11.7.2019
Health Insights
6 Minuten

Habe ich Übergewicht? Durchblick mit BMI und Taillen-Umfang.

Übergewicht kann nicht nur zu einem gesundheitlichen Risiko führen, auch Deine Libido und die Standfestigkeit Deines Penis sind in Gefahr, wenn Du nicht auf Deine schlanke Linie achtest. Dabei ist Körperfett nicht gleich Körperfett. Ganz im Gegenteil unterscheidet man in der Medizin zwischen verschiedenen Fettverteilungsmustern. Denn bei jedem Menschen lagert sich das Körperfett in anderen Regionen ein.

Man unterscheidet das männliche, also androide von dem weiblichen, dem gynoiden Fettverteilungsmuster. Auch wenn das gynoide häufiger bei Frauen anzutreffen ist, gibt es auch genug Männer, bei denen sich das Körperfett vermehrt an den Hüften und dem Po einlagert. Die Silhouette des Körpers ist es, die zu dem deutschen Namen „Birnentyp“ geführt hat. Denn solche Männer haben einen verhältnismäßig schmalen Oberkörper, wogegen die Hüft- und Hinternregion meist deutlich breiter erscheinen, vor allem dann, wenn sie an Gewicht zulegen. 

Du errätst es schon: Der „Apfeltyp“ kommt beim Mann häufiger vor. Typisch ist der Bauchansatz oder auch, in fortgeschritteneren Stadien, die vorweg getragene Trommel. Überflüssiges Körperfett sammelt sich im Bereich des Abdomens an. Ärzte sprechen auch von der viszeralen Adipositas.

Das zu wissen ist deshalb wichtig, da das viszerale, also das Bauchfett einen großen Einfluss auf den Hormonhaushalt hat. Es bleibt also nicht bei einem dicken Bauch. Mit der Zeit gerät das komplette Gleichgewicht der inneren Vorgänge in Deinem Körper durcheinander – vor allem auch die Sexualhormone. Deine Potenz, aber auch andere Bereiche Deiner Gesundheit sind in akuter Gefahr!

Grund genug, Dich regelmäßig selbst, objektiv zu kontrollieren. Dabei helfen Dir ein paar Infos.

Wie Du Dein Risiko leicht selbst berechnen kannst

Die Experten sind sich einig: Wenn Du gesund alt werden möchtest, solltest Du weder zu wenig noch zu viel Gewicht auf die Waage legen. Aus diesem Grund bemühen sich Wissenschaftler, Politiker und die Weltgesundheitsorganisation regelmäßig verlässliche Durchschnittswerte zu ermitteln und zu veröffentlichen, die Arzt und Patienten möglichst viel Sicherheit geben. Dass dies bei der Vielfalt der Menschen natürlich nicht einfach ist, kannst Du Dir sicher vorstellen. Immerhin ist jede Person einzigartig und hat seine ganz individuellen Lebensumstände. Größe, Alter, Geschlecht, Aktivität im Alltag, Körperzusammensetzung, Gene und viele andere Faktoren beeinflussen, wie hoch Dein Risiko ist, durch Übergewicht eine Folgekrankheit zu entwickeln. Das macht es so schwierig, alle Menschen in ein „Raster“ zustecken. Hier einige Versuche:

Ein erster Hinweis auf Dein Risiko gibt Dir natürlich Dein Gewicht und Dein Body-Mass-Index. Allerdings sagen beide nichts über Dein so wichtiges Fettverteilungsmuster aus. Klar, denn Du misst ja nur Dein Gewicht, beziehungsweise setzt es ins Verhältnis zu Deiner Körpergröße.

Hier kannst Du Dir Deinen BMI ganz einfach selbst errechnen.

BMI, so hoch ist Dein Risiko:

Der BMI ist eine wichtige Messeinheit um zu schätzen wie gesund Dein Gewicht ist.

Bist Du jedoch ein Mensch, der sehr muskulös ist oder weichst Du in irgendeiner anderen Art vom Ideal des „Max Mustermann“ ab, dann genügen diese Einteilungen noch lange nicht. Um eine aussagekräftigere Bewertung zu bekommen, kannst Du anschließend noch folgende Messungen durchführen.

So misst Du Deinen Körper optimal

Die Waist-Hip-Ratio (WHR) zum Beispiel. Der Quotient aus Taille und Hüfte also, gibt schon deutlich mehr Auskunft über die Menge an viszeralem Bauchfett und damit Dein Risiko an einer schweren Folgekrankheit wie Herzinfarkt, Diabetes Typ II, Bluthochdruck, Schlaganfall usw. zu erkranken.

Den Taillenumfang misst Du mit Hilfe eines Maßbandes an der Mitte zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Beckenkamm, also dem obersten Knochen des Beckens.

Anschließend dann noch die dickste Stelle der Hüfte messen. Achte aber bitte immer darauf, dass das Maßband locker um den Körper liegt und nicht einschneidet, sonst würdest Du die Ergebnisse beeinflussen.

Die WHR berechnest Du dann, indem Du einfach den Taillenumfang (in cm) durch den Hüftumfang (in cm) teilst. Idealerweise liegt Dein Wert unter 0,9.

WHtR ist auch eine Abkürzung aus dem Englischen und bedeutet „Waist-to-Height-Ratio. Hier wird also die Taille ins Verhältnis zur Körpergröße betrachtet. Dabei teilst Du den Taillenumfang (in cm) durch die Körpergröße. Bei dieser Betrachtungsweise solltest Du, so die Welt Gesundheitsorganisation WHO, möglichst nicht über 0,5 kommen. Die WhtR hat allerdings auch seine Nachteile. Dann nämlich, wenn Du beim Zunehmen das Fett gleichmäßig einlagerst, also nicht in erster Linie in Form von besonders gesundheitsschädlichem Bauchfett. Denn dann kann es sein, dass sich der Wert kaum verändert, obwohl Du erheblich an Gewicht zugelegt hast.

Wenn Du es Dir einfach machen möchtest, misst Du einfach Deinen Taillenumfang. Zur einfachen Kontrolle ist dieser Wert nämlich durchaus geeignet. Versuche möglichst unter 102 cm zu bleiben. So sollte gewährleistet sein, dass Du nicht all zu viel viszerales Fett einlagerst. Auch hier besteht wieder die Ungenauigkeit, wenn Du zwar Gewicht zulegst, aber nicht in erster Linie im Bauchbereich.

Ab wann ist man übergewichtig?

Richtig sicher kannst Du aber eigentlich erst sein, wenn Du Dich von einem Profi vermessen lässt. Dein Arzt zum Beispiel, kann mit Hilfe der Bioelektrischen Impedanz-Analyse (der elektrische Widerstand des Körpers) genau messen, wie Dein Körper zusammengesetzt ist. Die dreiwichtigen Werte sind: Fettanteil, Muskelmasse und Wasser. Je nach Alter verändern sich die Idealwerte von Fettmasse und Muskelmasse, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Demnach verändert sich bei Männern von 0-100 Jahren der Muskelmassenanteil im Bereich von 44-27. Der Fettanteil variiert im Leben zwischen 14 % und 30 %.

Mediziner schlagen nach einer Empfehlung der WHO im Allgemeinen Alarm, wenn ein gesunder Patient einen BMI von mehr als 30 hat. Liegen weitere Risikofaktoren vor, wird der Arzt seinem Patienten auch schon ab einem BMI von 25 empfehlen, Gewicht zu reduzieren. Sie kennen Ihre Patienten meist gut genug, um einschätzen zu können, wie groß das individuelleRisiko ist.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.