21.7.2019
Haarausfall
5 Minuten

Finasterid - das Medikament zur Haarpracht

Der Wirkstoff Finasterid wird in der Schulmedizin bei erblich bedingtem Haarausfall und gutartiger Gewebsvergrößerung der Prostata eingesetzt. Wieso? Er hemmt die Produktion eines Stoffwechselproduktes von Testosteron namens DHT und packt damit die Probleme bei der Wurzel! Wie kann man sich das jetzt genau vorstellen?

Wieso bekommt man Haarausfall?

Dihydrotestosteron (kurz DHT) ist ein Stoffwechselprodukt von Testosteron. Bei anlagebedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) reagiert die Haarwurzel überempfindlich auf DHT und der Lebenszyklus des Haares wird frühzeitig beendet. Dabei schrumpft die Haarwurzel allmählich auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Größe und bildet anstelle eines normalen Kopfhaares ein weiches, blasses Flaumhaar – bis auch dieses ausfällt und sich lichte Stellen auf dem Kopf bilden. 

Dieser Prozess beginnt bei den meisten Männern am vorderen und am oberen Haaransatz. Die Folge des immer kahler werdenden Kopfes kann ein angekratztes Selbstbewusstsein und Unsicherheit sein. Und genau da kommt Finasterid ins Spiel… und packt das Problem an der (Harr-)Wurzel!

Wie wirkt Finasterid?

Der Wirkstoff gehört zu den so genannten 5-alpha-Reduktase-Hemmern und hemmt die Produktion des Hormons DHT. Dadurch wird der hormonell bedingte Haarausfall gestoppt. Zusätzlich wird die Haarproduktion der Follikel wieder erleichtert, was zu einer größeren Menge an Haaren führt.

Wie erfolgreich ist Finasterid?

Wie hoch die Erfolgsaussichten wirklich sind, zeigte sich in zweijährigen internationalen Studien; hier wurde die Wirkung von Finasterid (1 mg täglich) gegen Plazebo getestet. In der Plazebo Gruppe hat sich der Haarausfall verschlimmert. In der Gruppe, die Finasterid eingenommen hat, sind bei über 6 von 7 Männern keine weiteren Haare ausgefallen; bei 2/3 wurde sogar ein Haarwachstum beobachtet.

Der Haarausfall wird überwiegend nach frühestens 3 – 6 Monaten gestoppt. Erst im weiteren Verlauf wird auch das Haarwachstum angeregt. Für solch erfreuliche Ergebnisse ist eine kontinuierliche Einnahme des Medikamentes ein Muss! 

Wie nimmt man Finasterid ein?

Finasterid ist im Handel unter verschiedenen Bezeichnungen, zum Beispiel unter „Propecia“, bekannt. Der Wirkstoff wird in Tablettenform – von einem Schutzmantel umgeben – mit ausreichend Wasser eingenommen. Die Dosis beträgt bei hormonell bedingten Haarausfall 1 mg täglich.

Was hat Finasterid für Nebenwirkungen?

Bei der Einnahme von Finasterid kann es bei manchen Männern zu einer verminderten Libido, zu Impotenz und zu sexuellen Funktionsstörungen kommen. Darunter fallen auch Erektionsstörungen und Ejakulationsstörungen.

Selten kann der Wirkstoff auch Spannungsgefühle und Berührungsempfindlichkeiten der Brust verursachen. Auch Knoten in der Brust und Flüssigkeitsausscheidungen der Brust sind möglich. Ist dies bei Dir der Fall, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um die Entstehung von Brustkrebs auszuschließen!

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Hautauschlag und Schwindel. Für die genauen Informationen konsultiere den entsprechenden Beipackzettel.

Wer sollte Finasterid nicht einnehmen?

Kinder und Frauen. Insbesondere Schwangere und Frauen, die schwanger werden wollen, sollten nicht mit dem Medikament in Kontakt kommen!

Männer, deren Haarausfall nicht erblich bedingt ist.

Fun Fact: Der Wirkstoff Finasterid wurde lange als Dopingmittel eingesetzt. Durch Finasterid wollten Sportler die Einnahme des verbotenen Dopingmittels Testosteron verschleiern. Heutzutage können die Dopingtests jedoch trotz Finasterid erhöhte Testosteronwerte nachweisen, wodurch der Wirkstoff für dopende Sportler unbrauchbar ist.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.