26.4.2019
Erektile Dysfunktion
10 Minuten Lesezeit

Faszinierende Heilmittel der Erektilen Dysfunktion im Laufe der Zeit

Auch historisch war die Erektile Dysfunktion (ED) ein häufiges Problem, welches Männer auf der ganzen Welt beschäftigte. Es wird geschätzt, dass die Hälfte, also 52% aller Männer zwischen 40 und 70 Jahren bis zu einem gewissen Grad darunter leiden wird. ED kann aus zahlreichen Gründen auftreten, darunter Angst, Depression, Fettleibigkeit und Alkoholkonsum, und kann heute mit einer Vielzahl von Behandlungen wie Therapien, Penispumpen und Viagra wirksam bekämpft werden. Erektile Dysfunktion ist jedoch kein modernes Phänomen. Tatsächlich geht die Geschichte der ED Jahrtausende zurück - und wurde über diese Zeit auf ein Unzahl von Schuldigen zurückgeführt, vom Fluch der Götter bis hin zu Yin-Yang-Ungleichgewichten.

Und es war bei weitem nicht immer so einfach wie heute, wo Du ein Rezept für Sildenafil und dergleichen bei Deinem Hausarzt oder Online bekommen kannst. Hier sind einige der wildesten, seltsamsten und wunderbarsten Heilungsversuche gegen die männliche Schlaffheit im Laufe der Zeit.

Yin und Yang: 2500 v.Chr.

Das Prinzip von Yin und Yang war ein großer und wichtiger Bestandteil der alten chinesischen Kultur, welche sich auch auf die Leistung des Mannes im Schlafzimmer erstreckte. Philosophen glaubten, dass das Yin und Yang eines Mannes - gegensätzliche Kräfte, die sich wie Hitze und Kälte, ergänzen  - mit der sexuellen Energie zusammenhängen.

Ein Lehrbuch der traditionellen chinesischen Medizin, das auf 2500 v. Chr. zurückgeht, notiert einen Trank, der aus 22 verschiedenen Zutaten hergestellt  und zubereitet wurde, um in den kaiserlichen Gemächern mit 1.200 Frauen zu helfen.

Neben diesem Wundermittel wurde auch die Akupunktur - kleine Nadeln, die strategisch in im Körper platziert werden, um Energieströme auszurichten - als effektive Methode zur Behandlung der erektilen Dysfunktion angesehen. Sie ist bis heute eine sehr beliebte ED-Behandlung im amerikanischen und chinesischen Raum.

Das altes Ägypten und die Impotenz: 1600 v.Chr.

Um 1600 v. Chr. glaubten die Ägypter, dass der Fluch des schlaffen Penis das Ergebnis eines bösen Zaubers oder einer Störung der Natur war. Und sie waren nichts, wenn nicht erfinderisch bei ihrer Bekämpfung der Erektilen Dysfunktion - eine Paste aus zerquetschte Krokodilherzen, um diese auf den Penis zu reiben: irgendwelche Freiwillige?

Weniger radikale Formen der ägyptischen Behandlung erleben jedoch ein Comeback im 21. Jahrhundert, in Form von blauen Lotusblüten. Es wird angenommen, dass die Ägypter die Lotusblume als Aphrodisiakum und zur möglichen Heilung von Impotenz verwendet haben. Heute wissen wir, dass der Wirkstoff Apomorphin, der in dieser Pflanze gefunden wird, ein mögliches Mittel gegen ED ist.

Antike Maya-Zivilisation ED Heilmittel: 1000BC

Mehrere Aufzeichnungen der alten Maya-Kunst zeigen Maya-Priester mit einer aus ihrem Kopfschmuck ragenden Blume, die der Lotusblume der Ägypter sehr ähnlich sieht.

Diese Pflanzen wurden in der Antike regelmäßig bei religiösen Zeremonien verwendet, aber Forscher und Historiker haben spekuliert, dass ihre Eigenschaften auch zur Behandlung von ED verwendet worden sein könnten.

Die Göttin der Liebe und der Aphrodisiaka: 300 n.Chr.

Das Wort "Aphrodisiakum" wird heute mit einer Vielzahl von vermeintlich anregenden Lebensmitteln wie Schokolade und Austern assoziiert und stammt von der griechischen Liebesgöttin Aphrodite ab. Aufzeichnungen nach extrahierte der griechische Philosoph Aristoteles erstmals im Jahr 300 v. Chr. aus den getrockneten Körpern von Käfern, den sogenannten Spanischen Fliegen, ein Aphrodisiakum.

Die Frau des römischen Kaisers Tiberius verteilte diese spanischen Fliege in Banketten, um Verwandte zu erpressen und bloßzustellen, die sich außerehelichen, sexuellen Überschreitungen hingegeben hatten. Tatsächlich wurde die Spanische Fliege jahrhundertelang als Aphrodisiakum verwendet. Heutzutage wird es jedoch sowohl als zu giftig als auch unwirksam angesehen, um es zu einem erfolgreichen ED-Mittel zu machen.

Der Teufel ist schuld: das Mittelalter

Der mittelalterliche Theologe Thomas Aquinas glaubte im 13. Jahrhundert, dass böse Geister und Dämonen die Schuldigen für die Erektile Dysfunktion seien. Ein mittelalterliches Lehrbuch namens Malleus Maleficarum ("Hexenhammer") forderte die Hexenjäger auf, die Frau aufzuspüren, die ihre Penisse verflucht und verhext hatte, und mit sanfter Überredung - und falls nötig Gewalt -, sie dazu zu bringen, ihre Erektionen wiederherzustellen. Es überrascht allerdings heute wenig, dass solche verrückten und hysterischen Verfolgungen Männern, die an ED leiden, nicht halfen.


Die Hände der Wissenschaft: 1600–1900

Der allgemeine Konsens während des 17. Jahrhunderts war, dass, wenn schon das Wunder der Berührung einer Frau die Schlaffheit nicht lösen konnte, dann gab es keinen Ausweg mehr. Das Ende des Jahrhunderts brachte jedoch eine viel überlegtere und vernünftigere Erkenntnis hervor: Der Erregungszustand des Penis würde durch verhindertes Blut, welches nicht zu den Arterien gelangen konnte, behindert werden.

Als dieser Zustand erstmals richtig erforscht war, kamen 1873 die ersten ED-Operationen auf. Ein italienischer Arzt fand einen Weg, ED erfolgreich zu behandeln, indem er Venen blockierte, die Blut aus einer Erektion abfließen ließen.

Verrückte Wissenschaft im frühen 20. Jahrhundert

Studien zur Erektionsstörung gerieten Anfang des 20. Jahrhunderts aus den Fugen, als 1918 ein russischer Arzt die unorthodoxe (und unbestreitbar verstörende) Idee entwickelte, Affenhodengewebe in menschliche Probanden zu transplantieren.

Der Geist war aus der Flasche und eine Fülle von verrückten und schlecht durchdachten Ideen, wie Hodenteile von Ziegen, Hirschen und sogar menschlichen Leichen in Männer mit Impotenz zu transplantieren, rückten in den Fokus.

Das änderte sich 1935 als Wissenschaftler in den Niederlanden das männliche Hormon Testosteron identifizierten. Dieser Entdeckungs-Kick hat die eigentliche Revolution in der Suche nach passenden Behandlungen und einer Heilung von ED ausgelöst.

Penisimplantate: 1960er

Penisimplantate basierten zunächst auf der Beobachtung, dass viele Tiere Penisknochen haben. Die Implantation von Knochen oder Knorpel in den menschlichen Penis war jedoch nicht erfolgreich.

In den 1960er Jahren wurden viel effektivere synthetische Implantate eingeführt, obwohl die ersten Versionen hart waren und viel Unbehagen und Schmerzen verursachten. Es handelt sich um eine ED-Behandlung, die auch heute noch beliebt ist, obwohl sie viele potenzielle chirurgische Risiken birgt.

Penispumpe: 1970er

Wer hätte gedacht, dass ein Mitarbeiten in einem Reifenreparaturgeschäft die erste Penispumpe konzipiert hätte? Nun, es ist wahr. Das Anbringen einer Pumpe an einen Zylinder und das Platzieren des Zylinders über seinen Penis zum Pumpen einer Erektion führte zum ersten medizinisch zugelassenen Penispumpensystem. Viele Männer benutzen sie auch heute noch, wobei die meisten Pumpen es einem Mann ermöglichen, eine Erektion für bis zu 30 Minuten aufrechtzuerhalten.

Penis-Injektionen: 1980er

Als ein französischer Chirurg versehentlich das Medikament Papaverin in die offenen Blutgefäße des Penis eines Patienten injizierte - und damit eine sofortige Erektion verursachte - wusste er nicht, dass er einen revolutionären neuen Ansatz zur Behandlung von ED entwickelt hatte. Es war in der Tat der Beginn der ED-Therapie mit intrakavernosaler Injektion. 1983 spritzte ein britischer Wissenschaftler mutig - und erfolgreich - den Wirkstoff in seinen eigenen Penis, um zu beweisen, wie effektiv die ED-Behandlung war.

Die kleine blaue Pille: 1990er Jahre bis heute

Ein weiterer glücklicher Unfall ereignete sich 1994, als Wissenschaftler, die nach einer Lösung suchten Angina mit dem Medikament Sildenafil zu behandeln, entdeckten, dass es auch Erektionen verursacht. Und 1998 genehmigte die FDA Viagra als Mittel zur Behandlung von Erektiler Dysfunktion. Innerhalb von fünf Jahren nachdem es der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, stieg die Diagnose der Erektilen Dysfunktion um 250% an.

Also können Männer heute dankbar sein, dass sie in eine Zeit hineingeboren wurden, in der Behandlungen für Erektionsstörungen und Impotenz weit davon entfernt sind, sie auf böse Geister zu schieben, Fliegen in Ihrem Abendessen zu integrieren oder Teile von menschlichen Kadavern in Ihre Hoden injiziert zu bekommen.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.