28.9.2019
Health Insights
5 Minuten Lesezeit

Die Unfruchtbarkeit bei Männern

„Pflanze einen Baum, baue ein Haus und zeuge einen Sohn“, das sind die Dinge, die dem Leben eines Mannes den tieferen Sinn geben sollen. Doch was machst Du, wenn Dir gerade die letzte Aufgabe unerfüllt bleibt? Du bist unfruchtbar. Was sind die Ursachen? Und kann man was gegen Unfruchtbarkeit bei Männern machen?

Häufigkeit & Definition von Unfruchtbarkeit

Die Unfruchtbarkeit beim Mann ist sehr häufig. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass 6 Millionen Männer und Frauen in Deutschland ungewollt kinderlos sind. Wie hoch die Dunkelziffer ist, kann kein Mensch abschätzen, da sich natürlich nicht jedes Paar in die Statistiken einfügt. In 30 % dieser Fälle liegt die Ursache bei beiden Partnern. In genauso vielen Fällen ist die Ursache klar auf einen der beiden Partner zurückzuführen, zu gleichen Teilen also. Bei 10 % aller Fälle bleibt ungeklärt, wieso keine Schwangerschaft möglich ist. Das bedeutet, dass etwa 1,8 Millionen zeugungsunfähige deutsche Männer von den Gesundheitsstatistiken erfasst sind.

Wie wird Unfruchtbarkeit diagnostiziert

Vor allem dann, wenn die Partnerin über Jahre hinaus die Pille eingenommen hat, wird Euer Arzt Euch raten, es zunächst erst einmal für mindestens ein Jahr zu versuchen, schwanger zu werden. Erst wenn sich Euer Kinderwunsch auch nach einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehrs noch nicht erfüllt hat, ist es an der Zeit, nach den Ursachen zu suchen.

Dazu geht Ihr am besten beide zum Arzt und lasst Euch zunächst einmal gründlich untersuchen. Für Dich als Mann sind entweder der Androloge, also der Facharzt für Männerheilkunde oder der Urologe, der Facharzt für die Harn-bildenden und -ableitenden Organe zuständig.

Dort wirst Du ein ausführliches Gespräch mit Deinem Arzt haben, in dem er abklärt, welche Vorerkrankungen bei Dir vorliegen, aber auch, wie Dein Alltag und Deine Stressbelastung aussehen. Solche Informationen helfen Deinem Arzt, Deine Lage und Deine körperliche Gesundheit besser einschätzen zu können. Denn neben körperlichen Ursachen, spielt bei der Zeugungsfähigkeit oft auch die seelisch-emotionale Ebene eine wichtige Rolle.

Nach einer körperlichen Untersuchung, wird unter Umständen auch die Qualität Deiner Spermien untersucht werden. Hierzu musst Du eine Spermaprobe abgeben. Sind Deine Geschlechtsorgane normal ausgebildet und entwickelt, könnte auch die Qualität und die Schnelligkeit Deiner Spermien eine Ursache darstellen. 

Welche Ursachen gibt es für Unfruchtbarkeit

Die Zeugungsunfähigkeit kann nämlich viele Ursachen haben, die alle abgeklärt werden müssen, um Euch helfen zu können.

  • Prostataentzündung
  • Hodeninfektion
  • Leistenbruch/Verletzung der Hoden
  • Nebenhodenentzündung
  • Hodenhochstand
  • Krampfadern am Hoden
  • angeborene Fehlbildungen des Hodens
  • unterentwickelte Hoden
  • Harnröhrenentzündung
  • Hormonstörungen
  • Hormonstörungen, zum Beispiel der Schilddrüse, Hypophyse, Nebennieren
  • Mumpserkrankung in der Kindheit 

Was kann man dagegen machen, was sind die Alternativen?

Doch eine Zeugungsunfähigkeit muss nicht das Ende Deines/Eures Kinderwunsches sein. Auch wenn sich einige Paare mit der Situation arrangieren und ihren Kinderwunsch ablegen. Solltest Du Dich gegen eine Therapie entscheiden, käme auch eine Pflegschaft oder Adoption in Frage.

Du willst trotz Zeugungsunfähigkeit nicht auf Vaterfreuden an Deinem biologischen Kind verzichten? Dann kannst Du die in manchen Fällen die Ursachen Deiner Zeugungsunfähigkeit zusammen mit Deinem Arzt therapieren. So kann bei hormonellen Problemen eine Hormonbehandlung erfolgreich sein.

Sollten Deine Samenleiter verklebt sein, kann Dein Arzt bei einer Operation diesen wieder freilegen. Eine andere Möglichkeit ist auch die künstliche Befruchtung der Eizelle Deiner Partnerin. Dabei wird entweder eine erfolgversprechende Samenzelle von Dir in eine reife Eizelle Deiner Partnerin eingegeben. Ist die Eizelle erfolgreich befruchtet, wird Sie Deiner Frau wieder eingesetzt. Dieses Verfahren nennt man In-Vitro-Fertilisation. 

Alternativ können auch andere Verfahren angewendet werden, bei denen Dein Samen direkt zu den Eizellen Deiner Partnerin gebracht wird, damit es im Körper der Frau zur Befruchtung kommen kann. Solltest Du über keine befruchtungsfähigen Samenzellen verfügen, ist es auch möglich, die Eizellen Deiner Frau mit Hilfe gespendeten Samens zu befruchten.

Man sieht also, dank moderner Technologien gibt es bei bereits vielversprechende Lösungen, die bei der Erfüllung des Kinderwunsches helfen können.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.