6.9.2019
Erektile Dysfunktion
5 Minuten

Depression und Erektionsstörungen: wie beeinflussen sie einander?

Bei dem Thema Depression und Erektile Dysfunktion geht es um zwei ganz heiße Eisen. Zwei Begriffe, die so gar nicht in das Bild des modernen Mannes passen. Hat er nicht agil, leistungsfähig, smart, gesund und potent zu sein?

Depressionen und das Männerbild

Zweifelsfrei. Unsere Gesellschaft macht oft kein Platz für Männer, die ein geringes Selbstwertgefühl haben, die sich überfordert fühlen mit ihrem Leben und die keinen hochbekommen? Weit gefehlt, denn noch nie war dieses Thema so aktuell wie heute und vor allem, noch nie gab es weltweit so viele Fälle, die sich Hilfe suchend an Fachleute wenden.

Trotzdem wurde bis heute noch keine wissenschaftliche Studie veröffentlicht, die diese beiden Krankheitsbilder gemeinschaftlich untersucht hätte. Deshalb kann man leider noch nicht genau sagen, wie viele deutsche Männer tatsächlich davon betroffen sind. Doch selbst wenn es solche Studien gäbe, könnten sie sich höchstens auf Zahlen stützen, bei denen die Betroffenen Männer sich ihrer gesundheitlichen Probleme als solcher bewusst sind. Doch leider gelten auch heute noch in der öffentlichen Meinung genauso die Depression als auch die Erektile Dysfunktion als (Charakter-) Schwäche.

Depressionen und Erektionsstörungen

Dass sich hinter beiden jedoch schwerwiegende Krankheiten verbergen können, ist meist noch nicht einmal den Betroffenen selbst bewusst. Dies und die Tatsache, dass sie sich schämen, ihr Leben nicht im Griff zu haben, verhindert oft genug, dass sich Männer mit Depressionen und Erektiler Dysfunktion an einen Arzt oder eine Beratungsstelle wenden. Die Dunkelziffer ist dementsprechend als sehr hoch einzuschätzen.

Jedoch ist erfreulicherweise in den letzten Jahren zu erkennen, dass betroffene Männer zunehmend mehr bereit dazu sind, sich zu einer Depression zu bekennen. Sie suchen heute mehr denn je Hilfe beim Arzt oder in der Klinik.

Nichtsdestotrotz hat das Bundes-Gesundheitssurvey aus dem Jahr 1998 ergeben, dass 6,2% aller deutschen Männer zwischen 18-35 Jahre eine depressiveStörung aufwiesen, während es bei den 36-65 Jährigen 5,1% waren.

Kann die Depression für Erektionsstörungen verantwortlich sein oder wird die Depression durch Erektionsprobleme ausgelöst?

Diese Frage beschäftigt Dich bestimmt, wenn du von diesen Krankheiten betroffen bist. Die Antwort darauf lautet, was Dich bestimmt nicht wirklich verwundern wird: beides ist möglich. Denn Deine seelische Verfassung hat natürlich einen großen Einfluss darauf, ob bei Dir in der Kiste etwas läuft oder nicht.  

Denn dass ein Mann, der unter Depressionen leidet, kaum einen Gedanken an Aktivitäten und am allerwenigsten an Sex hat, ist bekannt. Nicht umsonst gilt der Libidoverlust als eines der Zusatzsymptome bei Depressionen.  

Doch auch ein Hänger kann dazu führen, dass Du Dich nicht mehr als richtiger Mann fühlst. Selbstzweifel nagen an Dir und vergrößern nur den großen Druck, der eh schon auf Deinen Schultern lastet. Bald schon ist es möglich, dass Du Dich immer mehr vor anderen Menschen verschließt. Alles ist besser, als wieder keinen hoch zu bekommen. So entsteht nicht selten ein Teufelskreis, aus dem die meisten Betroffenen nicht mehr aus eigener Kraft herauskommen.

Wie kann man einem depressiven Mensch helfen?

Der erste wichtige Schritt hin zur Heilung ist, dass Du Dir bewusst wirst, dass Du eine Depression hast. Hier hilft kein falscher Stolz. Eine Depression ist eben kein charakterliches Problem, sondern ein Grund, sich medizinisch-therapeutische Hilfe zu suchen. 

Wie kann der Partner hier helfen?

Wenn es einen lieben Menschen betrifft, kann es helfen, wenn Du ihn direkt darauf ansprichst, dass Du vermutest, dass er unter einer Depression leiden könnte. Dabei ist es wichtig, dass Du lernst, zuzuhören und Dich zurückzunehmen. Vor allem solltest Du vermeiden, zu verurteilen.

Versuche Dich mit Ratschlägen zurückzuhalten. Aussagen wie „Nimm Dich doch mal zusammen“ oder „Lach doch mal“ sind meist alles andere als hilfreich. Ratschläge solltest Du Dir verkneifen, es sei denn, Du wirst danach gefragt. Dann ist es allerdings hilfreich, wenn Du Deinem Freund oder Partner dazu rätst, sich Hilfe zu holen, und dabei durchblicken lässt, dass Du gerne hilfst und begleitest.

Psychotherapie als Hilfe gegen Erektionsstörungen

Ist der erste Schritt getan und Du oder Dein Partner hat den Fuß über die Schwelle eines Arztes oder Therapeuten gesetzt, kann Heilung geschehen, und zwar auf mehreren Ebenen. Denn eine gute Psychotherapie hilft nicht nur gegen die Depression, sondern hilft Dir auch dabei, die Erektile Dysfunktion zu überwinden.

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.