalenz, an Erkrankungen oder Zuständen zu leiden, die Erektionsstörungen bedingen können.

Potenzprobleme mit 40? Damit bist Du nicht allein. Denn mit 40 Jahren beträgt die Wahrscheinlichkeit an Erektionsstörungen zu leiden bereits 40%. Danach steigt das Risiko alle 10 Jahre um weitere 10% an. So zeigen sich Potenzprobleme mit 50 Jahren bereits bei 50%, Erektionsprobleme mit 60 Jahren bei 60% usw…⁴

Häufigkeit von Erektionsstörungen im Alter
Abbildung 1: Häufigkeit von Erektionsstörungen im Alter

Sex im Alter: Statistik

Die Sexualität und das Verlangen nach Sex verändert sich mit zunehmendem Alter. Diese Veränderung wurde in einer Studie von Bucher, Hornung und Buddenberg (2003) untersucht und in einer Statistik festgehalten.⁵

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl der Wunsch nach Geschlechtsverkehr als auch der tatsächlich erlebte Geschlechtsverkehr mit zunehmendem Alter abnehmen.

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Lust auf Sex im Alter: Statisik
Das sexuelle Interesse verändert sich bei Männern mit zunehmendem Alter kaum bis gar nicht. Erst ab 75 Jahren nimmt der Wunsch nach Geschlechtsverkehr ab - sinkt dann aber innerhalb kurzer Zeit um nahezu 50%. Dabei zeigt sich jedoch in den Ergebnissen bei Männern eine starke Varianz, also eine Diskrepanz zwischen denen, die auch im hohen Alter noch Lust auf Sex haben, und denen, die nur noch wenig Lust haben, zu erkennen.⁷


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Sexualität im Alter: Statistik
Männer haben mit zunehmendem Alter weniger Sex: Während Zärtlichkeiten mit dem Alter zunehmen, werden sexuelle Aktivitäten wie Petting und Geschlechtsverkehr immer seltener. Sexuelle Inaktivität kommt jedoch insbesondere bei Männern nur sehr selten vor. So sind nur 6% der Männer unter 75 sexuell inaktiv; über 75 Jahren sind es jedoch schon 20%.

Ab wann spricht man von Erektionsstörungen im Alter?

Wer einmalig oder gelegentlich keine Erektion bekommen kann, hat noch lange keine erektile Dysfunktion. Von dieser wird nämlich erst gesprochen, wenn man(n) innerhalb von 3 Monaten in den meisten Situationen des sexuellen Kontaktes keine ausreichende Erektion bekommt. 

Das passiert (meistens) nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich schleichend.

So wird die Erektion von Zeit zu Zeit schwächer oder es bedarf einer längeren und stärkeren Stimulation, bis der Penis einsatzbereit ist. Auch die benötigte Pausenzeit, bevor in eine zweite Runde gestartet werden kann, dehnt sich zunehmend aus. Wie auch immer sich die Erektionsstörung einschleicht: Die meisten betroffenen Männer brauchen ihre Zeit, bis sie realisieren, dass ihr bestes Stück nicht mehr so funktioniert wie früher.

Folgen Erektionsstörungen im Alter

Auch im Alter können Erektionsstörungen an der Psyche knabbern: Denn das eigene körperliche Versagen führt vielen Männern den Abbauprozess des eigenen Körpers und das rasante Altern vor Augen. Die Folge können Unzufriedenheit mit sich selbst und dem eigenen Körper, Ängste vor der Zukunft und Depressionen sein. Auch die Beziehung kann unter plötzlichen Erektionsproblemen leiden. Insbesondere Frauen im Alter beziehen die Erektionsprobleme des Mannes schnell auf sich selbst und ihr Äußeres - Vermutungen wie “Findet er mich nicht mehr attraktiv genug?” oder “Bin ich ihm zu alt?” können selbst die stärksten Beziehung belasten.

Erektionsstörungen im Alter: Ursachen

Für die Abnahme der Erektionsfähigkeit im Alter gibt es verschiedene Gründe. Das Alter selbst stellt dabei keine Ursache für Erektionsstörungen dar, sondern korreliert lediglich mit Erektiler Dysfunktion. Der Grund: Im Alter verändert sich der Körper - der Hormonhaushalt stellt sich um, man wird anfälliger für Krankheiten, man nimmt mehr Medikamente ein usw... All diese Variablen beeinflussen die Erektionskraft des Mannes. Dabei sind nach einer Studie rund 10-20% der Erektionsstörungen psychologisch und 80-90% organisch bedingt.⁸

Der körperliche Alterungsprozess

Mit dem Alter verändert sich der gesamte Körper - davon bleibt auch das beste Stück des Mannes nicht verschont. Ursachen für die Veränderungen sind zum Beispiel veränderte Stoffwechselvorgänge.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der glatten Muskelzellen der Schwellkörper sowie die Elastizität des penilen Bindegewebes ab. Gleichzeitig steigt die Menge an kontraktilen Bindegeweben. Dadurch kann weniger Blut in die Schwellkörper fließen und gleichzeitig fließt mehr Blut aus den Schwellkörpern ab - die maximale Durchblutung des Penis wird also geringer. Die Folge: Die Erektion wird schwächer und kann nicht mehr so lange aufrechterhalten werden. Erkrankungen, die im Alter zunehmen, etwa Diabetes mellitus, verstärken diesen Prozess.

Mit dem Alter verändern sich auch die Endothelzellen⁹. Dabei handelt es sich um die innere Schicht der Blutgefäße, welche normalerweise bei sexueller Erregung Substanzen wie Stickstoffmonoxid freisetzen. Ist diese Funktion eingeschränkt, wie es im hohen Alter häufig der Fall ist, kommt es auch nicht mehr zu einer suffizienten Füllung der Schwellkörper des Penis. Damit wird der Penis weniger hart und es kann zu erektiler Dysfunktion kommen.

Gut zu wissen: Die bekanntesten Medikamente gegen Erektile Dysfunktion – die PDE 5 Hemmer wie Sildenafil – greifen genau in diesen Stoffwechsel ein.

Einfluss der Hormone auf die Erektion

Eine der Ursachen für Impotenz im Alter ist der sich mit dem Alter verändernde Hormonhaushalt des Mannes. Besonders relevant ist dabei der Testosteronspiegel. Dieser reduziert sich bei einem durchschnittlichen Mann ab dem 30. Lebensjahr um circa 1% jährlich.¹⁰ Das geht meist sehr langsam vonstatten und macht sich erst zu einem späteren Zeitpunkt bemerkbar - zum Beispiel in Form einer erektilen Dysfunktion. Denn Testosteron ist auf verschiedenen Ebenen wichtig für unbeeinträchtigte sexuelle Fähigkeiten sowie die Lust auf Sex. Veränderungen, die durch ein Testosterondefizit bedingt werden, sind zum Beispiel¹¹:

➜ neurogene Schädigungen

➜ Reduktion des Anteils kavernöser Muskelzellen im Verhältnis zum Bindegewebe

➜ Verschiebung des Verhältnisses Muskelmasse–Körperfett

➜ Nachlassen der Libido

➜ Zunahme von Herz-Kreislauf-Veränderungen

Erektionsstörungen als Nebenwirkung anderer Erkrankungen

Wie bei jungen Menschen auch, können bestimmte Erkrankungen Erektionsstörungen bedingen. Der Clou: Die meisten dieser Risiko-Erkrankungen tauchen im Alter deutlich häufiger oder verstärkt auf. Entsprechend kann auch eine Verbindung zwischen organisch bedingten Erektionsstörungen und dem Alter verknüpft werden. Beispiele für solche Erkrankungen sind:

✔ Diabetes¹²

✔ Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose)¹³

✔ Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z.B. Bluthochdruck

✔ Leber– oder Nierenleiden

✔ Nervenerkrankungen

✔ Neurologische Erkrankungen, z.B. Multiple Sklerose, Parkinson

✔ Operationen im Beckenbereich

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Erektionsstörungen und Prostataerkrankungen
Erkrankungen der Prostata, etwa eine vergrößerte oder chronisch entzündete Prostata, sind selten die direkte Ursache einer erektilen Dysfunktion. Der Grund? Die Erektionsnerven dehnen sich normalerweiser nicht bis zur Prostata aus. Trotzdem ist es nicht auszuschließen, dass Prostataerkrankungen zu Erektionsstörungen beitragen. .


Erektile Dysfunktion im Alter durch Medikamente

Mit zunehmendem Alter nimmt im Normalfall auch die Anfälligkeit für chronische Erkrankungen und die Einnahme von Medikamenten zu. Da einige Medikamente zu Erektiler Dysfunktion führen oder eine ED verstärken können, ist hier besondere Vorsicht geboten. Bevor allerdings ein Medikament abgesetzt oder gewechselt wird, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Medikamente, die Erektile Dysfunktion bedingen können, sind zum Beispiel:

✔ Antihypertensiva z. B. HCT

✔ Antidepressiva z. B. SSRI

✔ Antipsychotika z. B. Haloperidol

✔ Antiandrogene z. B. GnRH Agonisten und Antagonisten

✔ Antihistaminika z. B. Cetirizin, Dimetinden

✔ Substanzmissbrauch z. B. Marijuana, Kokain, Alkohol, Schmerzmittel, Steroide

Schwache Beckenbodenmuskulatur im Alter

Mit zunehmendem Alter bauen Muskeln schneller ab und es wird immer schwerer, Muskeln aufzubauen. Das gilt auch für den Potenzmuskel des Mannes - die Beckenbodenmuskulatur. Schlechte Nachrichten für das beste Stück des Mannes, denn eine schwache Beckenbodenmuskulatur geht mit einer reduzierten Erektionsfähigkeit einher.¹⁴

Erektion als Spiegel des Lebensstils

Der persönliche Lebensstil hat starken Einfluss auf die Potenz. Lebt man(n) sein Leben lang ungesund, leidet die Gesundheit darunter und es kann verstärkt zu Erkrankungen kommen, die Erektile Dysfunktion bedingen. Beispiele sind Rauchen und Alkoholkonsum: Werden diese Verhaltensweisen über die Lebensspanne hinweg gezeigt, ist das Risiko, im Alter an Impotenz zu erkranken, deutlich erhöht. Dasselbe gilt für eine ungesunde Ernährung, ein Mangel an Bewegung und Übergewicht.

Der Sexualtrieb nimmt im Alter ab

Auch im höheren Lebensalter wird Sexualität von den meisten Menschen als wichtige Quelle von Vitalität, Wohlbefinden und Partnerbezug gesehen¹⁵. Trotzdem können der Antrieb und die Lust auf Sex mit zunehmendem Alter abnehmen ab. Gründe dafür können die hormonellen Veränderungen und der niedrige Testosteronspiegel sein. Auch der körperliche Kraftverlust und chronische Erkrankungen können die Lust auf Sex im Alter einschränken. Gleichzeitig kann die Veränderung des Körpers entgegen des Schönheitsideals das Selbstbewusstsein im Bett hemmen.

Eine Studie hat gezeigt, dass das sexuelle Interesse zunächst allmählich absinkt und sich erst ab 75 Jahren stark verringert. Dabei ist bei Männern eine starke Diskrepanz zwischen denen, die auch im hohen Alter noch Lust auf Sex haben, und denen, die nur noch wenig Lust haben, zu erkennen. Männer, die ihre sexuelle Lust im Alter komplett verlieren, gibt es nahezu gar nicht.¹⁶

Erektionsprobleme im Alter: Wann zum Arzt

Unabhängig vom Alter sollte man(n) bei Erektionsstörung stets einen Arzt - am besten einen Urologen - aufsuchen. Leider neigen insbesondere ältere Männer dazu, die Erektionsprobleme als gegeben zu betrachten. Schuld daran sind meist die Schamgefühle und Hemmungen, einen Arzt mit den Erektionsstörungen zu konfrontieren. Diese Hemmungen können jedoch fatal sein. Denn Erektionsprobleme im Alter können nur ein Symptom von tiefergehenden Erkrankungen darstellen. Außerdem gilt bei der Behandlung von Erektionsstörungen: Je früher desto besser! 

Die Hemmungen, einen Arzt aufzusuchen, sollten also unbedingt überwunden werden. Eine einfache Möglichkeit ist die Online-Diagnose, wie sie von Spring angeboten wird. Hier kann man ganz anonym eine Diagnose erhalten und eine Behandlung einleiten. Denn bitte vergiss nicht: Erektile Dysfunktion ist auch im hohen Alter heilbar!

Was hilft gegen Erektionsstörungen im Alter?

Die Behandlungsmöglichkeiten der Erektilen Dysfunktion älterer Männer unterscheiden sich nicht stark von der Therapie junger Männer. Wichtig ist jedoch besonders im hohen Alter ein positives Mindset, Motivation und die Offenheit für neue medikamentöse und mechanische Lösungen. Gleichzeitig ist bei der Behandlung von Erektionsproblemen im Alter Vorsicht geboten und die Einnahme von Medikamenten sowie bestehende Vorerkrankungen müssen unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Potenzpillen für eine starke Erektion

Auch für ältere Menschen können PDE 5 Hemmer - wie etwa Sildenafil oder Tadalafil - Mittel der Wahl sein. Diese wirken zwar teilweise etwas schlechter als bei jungen Menschen, können aber trotzdem selbst in hohem Alter zu einer prächtigen Erektion verhelfen. Voraussetzung ist dabei eine intakte Nervenversorgung des Penis - sonst können selbst die besten Pillen keine Erektion bewirken.

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Sildenafil: Einnahme und Dosierung
Sildenafil wird in der Regel eine Stunde vor dem beabsichtigten Geschlechtsverkehr eingenommen. Besonders ältere Menschen müssen die Dosis beachten: Hier sollte mit der Mindestdosis von Sildenafil 25 mg begonnen werden und eine Erhöhung - wenn überhaupt - nur unter ärztlicher Absprache stattfinden! Zusätzlich kann der Wirkstoff für das Training des Schwellkörpers in einer Dosis von 25 mg täglich vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Dadurch kann der Degeneration des Schwellkörpers entgegengewirkt werden.

❗Achtung: Nebenwirkungen und Kontraindikationen!

Gerade bei älteren Menschen sollte bei der medikamentösen Behandlung der Fokus auf einer guten Medikamentenanamnese liegen. Da im Alter häufig viele verschiedene Medikamente eingenommen werden, können nur so gefährliche Wechselwirkungen mit den Potenzpillen verhindert werden. 

Auch das Vorhandensein von Vorerkrankungen sollte vor der Einnahme von Potenzpillen unbedingt geprüft werden. Denn bei einigen Erkrankungen, zum Beispiel bei Bluthochdruck, können Wirkstoffe wie Sildenafil gefährlich werden und etwa zu Herz-Kreislauf-Problemen führen.

Hilfsmittel bei Erektionsproblemen im Alter

Neben medikamentösen Hilfsmitteln wie Viagra und Co. gibt es auch mechanische Lösungen für Erektionsstörungen auf dem Markt:

➀ Der Penisring

Stülpe den Penisring an den Anfang des Penisschafts. Dort verringert er durch Druck den Blutabfluss aus dem Penis. Die Folge: Das Blut staut sich im Penis, die Erektion wird härter und bleibt für längere Zeit bestehen.

Der Haken: Damit der Penisring hilft, muss erstmal Blut in das Glied laufen. 

Ergo: Der Penisring hilft nur bei leichten bis mittelschweren Erektionsproblemen.

➁ Die Penispumpe

Die Penispumpe (mechanische Vakuumpumpe) sorgt dafür, dass der Penis erigiert. Zusammen mit dem Penisring kann so eine Erektion entstehen und bestehen bleiben!

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Notlösungen
In sehr schweren Fällen einer Erektionsstörung kann man(n) die Schwellkörperinjektionstherapie in Erwägung ziehen. Dabei werden durchblutungsfördernde Mittel direkt in die Schwellkörper gespritzt. Eine andere Therapiemöglichkeit ist die Implantation einer Schwellkörperprothese. Dies sollte allerdings das letzten Mittel der Wahl sein - insbesondere, da Operationen bei älteren Menschen immer ein Risiko darstellen!

Training für eine bessere Erektionsfähigkeit

Das gezielte Training des Beckenbodens und somit des Potenzmuskels kann helfen, die Erektionsfähigkeit nachhaltig zu verbessern (LINK SEXRATGEBER). Hilfreich kann außerdem das Training mit einer Penis- bzw. Vakuumpume sein (LINK PENISPUMPE ARTIKEL).

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Die besten Sexstellungen bei Rückenschmerzen
Kein Sex mehr bei Rückenschmerzen? - Falsch! Wenn Du die richtigen Stellungen kennst, kannst Du trotz Schmerzen im Rücken Spaß im Bett haben:

➜ Du hast Schmerzen beim Vorbeugen? Dann probier doch mal Sex im Doggystyle oder in Löffelschenstellung aus.

➜ Du hast Schmerzen, wenn Du Dich nach hinten beugst? Hier eignet sich die Missionarsstellung am besten.


Ein Positives Mindset über Sexualität im Alter

Sex ist im Alter zwar anders – aber nicht schlechter! Sieh doch mal die positiven Dinge

Du kannst das Thema Verhütung vergessen und endlich mal so richtig loslassen.

Sei sinnlich, zärtlich und gefühlvoll. Du brauchst keinen wilden, harten Sex zu haben, um Spaß im Bett zu haben.

Du hast jede Menge Erfahrung und weißt genau, was Dir und Deiner Partnerin gefällt. Mach Dir dieses Wissen zu Nutze!

Erektionsprobleme im Alter: Partner(in) einbeziehen

Egal wie alt man ist oder wie lange man schon in einer Partnerschaft lebt: Eine Erektionsstörung ist für jede Beziehung belastend. Deshalb ist es sehr wichtig, offen mit dem Thema umzugehen und mit der Partnerin über den weiteren Weg zu sprechen. Dabei solltest Du Vorwürfe vermeiden und aufpassen, dass Deine Partnerin nicht das Gefühl bekommt, die Erektionsprobleme lägen an ihr. Denn insbesondere im Alter kämpfen Frauen so wie Männer mit ihrem veränderten Aussehen und dem Gefühl, nicht mehr attraktiv zu sein. Gemeinsames Verständnis und Respekt sind hier also das A und O. Wenn das nicht funktioniert, kann eine Paartherapie sinnvoll sein. 

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Zeit und Raum für Sex
Besonders im Alter sollte man sich genügend Zeit und Raum für Sex nehmen. Denn bei körperlichen Einschränkungen ist ein Quickie oder wilder, harter Sex meist nicht mehr möglich. Stattdessen sollte man den Liebesakt geduldig und gelassen angehen und den Fokus von Performance auf Intimität verschieben.¹⁷

Sexuelle Schwäche im Alter vorbeugen

Wer bereits in jungen Jahren auf einen gesunden Lebensstil achtet, senkt nicht nur die Wahrscheinlichkeit im Alter an einer Erektionsstörung zu leiden, sondern beugt auch schwerwiegenden Erkrankungen vor. 

Du hast Deine Gesundheit etwas schleifen lassen? Keine Angst, es ist noch nicht so spät: Auch wenn Du schon ein gewisses Alter erreicht hast, kann eine Umstellung des Lebensstils wesentlich zu einer Rückgewinnung der Erektionsfähigkeit beitragen. Das passiert natürlich nicht über Nacht - nach einigen Wochen oder Monaten können jedoch bereits erste Verbesserungen eintreten. Die wichtigsten Aspekte bei einer Umstellung des Lebensstils sind:

✔ Regelmäßige Bewegung (Ausdauertraining und Muskelaufbau)

✔ gesunde und ausgewogene Ernährung

✔ Verzicht auf Alkohol, Nikotin und weitere Drogen

✔ Vermeiden von Stress

✔ genügend Schlaf

✔ Regelmäßiges Training der Beckenbodenmuskulatur (LINK)

✔ das Wahrnehmen von Vorsorgeuntersuchungen

Quellenangaben

¹Braun, M., Klotz, T., Reifenrath, B., Mathers, M., Wassmer, G., Schoenenberger, A., & Engelmann, U. (2000). Die Prävalenz von männlichen Erektionsstörungen in Deutschland heute und in der Zukunft. Aktuelle Urologie, 31(05), 302-307.

²https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5313305/

³Shabsigh, R., Perelman, M. A., Lockhart, D. C., Lue, T. F., & Broderick, G. A. (2005). Health issues of men: prevalence and correlates of erectile dysfunction. The Journal of urology, 174(2), 662-667.

⁴Ferrini, M. G., Gonzalez-Cadavid, N. F., & Rajfer, J. (2017). Aging related erectile dysfunction—potential mechanism to halt or delay its onset. Translational andrology and urology, 6(1), 20.

⁵Braun, M., Klotz, T., Reifenrath, B., Mathers, M., Wassmer, G., Schoenenberger, A., & Engelmann, U. (2000). Die Prävalenz von männlichen Erektionsstörungen in Deutschland heute und in der Zukunft. Aktuelle Urologie, 31(05), 302-307.

⁶Bucher, T., Hornung, R., & Buddeberg, C. (2003). Sexualität in der zweiten Lebenshälfte. Zeitschrift für Sexualforschung, 16(03), 249-270.

⁷Bucher, T., Hornung, R., & Buddeberg, C. (2003). Sexualität in der zweiten Lebenshälfte. Zeitschrift für Sexualforschung, 16(03), 249-270.

⁸https://www.webmd.com/erectile-dysfunction/guide/ed-psychological-causes

⁹https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-9240/pdfa-1b-rgb.pdf

¹⁰McBride, J. A., Carson III, C. C., & Coward, R. M. (2016). Testosterone deficiency in the aging male. Therapeutic advances in urology, 8(1), 47-60.

¹¹Brandenburg, U., Sperling, H., Hartmann, U., Truß, M. C., & Stief, C. (2002). Sexualität im Alter. Der Urologe A, 41(4), 346-349.

¹²Maiorino, M. I., Bellastella, G., & Esposito, K. (2014). Diabetes and sexual dysfunction: current perspectives. Diabetes, metabolic syndrome and obesity: targets and therapy, 7, 95.

¹³Tsujimura, A., Hiramatsu, I., Aoki, Y., Shimoyama, H., Mizuno, T., Nozaki, T., ... & Horie, S. (2017). Atherosclerosis is associated with erectile function and lower urinary tract symptoms, especially nocturia, in middle-aged men. Prostate international, 5(2), 65-69.

¹⁴Dorey, G., Speakman, M., Feneley, R., Swinkels, A., Dunn, C., & Ewings, P. (2004). Randomised controlled trial of pelvic floor muscle exercises and manometric biofeedback for erectile dysfunction. Br J Gen Pract, 54(508), 819-825.

¹⁵Brandenburg, U., Sperling, H., Hartmann, U., Truß, M. C., & Stief, C. (2002). Sexualität im Alter. Der Urologe A, 41(4), 346-349.

¹⁶Bucher, T., Hornung, R., & Buddeberg, C. (2003). Sexualität in der zweiten Lebenshälfte. Zeitschrift für Sexualforschung, 16(03), 249-270.

¹⁷Katz, S., & Marshall, B. (2003). New sex for old: Lifestyle, consumerism, and the ethics of aging well. Journal of Aging Studies, 17(1), 3-16.

Abbildung 1: Feldman HA, Goldstein I, Hatzichristou DG, et al. Impotence and its medical and psychosocial correlates: results of the Massachusetts Male Aging Study. J Urol 1994;151:54-61.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.
Tabea Lange
Tabea Lange
Tabea Lange ist Content Creator bei GoSpring und macht medizinisches Fachjargon verständlich und greifbar für jederMann. Dabei lässt sie regelmäßig das Hintergrundwissen aus ihrem Psychologie-Studium einfließen. Thematisch deckt sie eine große Brandbreite an interessanten Themen ab - von sexuellen Funktionsstörungen über Haarausfall bis hin zur Analyse der Telemedizin.

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