30.5.2019
Lifestyle
8 Minuten

Der Titel? Papa. Die Rolle? Superheld?

Es war einmal eine Familie, in der die Mutter am Herd stand und die Kinder pflegte, während der Vater den ganzen Tag schuftete um seine Familie zu ernähren. Der Vater konnte alle Entscheidungen in der Familie treffen und war die absolute Autorität. Doch Ihr habt richtig gelesen: DAS WAR EINMAL.

Dieses traditionelle Familienbild ist in westlichen Kulturen schon lange nicht mehr vertreten. Heute sieht man immer mehr Väter, die an Geburtsvorbereitungskursen teilnehmen, ihre Säuglinge wickeln und mit den Kinderwägen spazieren gehen.

Doch wann und wie hat sich die Familienstruktur und die Vaterrolle so verändert?

Und wie sehen jetzt, wo die so lange bestehenden Strukturen aufgelöst wurden, die Erwartungen an den Vater aus?

 

Wie sieht die traditionelle Vaterrolle aus?

Der Begriff Vater wurde von dem lateinischen Begriff „Pater“ abgeleitet und beschreibt das Oberhaupt der Familie. Genau das war der Vater auch für eine sehr lange Zeit.

Schon in der römischen Antike hatte der Vater die absolute Autorität und bildete den uneingeschränkten Mittelpunkt der Familie.

Die Hauptaufgaben des Vaters lagen in der Vergangenheit beider finanziellen Absicherung der Familie, ihrer Vertretung nach außen und ihrem Schutz sowie der innerfamiliären Machtausübung und moralischen Überwachung. Um diese Aufgaben zu erfüllen, war ein hohes Maß an Gesundheit und Stärke besonders wichtig. Konnte der Vater zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten, hatte dies fatale Auswirkungen auf die Sicherheit und das Ansehen der gesamten Familie.

 

Wie hat sich die Rolle des Vaters verändert?

Durch die industrielle Revolution wurde die Bedeutung des Vaters immer mehr auf materielle Ressourcen beschränkt und er verbrachte wenig Zeit mit der Familie. Dieser Prozess ging mit einer geringeren Einflussnahme der Väter auf das Leben ihrer Kinder einher. Während der Abwesenheit der Väter in den zwei Weltkriegen lernten die Mütter und Kinder, den Alltag selbstständig - auch ohne den starken Vater- zu meistern. Nach den Kriegen sorgten gesundheitliche und seelische Schäden der Väter und die Entfremdung durch die Kriegsjahre für Konflikte in den Familien. 

Die Bedeutung des Vaters wurde außerdem durch die Emanzipierungsbewegungen der Frauen und der damit einhergehende Kampf um Gleichberechtigung in Bildung, Beruf und Kindererziehung beeinflusst. Des Weiteren machten sich immer mehr Väter dafür stark, aktiv in ihrer Familie teilhaben zu können. Die stark ansteigenden Scheidungsquoten lösten Väterrechtsbewegungen aus, welche Ansprüche auf Sorgerecht und Umgang einforderten.

Auch die Wissenschaft wurde auf die Rolle des Vaters aufmerksam und zeigte durch viele Studien die Bedeutung des Vaters für die emotionale Entwicklung der Kinder.

 

Wie sehen die Anforderungen an den Vater heute aus?

Das Engagement der Väter für ihre Kinder hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. Der moderne Vater ist dabei nicht mehr nur für die materielle Versorgung und die Einführung der Kinder in die Gesellschaft da, sondern verhält sich auch emotional, mitfühlend und teilhabend.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss der Vater sich jedoch Zeit nehmen, welche folglich an einer anderen Stelle gekürzt werden muss - sowie an seinem Berufsleben. Da Männer jedoch zum Großteil immer noch gesellschaftlich über ihren Beruf definiert werden und viele ihre Identität aus ihrem Beruf ziehen, kann dies zu einem starken inneren Konflikt führen. Auch das Ideal des Vaters als Ernährer der Familie ist schwer mit den Erwartungen an den modernen Vater zu vereinen.

Neue gesetzliche Grundlagen wie der Rechtsanspruch zur Teilzeitarbeit bei Eltern oder die Einführung von Elterngeld sollen Vätern helfen, ihren Kindern mehr Zeit zu widmen. In Teilzeit arbeitende Väter sind jedoch immer noch eine Seltenheit und die Situation, dass die Frau arbeitet und der Mann sich um die Kinder kümmert, ist wenn überhaupt nur eine Übergangsphase oder unfreiwillig.

Wie man sieht: Es fehlt an einer eindeutigen Definition von Aufgaben des Vaters. Diese variiert zusätzlich zu den Bedürfnissen der Väter und Familien auch abhängig von der Religion, den ethischen Hintergründen und der sozialen Klasse. Folglich gibt es eine Vielzahl von Variationen bei der Ausgestaltung der Vaterrolle.           

Wie Du Deine Rolle als Vater gestaltest, bleibt dabei Dir überlassen. Die Hauptsache ist, dass Du Deinen Kindern genug Zeit, Verlässlichkeit, Zuwendung und Sicherheit bietest wie sich für Dich und die Kleinen richtig anfühlt und Du versuchst, der beste Vater zu sein, der Du sein kannst.

  

Und die Moral von der Geschicht?

so leicht hatte es Dein Vater nicht.

Also ruf ihn am Vatertag mal an

und danke ihm, denn er ist ein ganz besonderer Mann.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.