Health Insights

Faktencheck zum Coronavirus

COVID-19

Schluss mit Falschmeldungen und haltlosen Behauptungen! Wir räumen mit falschen Tatsachen rund um Corona auf und verschaffen Dir den Überblick, der Dich weiterbringt.

Autor:
Maria Karl
Geprüft von:
Dr. med. Johannes von Büren
Aktualisiert:
17.3.2020
Grüne OP-Gesichtsmaske liegt auf dem Asphalt. | Claudio Schwarz - Unsplash
Grüne OP-Gesichtsmaske liegt auf dem Asphalt. | Claudio Schwarz - Unsplash

Was ist das Coronavirus?

Das neuartige Coronavirus - auch COVID-19 genannt - ist eine akute infektiöse Lungenerkrankung. Es verursacht unterschiedliche Symptome und kann verschiedene Verläufe nehmen.

Bei jungen, gesunden Menschen mit einem starken Immunsystem kann das Coronavirus ohne Symptome verlaufen. Dennoch können sie andere infizieren, weswegen Erkrankte in jedem Fall in Quarantäne müssen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Bei der Risikogruppe kann das Coronavirus schwere Verläufe nehmen, wodurch präventive Schutzmaßnahmen dringend zu empfehlen sind. Hier können schwere Lungenentzündungen und Komplikationen auftreten.

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Wer zählt alles zur Risikogruppe?
✔ Alte, gebrechliche Patienten mit chronischen Erkrankungen
✔ Patienten mit chronischen Herz-Kreislauferkrankungen
✔ Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen
✔ Patienten mit Immunsuppression (Medikamente zur Unterdrückung des eigenen Immunsystems)
✔ Raucher

Männer haben zudem ein höheres Risiko als Frauen. Bei Kindern, Säuglingen und  Schwangeren kann sich kein erhöhtes Risiko nachweisen lassen. 

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Welche Symptome verursacht das Coronavirus?
✔ Husten
✔ Fieber
✔ Luftnot
✔ Lungenentzündung

➜ Die Symptome ähneln stark einem normalen grippalen Infekt und der Grippe (Influenza).


➀ Wieso werde ich bei Symptomen nicht getestet?

Da die Symptome nicht spezifisch genug sind und einem grippalen Infekt und der Grippe ähneln, werden nur konkrete Verdachtsfälle getestet. Die Labore haben nur begrenzt Kapazitäten und diese müssen bereits genannten vorbehalten werden.

➁ Wann werde ich auf das Coronavirus getestet?

Du musst folgende Bedingungen aufweisen, um einen Test zu bekommen:

  • Du hattest Kontakt zu einer nachweislich positiv getesteten Person
  • Du hast Dich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten

Und hast Symptome.

➂ Wie wird auf das Coronavirus getestet?

Es wird ein Abstrich aus dem Rachen und der Nase entnommen und im Labor ausgewertet. Die Auswertung umfasst mehrere Stunden, Du solltest also im Fall der Fälle Geduld mitbringen.

➃ Kann ich an dem Coronavirus sterben?

Die Sterblichkeit liegt derzeit bei 0,5%-3%. Top-Virologe Alexander Kekulé spricht von einer Sterblichkeitswahrscheinlichkeit von 1% in Deutschland. Damit hast Du bei einer Erkrankung eine 99%-ige Genesungwahrscheinlichkeit. Also alles ganz entspannt!

➄ Wie wird das Virus übertragen?

Wie alle Virusinfektionen wird auch dieser Typ über Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, dass Du Dich in direktem Kontakt mit Infizierten anstecken kannst, wenn Du keinen Abstand hältst und mit den Sekreten (Schleim z.B.) in Kontakt kommst. Schmierinfektionen sind sogar noch tückischer: Das Virus überlebt mehrere Stunden auch noch auf Oberflächen. Kommst Du nun hiermit in Kontakt, kannst Du Dich selbst über Deine Hände beim ins Gesicht fassen infizieren. Hauptangriffspunkte des Virus sind die Schleimhäute von Augen, Nase und Mund.

➅ Muss ich bei einem positiven Testergebnis in die Klinik?

Nein, pauschal wird niemand bei einer nachgewiesenen Infektion ins Krankenhaus gebracht. Du stehst mit Deinem Gesundheitsamt in Kontakt und wirst die nächsten 14 Tage in Quarantäne zubringen, sofern kein Risikofaktor besteht. Es werden die Symptome behandelt und regelmäßig Abstriche durchgeführt. Sollte sich Dein Gesundheitszustand allerdings verschlimmern oder ernstzunehmende Risikofaktoren bestehen, wirst Du direkt ins Krankenhaus überstellt.

➆ Wann bin ich geheilt und kann aus der häuslichen Quarantäne?

Dafür müssen folgende Kriterien vollständig erfüllt sein:

  1. Fieberfreiheit seit mind. 48 Stunden
  2. Symptomfreiheit seit mind. 24 Stunden
  3. 2 negative SARS-CoV-2-PCR-Untersuchungen im Abstand von 24 Stunden

➇ Machen Nasen-Mund-Masken Sinn?

Ja und Nein. Ja, wenn Du krank und möglicherweise infiziert bist. Damit schützt Du Dein Umfeld vor einer potentiellen Ansteckung. Nein, wenn Du Dich selbst damit schützen möchtest. Daher eine Bitte: Medizinische Berufe sind gerade in der aktuellen Situation sehr auf Hilfsmittel angewiesen - bitte kaufe nicht aus Panik heraus unnötigerweise Masken, die Dir persönlich nichts bringen.

Woher kommt das Coronavirus?

Das neuartige Coronavirus hat seinen Ursprung in Wuhan - China. Hier ist es erstmals auf dem Markt nachgewiesen worden. Diese Coronaviren entstammen den Fledermäusen und sind aus bisher ungeklärter Ursache ausgebrochen. Offizielle Stellungnahmen seitens der chinesischen Regierung gibt es bezüglich des Ausbruchs nicht. Eine naheliegende Vermutung, dass das Virus aus einem angrenzenden Forschungslabor zu Fledermausviren stammt und durch schlechte Hygienestandards unbeabsichtigt freigesetzt wurde, ist bislang nicht offiziell bestätigt.

Wie konnte sich das Coronavirus so schnell ausbreiten?

Das neue COVID-19 ist hoch infektiös, weswegen es sich deutlich schneller ausbreiten kann als beispielsweise SARS. Ein weiterer Grund für die schnelle Ausbreitung ist die Reaktion der Behörden. China hat zu spät reagiert und erst einen Mantel des Schweigens um das Virus gelegt. Dadurch sind erste Infektionen bereits global außer Landes getragen worden, bevor offiziell reagiert worden ist.

Welche Gebiete sind am stärksten betroffen?

Die Region in und um Wuhan hatte am stärksten mit COVID-19 zu kämpfen. In Europa hat es bisher am schwersten Italien, insbesondere die Lombardei getroffen. Deutschland steht aktuell auf Platz 6 der meisten Infektionen. Hier gehts zur interaktiven Karte der Johns Hopkins University & Medicine.

Politik: Handlung der Länder und Regierung

Die exponentielle Ausbreitung des Coronavirus COVID-19 hat viele Regierungen überrascht und Gesundheitssysteme überlastet. Besonders Italien ist ein Beispiel für ein überlastetes Gesundheitssystem und eine zu spät agierende Regierung. Österreich und Deutschland ergreifen aktuell Maßnahmen, die zur Verlangsamung der Ausbreitung beitragen sollen. In einer aktuellen Pressekonferenz äußerte sich der bayerische Ministerpräsident dahingehend, dass nicht versucht werde das Virus zu stoppen, sondern zu verlangsamen. 

Die Maßnahmen schneiden das öffentliche Leben deutlich ein. Für die meisten ist das Coronavirus COVID-19 risikolos zu überstehen, doch müssen wir die Menschen schützen, die ernsthaft daran erkranken können. Bayern hat als erstes Bundesland den Katastrophenfall ausgerufen und zahlreiche Geschäfte und Schulen geschlossen. Diese Maßnahme ist notwendig, um das exponentielle Wachstum einzubremsen. 

Doch warum reagiert die Welt so extrem auf COVID-19 und auf andere Erkrankungen wie SARS oder Ebola nicht? Hauptgrund hierfür ist eine deutlich leichtere Infektion. SARS war zwar tödlicher, doch nicht so ansteckend wie COVID-19. Auch Ebola hatte andere Infektionsquellen und kam gar nicht erst bis nach Deutschland. 

Zum aktuellen Stand gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Coronavirus COVID-19. Zahlreiche Forscher weltweit arbeiten daran, doch bis es zu einer finalen Zulassung des Impfstoffes kommt, können Monate vergehen. Stand jetzt stehen Forscher bereits vor dem Schritt, den Wirkstoff zu testen und bei Erfolg die Zulassung zu beantragen.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt 14 Tage. Daher dauert eine Quarantäne nach einer möglichen Infektion auch rund zwei Wochen. Zeigen sich in diesem Zeitraum keine Symptome, wird kein Test veranlasst.

❗Tipps zum Schutz vor einer Infektion❗

Du kannst Dich aktiv vor dem Coronavirus COVID-19 schützen! Hier unsere besten Tipps, um eine Infektion zu vermeiden:

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✔ Halte Abstand zu anderen Das Coronavirus wird per Tröpfcheninfektion übertrage, halte daher Abstand zu Deinen Mitmenschen.
✔ Wasche Dir regelmäßig die Hände Mindestens 20 Sekunden unter laufendem Wasser mit Seife.
✔ Meide enge Kontakte Überlege Dir, mit wem Du wirklich engen Kontakt möchtest und ob diese Person möglicherweise infiziert sein könnte.
✔ Meide öffentliche Räume Öffentliche Verkehrsmittel und Co. sind absolute Bazillenschleudern. Wenn Du nicht drauf angewiesen bist, meide sie idealerweise.
✔ Huste und Niese in die Armbeuge Bitte nicht in die Hände - so erleichterst Du die Ansteckung weiterer Menschen.
✔ Fasse Dir nicht ins Gesicht Das Coronavirus greift Deine Schleimhäute der Augen, Nase und Mund an. Hol Dir keine Schmierinfektion und greife nicht ins Gesicht.
✔ Verzichte auf Reisen Aktuell ist keine Reise zu empfehlen. Selbst Dienstreisen werden großräumig abgesagt. Bleib daheim und setze Dich keinem unnötigen Risiko aus.
✔ Du fühlst Dich krank? Bleib daheim!

Du siehst, die Verhaltensweisen sind mit denen zum Schutz vor Grippeviren fast identisch.

Quellenangaben

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html

https://m.focus.de/gesundheit/news/schutz-vor-coronavirus-top-virologe-erhoeht-personal-alert-level-diese-verhaltensregeln-sollten-sie-beachten_id_11772750.html

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.
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Maria ist Content Creator und lockert auf verständliche Art und Weise medizinische Sachverhalte auf. Mit ihrem jungen, erfrischenden Stil kreiert sie Inhalte aller Art und verleiht GoSpring seine Stimme.
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Dr. med. Johannes von Büren
Johannes von Büren ist Medical Director bei GoSpring. Sein Ziel ist es, Euch die wichtigsten medizinischen Inhalte nach neuestem Forschungsstand zur Verfügung zu stellen. Er ist Experte für das Gehirn und Mental Health, wobei er sich bei allen Indikationen mit den entsprechenden Fachleuten des medizinischen Beirats von Spring eng austauscht. Zuvor war er bei der Boston Consulting Group tätig, der weltweit größten Unternehmens- und Strategieberatung.
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