6.5.2019
Health Insights
5 Minuten

Ein Höhepunkt mit Geschichte

Ist er echt? Oder ist er es nicht? Nein, wir stehen nicht neben George Clooney im MadameTussauds und wir halten keinen 500-Euro-Schein gegen das Licht; wir fragen uns, ob uns unsere Partnerin gerade nur einen vorspielt oder ob sie ihn wirklich erlebt: den weiblichen Orgasmus. Was der Glanzstreifen beim Geldschein ist, sind die unkontrollierten Bewegungen der Partnerin beim Orgasmus – und trotzdem täuschen wir uns manchmal noch. Vielleicht, weil wir uns einfach wirklich wünschen, dass er tatsächlich echt ist.

Der Höhepunkt

Der Orgasmus erzeugt ein ganz besonderes Gefühl – und gilt nicht umsonst als Höhepunkt des sexuellen Aktes. Weltoffen, wie wir Deutschen nun mal sind, haben wir sogar einen Tag des Jahres als den Tag des Orgasmus deklariert; den 9. Mai nämlich. Der Höhepunkt des Jahres, wenn wir so wollen, wäre das Wetter nur nicht so wechselhaft und Weihnachten und Silvester nicht schon an andere Daten vergeben.

Letztlich ist der Orgasmus beim Sex sowas wie die Bergspitze der Wanderung: Der Weg dahin ist trotz körperlicher Anstrengung schon ganz nett, aber nichts beschreibt das Gefühl, endlich den Gipfel erreicht zu haben. In der sexualisierten heutigen Welt ist der Orgasmus für viele die Trophäe, die es zu gewinnen gilt – und wer ihn nicht erreicht, zweifelt an sich und stellt sein Können in Frage.

Eine kurze Geschichte der Zeit

Doch das war nicht immer so: Frauen, die bei den Römern lebten, hatten es nicht besonders einfach, schließlich durften brave Ehefrauen hier beim Sex weder angenehme Gefühle, noch und erst recht nicht Orgasmen haben. Männer, die ihnen dabei halfen, indem sie ihre Frauen zum Beispiel mit einem Cunnilingus verwöhnten, galten sogar als impotent und wurden gesellschaftlich ausgegrenzt. Ganz unterdrücken ließ sich die weibliche Lust aber nie: auch bei den Römern wurden Gegenstände entdeckt, die dem männlichen Penis ähnelten und zur Befriedigung der Frau herhalten mussten.

In anderen Kulturen wiederum war der weibliche Orgasmus sogar Teil heiliger Rituale, sowie beim Fest der Isis, die in der ägyptischen Mythologie eine besonders angesehene Göttin war.

Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert wurde die sexuelle Lust aber durch die Religionen mehr und mehr tabuisiert und insbesondere der weibliche Orgasmus als Teufelszeug abgetan, während er im 19. Jahrhundert sogar als Voraussetzung für die Befruchtung galt.

Mit dem 1. und 2. Weltkrieg und dem schwindenden Einfluss der Kirche wurde aus dem Tabu schließlich ein Trendthema und der Orgasmus erstmals seriös erforscht. Trotz der Versuche vieler, den weiblichen Klimax zu diffamieren, hatte er trotzdem immer einen besonderen Reiz auf die Menschen. Der männliche Orgasmus wiederum stand selten in der Kritik. Das hängt wohl damit zusammen, dass in der Geschichte der Mann meist als das starke Geschlecht galt und es die Aufgabe der Frau war, dem Mann ein möglichst angenehmes Leben zu bereiten.

Wie er unser Leben beeinflusst

Mittlerweile ist es viel mehr so, dass es sich Männer sogar zur Aufgabe machen, ihre Partnerin zum Orgasmus zu führen – und wenn sie es nicht schaffen, kratzt das sofort an ihrer Männlichkeit. Dabei gibt es noch viele Faktoren mehr, die ihren Höhepunkt verhindern können, als nur der Mann selbst, wie z. B. Stress, eine geringe Empfindsamkeit der erogenen Zone oder gesundheitliche Aspekte.

Das nächste Mal beim Sex ist es deshalb ratsam, sich mal nicht zu viele Gedanken zumachen und den Sex einfach ohne eigene Ambitionen zu genießen. Am Ende des Tages kann er nämlich genauso gut ohne Orgasmus Spaß machen. Und wenn Mann nun doch wissen will, ob ihr Orgasmus echt ist, gilt folgende Faustregel: Wenn George Clooney echt ist, ist es ihr Höhepunkt wahrscheinlich auch.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.