28.5.2019
Health Insights
5 Minuten

Gesundheitsvorsorge im Geschlechtervergleich. Was kann man(n) daraus lernen?

Wenn es um das Gesundheitsverhalten geht, haben die Frauen die Nase vorne. Anlässlich des Welt-frauengesundheitstag haben wir uns angeschaut was Frau und Mann im Gesundheits- und Vorsorge-verhalten unterscheidet.

Frauen gehen circa dreimal häufiger zum Arzt als Männer und nehmen Früherkennungsuntersuchungen häufiger wahr. So zeigte eine Erhebung des Robert Koch Instituts, dass circa zwei Drittel der Frauen die Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung regelmäßig in Anspruch nehmen; bei Männern sind es weit weniger als die Hälfte. Auch die allgemeine Vorsorgeuntersuchung wird häufiger von Frauen aufgesucht.

Außerdem ist auch ihr gesundheitspräventives Verhalten weit stärker ausgeprägt. Frauen ernähren sich gesünder, essen zum Beispiel mehr Obst und Gemüse, rauchen weniger und trinken weniger Alkohol.

Dies liegt jedoch nicht daran, dass Frauen häufiger oder schlimmer krank sind als Männer - ganz im Gegenteil: Frauen werden im Durchschnitt sogar nach dem Statistischem Bundesamt durchschnittlich 5 Jahre älter als Männer.

Das subjektive Empfinden sieht jedoch ganz anders aus: Frauen schätzen die eigene Gesundheit schlechter ein als Männer und berichten in der Regel über mehr körperliche Beschwerden.

Doch woran liegen diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Frauen haben eine andere Sichtweise und ein anderes Empfinden für ihre Gesundheit und für Krankheiten. Sie nehmen ihre Gesundheit vielfältig und sensibel wahr und definieren ihre Gesundheit über ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden. Dementsprechend zeigen sie auch so ein hohes präventives Gesundheitsverhalten. Zum Beispiel nehmen mehr als 50 Prozent der Frauen die Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs wahr.

Der weibliche Rollenstereotyp stellt Frauen häufig als „schwach“ und leidend dar. Diesem Stereotyp entsprechend geben Frauen schneller und offener zu erkennen, wenn sie innerlich unter Spannung stehen und es ihnen nicht gut geht. Somit berichten sie häufiger über ihre Schmerzen, Ängste und Irritationen und gehen daher auch häufiger zum Arzt.

Männer hingegen wollen meist den männlichen Stereotypen erfüllen jederzeit stark und fit zu sein. Gesundheit wird dabei meist über die Leistungsfähigkeit und Fitness definiert. Die Stereotypen von Stärke, Unabhängigkeit und Risikobereitschaft lassen sich dabei schwer mit der Vorsorge von Gesundheit vereinen und es ist vielen Männern sogar peinlich, Schmerzen, Sorgen oder Depressionen zu zeigen.

Dementsprechend beißen Männer bei Schmerzen eher die Zähne zusammen und nehmen seltener und später ärztliche Hilfe in Anspruch als Frauen. Dies ist besonders der Fall bei Symptomen, bei denen unklar ist, ob es sich um eine Krankheit handelt sowie bei psychischen oder psychosomatischen Problemen. Wenn gar nichts wehtut, sehen viele Männer erst recht keinen Sinn darin, zum Arzt zu gehen und sind dementsprechend wahre Vorsorgemuffel. Die meisten Männer erscheinen erst ab dem Alter von 40 bis 50 Jahren bei der Vorsorgeuntersuchung oder gehen erst dann zum Arzt, wenn es ihnen schlecht geht.

Was kann man(n) daraus lernen?

Zwischen Männern und Frauen unterscheidet sich die Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustandes, das Gesundheits- und Risikoverhalten und die Inanspruchnahme von Früherkennung- undVorsorgemaßnahmen.

Die traditionelle männliche Rolle stellt dabei ein Risiko für die Gesundheit der Männer dar, da die längst überholten männlichen Stereotypen Männer davon abhalten, Vorsorge für ihre Gesundheit zu betreiben. Dabei sollte ALLEN bewusst sein, dass Gesundheitsvorsorge NICHTS mit Schwäche zu tun hat.

Gesundheit ist das, was uns Stärke und Kraft verleiht. Dementsprechend ist es ganz besonders wichtig, dass wir uns um unsere Gesundheit kümmern.

Also: Nicht erst kratzen wenn es juckt, denn dann ist es vielleicht schon zu spät.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.