10.6.2019
Health Insights
5 Minuten

Diabetes – Wie kann man einer der häufigsten Krankheiten der Welt vorbeugen?

Gesund ernähren und fit bleiben? Leichter gesagt als getan. Ein stressiger Alltag, verführendes Junk-Food und das bequeme Sofa daheim hindern einen die guten Vorsätze jedes Jahr wieder aufzuschieben. Doch das kann Folgen haben, vor allem aus gesundheitlicher Perspektive. Denn neben Deiner Gene ist Dein Lebensstil einer der wichtigsten Faktoren für Diabetes. Die gute Nachricht: den Lebensstil kann man positiv beeinflussen. In diesem Artikel erklären wir was Diabetes ist und welche Schritte Du zur Vorbeugung tätigen kannst.

Was ist Diabetes?

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, das heißt, hat es Dich einmal erwischt, wird sie zu Deinem ständigen Begleiter. Sicher, man kann es mit geeigneten Medikamenten und Disziplin gut kontrollieren, doch unbehandelt kann Deine Lebensqualität erheblich einschränkt werden und zwar in allen Bereichen – bis hin zum Sexualleben.

Doch was bedeutet die Diagnose Diabetes Mellitus eigentlich? Das hängt erst einmal davon ab, ob Du unter Diabetes Typ 1 oder Typ 2 leidest.

Was unterscheidet Typ 1 und Typ 2 Diabetes

Beim Diabetes Typ1 zerstört Dein eigenes Immunsystem die so genannten Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Deren Aufgabe ist es, das Hormon Insulin zu bilden und ins Blut abzugeben. Immer dann, wenn bestimmte Rezeptoren melden, dass der Blutzuckerspiegel hoch ist, beginnt die Produktion und Ausschüttung des Blutzuckerspiegel-senkenden Hormons und die Zellen öffnen ihre Pforten, um den Energielieferanten Glukose in sich aufzunehmen. Sind die Beta-Zellen zerstört, verbleibt die aus der Nahrung gewonnene Glukose so lange im Blut, bis sie über die Nieren ausgeleitet wird. Menschen mit Diabetes Typ 1 müssen ein Leben lang eine Insulintherapie durchführen, sind bei guter Einstellung der Medikamente allerdings dazu in der Lage ein normales, leistungsfähiges Leben zu führen.

Wurde bei dir Diabetes Typ 2 diagnostiziert, ist es zunächst so, dass deine Bauchspeicheldrüse zwar weiterhin ausreichend Insulin produziert, nur die Körperzellen sprechen nicht ausreichend auf das Hormon an. Oft ist es im Anfangsstadium der Krankheit sogar so, dass die Bauchspeicheldrüse versucht, durch eine vermehrte Insulinausschüttung diesem Zustand entgegenzuwirken. Im Laufe der Jahre lässt dann aber meist die Produktion dieses lebensnotwendigen Hormons immer mehr nach. Häufig leiden die betroffenen Menschen gleichzeitig an einem Komplex an körperlichen Symptomen, der allgemein „metabolisches Syndrom“ genannt wird. Es sind 4 typische Störungen, die dabei auftreten:

 

·       starkes Übergewicht, wobei meist viel Fett am Bauch eingelagert ist

·       der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel (Diabetes Typ 2)

·       Bluthochdruck

·       ein gestörter Fettstoffwechsel

 

Da diese vier Symptomenfelder jedoch häufig Ursache für eine erhöhte Sterblichkeit sind, werden sie auch „tödliches Quartett“ genannt. Denn jedes für sich sorgt für eine erhöhte Gefahr, eine lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankung auszubilden.

Während beim Diabetes Typ 1 eine Autoimmunkrankheit zu Grunde liegt, sind es beim Typ 2 Diabetes ungesunde Lebensgewohnheiten, die zur Insulinresistenz führen.

Wie viele Menschen sind in Deutschland betroffen?

Im Jahr 2016 hat die World Health Organization ein nationales Diabetes-Profil unter anderem auch für Deutschland herausgegeben. Daraus geht hervor, dass zumindest unter der männlichen Bevölkerung seit dem Jahr 1980 ein Anstieg des prozentualen Anteils an Diabetes erkrankten Menschen zunimmt. Während bei den Frauen der Anteil in den letzten 30 Jahren in etwa gleich blieb, stieg er bei den Herren kontinuierlich an. Im Jahr 2016 waren 8,4% der männlichen Bevölkerung an Diabetes erkrankt. Übergewichtig waren 67% der männlichen Bevölkerung und schwer übergewichtig immerhin 24,1% der Bevölkerung. Auch gaben 20,1% der Bevölkerung an, sich nichtsportlich zu betätigen, was ihr Risiko erhöht, einen Diabetes auszubilden.

Wie kann man Diabetes vorbeugen?

Diabetes Typ 1 kann man heutzutage womöglich vorbeugen. Voraussetzung dafür, ist, dass bei Menschen mit erhöhtem Risiko schon frühzeitig Antikörper gegen die Inselzellen festgestellt werden. Eine Studie am Helmholtz Zentrum in München aus dem Jahr 2015 lässt zumindest gutes Hoffen. Wenn Du Fragen hierzu hast, wende Dich bitte an Deinen Hausarzt. 

Doch vor allem dem Diabetes Typ 2 kannst Du selbst aktiv vorbeugen. Der Schlüssel liegt in Deinem Lifestyle. Die drei Stellschrauben, an denen Du drehen kannst, um Dein Diabetesrisiko zu vermindern heißen:

 

·       ein gutes Stressmanagement (Stichwort: Blutdruck unter Kontrolle halten, guter, ausreichender Schlaf, für Ruhe und Entspannung sorgen, Stress-Resilienz verbessern)

·       regelmäßige, ausreichende Bewegung, täglich 30 Minuten sollten es sein

·       eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährungsweise mit viel Gemüse und anderen Lebensmitteln, die Dein Gewicht niedrig halten (Stichworte: viel Ballaststoffe, wenig Fett und Alkohol oder Softdrinks).

 

Und auch wenn diese Tipps simpel und offensichtlich klingen, sie sind effektiv und schwer umzusetzen. Wir empfehlen deshalb, langsam anzufangen und jeden Tag oder jede Woche eine neue gute Gewohnheit in Deinen Lebensstil einzubinden. Und falls es einen Tag mal nicht klappt, denke daran die Ausnahme macht die Regel.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.