17.10.2019
Health Insights
5 Minuten Lesezeit

HIV und AIDS

Das Thema, das ein ganzes Jahrzehnt und damit eine ganze Generation in Angst und Schrecken versetzt hat, ist auch heute immer noch aktuell: HIV und AIDS. Sicher, die achtziger Jahre sind um und damit die Zeiten, in denen Mythen und Halbwissen die Menschen fast in eine Hysterie getrieben haben. In den etwa 40 Jahren, die seit der Entdeckung der Krankheit vergangen sind, sind etwa 40 Millionen Menschen weltweit daran gestorben. Etwa 84 Tausend infizierte Männer und Frauen leben heute in Deutschland, die Ansteckungsgefahr besteht also auch heute. Deswegen die Frage:

Was musst Du als moderner Mann über HIV und AIDS wissen?

Die meisten Menschen werfen die Begriffe AIDS und HIV in den gleichen Topf. Lass uns doch einmal anschauen, was es mit diesen beiden Begriffen auf sich hat:

Was ist HIV?

Bei HIV handelt es sich nicht um eine Krankheit. Der Begriff HIV stellt vielmehr die Abkürzung für den Begriff „Humanes Immundefizienz Virus“ dar. Dabei handelt es sich also um ein Virus, das das menschliche Abwehrsystem schädigt.

Dabei gibt es inzwischen nicht mehr nur ein einziges Virus. Denn Wissenschaftler haben inzwischen verschiedene Stämme dieses Virus entdeckt. Das besonders gefährliche an diesen Virusstämmen ist, dass sie dazu in der Lage sind, sich schnell an die Immunreaktionen des Körpers anzupassen. 

Befällt dieses Virus Deinen Körper, nistet es sich in die Körperzellen, vor allem die Zellen des körpereigenen Abwehrsystems wie CD4+-T-Zellen und Makrophagen, also die Fresszellen. Prinzipiell sind jedoch alle Zellen, die den CD4-Rezeptor exprimieren, potentielle Zielzellen des Virus; dies trifft damit auch auf bestimmte Zellen des Nervensytems und Zellen des Gastrointestinaltraktes zu. Das ist für den Körper eine schlimme Situation. Denn anstatt sich gegen dieses Virus zur Wehr setzen zu können, wird das Immunsystem geschwächt. Dadurch kann es nicht mehr ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen. Bakterien, Pilzen, Viren und Tumoren aller Art werden damit Tür und Tor geöffnet.

Was ist AIDS?

Auch das Wort AIDS eine Abkürzung. „Acquired ImmunoDeficienc Syndrome“ heisst das auf Englisch, also erworbenes Immunschwächesyndrom. Syndrom? Ist das eine Krankheit oder was? Nicht wirklich. Mit Syndrom bezeichnet man vielmehr ein Zustand, indem verschiedene Symptome auftreten. Im Fall von AIDS stehen diese alle im Zusammenhang mit der HIV Infektion und den Schäden, die das Virus am Abwehrsystem auslöst. Denn die Helferzellen der Immunabwehr werden vom HI Virus befallen. Doch sie sollen normalerweise die Abwehrreaktionen des Körpers organisieren und eindringende oder sich schon im Körper befindende Krankheitserreger unschädlich machen. Für die Betroffenen ist das aber reine Erbsenzählerei, denn sind die Symptome einmal da, fühlt man sich furchtbar krank und daran sterben kann man daran direkt, sowie indirekt auch.

Wo liegt der Unterschied?

Das HI-Virus ist ein Krankheitserreger oder besser gesagt, eine ganze Gruppe von Krankheitserregern, mit verschiedenen Stämmen. Du kannst mit dem HI-Virus infiziert sein, ohne direkt krank zu werden und Symptome zu zeigen. Denn das Virus kann sich Jahre lang in Deinem Körper befinden, ohne dass es zu einem Ausbruch der Krankheit kommen muss.

Allerdings kann man sagen: einmal mit dem HIV angesteckt, bleibst Du ein Leben lang ein potentieller Überträger des Virus. Selbst wenn Du also selbst keine Symptome hast oder gar nicht weißt, dass Du infiziert bist, kannst du andere Menschen anstecken.

Bleibt die HIV-Infektion unbehandelt, kommt es meist schon in den ersten Wochen nach der Infektion zur Akutphase. Die akute HIV-Infektion stellt das Stadium 1 dar und geht mit einer grippeähnlichen Symptomatik einher.Es folgt eine Latenzphase, auch chronische HIV-Infektion oder HIV-Stadium 2 genannt, die über Jahre asymptomatisch verlaufen kann. Das Stadium 3, auch als AIDS bezeichnet, ist durch das Auftreten AIDS-definierender Erkrankungen gekennzeichnet. Diese sind entweder durch das HI-Virus direkt bedingt oder werden indirekt durch die HIV-induzierte Immunschwäche ausgelöst. 

Die Menschen erleiden verschiedene Infektionen und werden von ihnen lebensbedrohlich krank, obwohl sie im gesunden Zustand die nur in leichter Form erleben würden. In manchen Fällen sind es jedoch nicht Bedrohungen von außen durch Bakterien, Viren und Co., sondern sich im Körper entwickelnde Tumore, die letztendlich den Tod der Infizierten herbeiführen.

Befallen die Viren das zentrale Nervensystem, können Nervenentzündungen und Nervenleitungsprobleme die Folgen sein.

Wichtige Facts zum Thema HIV und AIDS

Aktuell (Stand 2019) gibt es noch keine Impfung oder ein sonstiges Medikament, das vor einer HIV-Infektion schützen könnte. Bisher hat sich das Virus als so wandelbar erwiesen, dass die Forscher noch keine durchschlagende Erfolge vorweisen konnten.

Das bedeutet für dich als Laien: Safer Sex schützt dein Leben! Der Gebrauch von Kondomen und beim Analverkehr auch speziellen, reißfesteren Analkondomen, sollte immer dann Pflicht sein, wenn Du Dir bei Deinem Partner/Deiner Partnerin nicht sicher bist. Denn frühestens 6 Wochen nach einer Infektion (also riskantem Sex) kannst Du durch einen Labortest ausschließen, Dich mit dem Virus angesteckt zu haben.

Allerdings gibt es inzwischen wirkungsvolle Medikamente, die bei einer HIV-Infektion über einen langen Zeitraum verhindern können, dass die Krankheit ausbricht. Für viele Betroffene sogar ein Leben lang. Eine Garantie gibt es jedoch nicht, so dass Du Dich auch weiterhin aktiv schützen solltest. Seid Ihr beide monogam und haltet nach einer Weile den negativen HIV-Test in der Hand, steht dem blanken Vergnügen dann nichts mehr im Weg! 


Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.