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Haarausfall

Haarausfall im Sommer: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Sechs Monate fünf Mal die Woche trainiert und jetzt endlich ist es soweit: Der Sommer ist da – und dein Körper zeigt sich von seiner besten Seite. Und plötzlich: starker Haarausfall. Warum gerade jetzt? Verantwortlich dafür ist der saisonale Haarausfall. Die Hitze im Sommer schadet nicht nur den Pflanzen, sondern auch deinen Haaren. Besonders im Spätsommer, Herbst und im Frühling verlieren wir mehr Haare als üblich. 

Autor:
Patrick Möller
Geprüft von:
Dr. med Johannes von Büren
Aktualisiert:
11.2.2020
Mann in einem weißen Tanktop macht sich einen Zopf in die Haare | Joshua Munoz - Unsplas
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Inhaltsverzeichnis

Ursachen für Haarausfall im Sommer

Die genaue Ursache für Haarausfall in diesem Zeitraum im Spätsommer und Herbst ist noch nicht eindeutig bewiesen. Vermutungen gibt es aber einige. Der Haarausfall im Spätsommer kommt nicht von Ungefähr.

  • Die Ursache liegt häufig schon in den Genen des Mannes. Im Sommer wird er schlicht verstärkt und dadurch erst von außen sichtbar. Studien haben gezeigt, dass 4 von 5 Männern eine genetische Veranlagung zu erblich bedingtem Haarausfall haben¹.
  • Möglicherweise ist die trockene Wärme dafür verantwortlich, die Wachstumsphase der Haare zu verkürzen, wodurch sie schneller in die Übergangs- und Ruhephase eintreten. Besonders lange und starke Sonneneinwirkung schädigt zudem den Haarschaft². Das hat wiederum ein schnelleres Ausfallen zur Folge, das bis zu drei Monate später, nach Ende der Ruhephase, spürbar wird.
  • Sowieso: Im Sommer spielen die Hormone verrückt – und das kann direkte Auswirkungen auf das Haarwachstum haben. Wachsen die Haare schließlich im Herbst wieder nach, ist der Ausfall vermutlich nur saisonal bedingt. Tun sie das hingegen nicht, sind die Ursachen wahrscheinlich andere und sollten tiefergehend untersucht werden.
  • Analog zur Tierwelt legen wir im Herbst und Frühling sozusagen unser Winterfell ab. Evolutionsbedingt hängt das damit zusammen, dass uns unser Haar im Winter vor der Kälte schützen soll und im Sommer vor der UV-Strahlung und dementsprechend zwei unterschiedliche Funktionen hat³. Der vermehrte Haarausfall ist hier aber mehr ein Wechsel der Haare – mehr fallen aus, aber genauso viele wachsen wieder nach. In diesem Fall sprechen wir von dem sogenannten Shedding-Effekt.

Wieviel Haarausfall im Sommer ist normal?

Ab wann sprechen wir eigentlich von Haarausfall? Dass mal Haare im Bett oder Bad liegen bleiben, ist üblich und nicht mit Haarausfall gleichzusetzen. Im Schnitt verlieren wir nämlich 50-100 Haare pro Tag – und wenn wir gesund sind, wachsen genauso viele wieder nach. Im Sommer kann sich die Zahl der ausgefallenen Haare auf 150 erhöhen und bewegt sich dabei trotzdem im Normbereich.

Wer sicher gehen möchte, dass er nicht vom saisonalen Haarausfall betroffen ist, kann über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen besonders darauf achten, wie viele Haare ihm am Tag ca. ausfallen. Fällt dir dabei auf, dass es mehr Haare als gewöhnlich sind, empfehlen wir einen Besuch beim Arzt oder unsere Online-Diagnose

Saisonaler Haarausfall: Wie lange dauert er?

Jeder Mensch ist unterschiedlich und genetisch anders veranlagt. Eine genaue Dauer für den Haarausfall, der in der Regel im Spätsommer beginnt, lässt sich entsprechend nicht bestimmen. Ist der saisonale Haarausfall aber tatsächlich die Ursache für den Verlust, wachsen die Haare in der Regel im Spätherbst wieder verstärkt nach. Das hängt letztlich nicht einfach vom Monat ab, sondern von den äußeren Bedingungen. Ist die Luftfeuchtigkeit niedrig und die Temperatur hoch, leiden die Haare. Kehren sich diese Werte wieder um, stoppt der Haarausfall. 

Stoppt der Haarausfall im Spätherbst hingegen nicht, sind die Ursachen wohl andere und eine Behandlung mit rezeptfreien Hilfsmitteln wie Biotin oder Baicapil oder rezeptpflichtigen Medikamenten wie Minoxidil oder Finasterid sinnvoll.

Wie kann ich Haarausfall im Sommer stoppen?

Gesund zu sein ist in vielerlei Hinsicht einfach. Die Wissenschaft weiß bereits viel darüber. Nur mit der Umsetzung dieses Wissens tun sich viele schwer. 

Genau das würde deinem Haarwachstum aber helfen und bei bestimmten Betroffenen sogar den Haarausfall stoppen. Über die Ernährung lassen sich all jene Vitamine, Nährstoffe und Mineralien aufnehmen, die die Haare ideal mit allem versorgen, was sie für ein kräftiges Wachstum brauchen. Schutz vor UV-Strahlung, genauso wie die Reduktion von Stress vermeiden eine weitere Belastung des Haares. 

Neben dem Lebensstil gibt es noch weitere natürliche Möglichkeiten, den Haarausfall in bestimmten Fällen zu stoppen: Da wäre zum einen das Nahrungsergänzungsmittel Biotin, das ebenfalls als das wasserlösliche Vitamin B7 bekannt ist und in Form von Tabletten eingenommen werden kann. Zum anderen ist Baicapil-Shampoo ein effektives und praktisches Mittel zum Anregen des Haarwachstums. Wenn der Haarausfall zu stark ist oder sich mit den erwähnten Methoden nicht die erhofften Erfolge zeigen, helfen die rezeptpflichtigen Medikamente Minoxidil und Finasterid.

In welchen Jahreszeiten kann es noch zu Haarausfall kommen?

Saisonaler Haarausfall tritt besonders häufig im Spätsommer und im Herbst auf. Verantwortlich dafür sind möglicherweisen die langen und hellen Tage und dadurch die höhere Belastung der Haare mit UV-Strahlung. Die sorgt dafür, dass die Haare schnell in die Übergangs- und Ruhephase wechseln und schließlich nach drei Monaten ausfallen. Wird die Strahlung wieder weniger, normalisieren sich die Haare.

Die zweite Jahreszeit, in der es zu einem Haarausfall kommen kann, ist der Frühling, da hier viele Haare wieder in der Ruhephase sind und auszufallen drohen. Der Effekt ist im Frühling aber weit weniger groß als im Spätsommer und von außen kaum wahrnehmbar. Im Winter wiederum ist keine besondere Häufung von Fällen von Haarverlust zu verzeichnen.

Fazit

Saisonaler Haarausfall, der im Spätsommer kommt und im Herbst geht, ist eigentlich kein Grund zur Sorge. Wer auf eine ausgeglichene Ernährung achtet, sein Haar nicht zu viel Ultraviolettstrahlung aussetzt und sich selbst nicht stresst, hat gute Karten, dem saisonalen Haarausfall zu entkommen. Wachsen die Haare im Herbst nicht nach, ist die Ursache für den Haarausfall wahrscheinlich eine andere und sollte behandelt werden. Von welcher Form des Haarausfalls du betroffen bist, lässt sich anhand verschiedener Symptome ermitteln. Wirkstoffe wie Baicapil und Biotin können den Haarausfall reduzieren und ihm entgegenwirken. 

Bist du der Ursache auf die Spur, kann der nächste Sommer kommen.

Quellenangaben

¹https://www.toppharm.ch/krankheitsbild/erblich-bedingter-haarausfall

²https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19138021

³https://www.miamihair.com/blog/hair-loss/spring-hair-loss/

⁴https://www.medicalnewstoday.com/articles/327188.php

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.
Patrick Möller
Patrick Möller
Patrick Möller ist Content Creator bei GoSpring und dafür verantwortlich, fundiertes medizinisches Fachwissen in leicht verständliche und unterhaltsame Worte zu kleiden. Er ist seit 2005 als Autor tätig und bewegt sich seit dem spielend zwischen Themen wie eSports, Erektionsstörungen und Salafismus-Aufklärung.

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