21.9.2019
Lifestyle
7 Minuten Lesezeit

Alles was der Mann über Verhütung wissen muss

Egal ob männlich oder weiblich, single oder glücklich vergeben, in Ausbildung oder bereits mitten im Leben stehend… jeder Mensch sollte selbst entscheiden können, ob, oder wenn ja, wann er Kinder bekommen möchte. Dabei ist der sicherste Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft der komplette Verzicht auf Sex - aber mal ehrlich: Wer will das schon?! Vor Allem, da es dank moderner Verhütungsmittel möglich ist, Sexualität ohne Angst vor einer Schwangerschaft zu genießen. Doch welche Verhütungsmittel gibt es überhaupt und wie sicher schützen diese vor einer Schwangerschaft und vor sexuell übertragbaren Krankheiten? Das und mehr erfahrt ihr hier!

Der bunte Strauß an Verhütungsmitteln 

Eins vorweg: Die perfekte Verhütungsmethode gibt es nicht. Stattdessen sind zahlreiche, sehr unterschiedliche Verhütungsmittel auf dem Markt, dessen Vor- und Nachteile individuell abgewogen werden müssen.

Bei der Entscheidung, welche Methode am besten zu Dir passt, solltest Du unbedingt Deine Lebenssituation, Dein Alter, Deinen gesundheitlichen Zustand, die Art Deiner Beziehungen, Deine Wünsche beim Sex und vieles mehr beachten! Auch die Sicherheit der Verhütungsmethode -ausgedrückt im Pearl Index - ist für viele ein entscheidender Faktor.

Was ist der Pearl Index?

Der Pearl-Index gibt an, wie sicher ein Verhütungsmittel ist.

Beispiel: Ein Pearl Index von 1 bedeutet, dass eine von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhütet haben, schwanger geworden ist. Faustregel: Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist die jeweilige Verhütungsmethode.

Unterschieden wird hier zwischen dem Pearl Index unter perfekter Anwendung und dem unter typischer Anwendung.

Welche Verhütungsmethoden gibt es für Frauen? 

Die meisten Verhütungsmethoden sind für die Frau - weshalb sich meistens die Frauen um den Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft kümmern. Es gibt dabei ein breites Spektrum an Methoden zur Empfängnisverhütung, welche sich in unterschiedliche Gruppen einteilen lassen: 

Hormonelle Verhütungsmittel

Die hormonellen Verhütungsmittel beeinflussen den Hormonhaushalt der Frau. Sie schützen vor einer Schwangerschaft, indem sie den Eisprung hemmen, den Schleim im Gebärmutterhalskanal verändern und dafür sorgen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nur unzureichend aufbaut.

Sie sind insgesamt sehr sicher, leicht anzuwenden und können positive Auswirkungen auf den Körper haben, indem sie z. B. das Hautbild verbessern. Jedoch haben sie auch zahlreiche Nebenwirkungen und können in Einzelfällen schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen, z. B. Thrombose oder Krebs.

Es wird unterschieden zwischen Methoden mit kombinierten Hormonen - darunter fallen die Kombinationspille (Top 1 Verhütungsmittel in Deutschland), der Vaginalring und das Verhütungspflaster - und Methoden mit Gestagen, zu denen die Minipille, das Hormonstäbchen und die Dreimonatsspritze zählen.

Barriere - Methoden      

Diese mechanischen Verhütungsmittel verhindern, dass Spermien in die Gebärmutter eindringen können. Sie greifen nicht in den Hormonhaushalt ein und haben dementsprechend keine Nebenwirkungen. Dafür sind sie weniger sicher als hormonelle Methoden und es kommt schnell zu Anwendungsfehlern.

Zu den mechanischen Verhütungsmethoden der Frau gehören das Diaphragma, die FemCap und das Frauenkondom, welches zusätzlich vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.

Chemische Methoden

Chemische Verhütungsmittel gibt es in Form von Cremes, Gels und Zäpfchen. Sie enthalten Substanzen, welche die Spermien abtöten. Da diese Mittel nicht sehr sicher sind, sollten sie nur in Verbindung mit anderen Verhütungsmitteln verwendet werden.

Spirale & Kupferkette

Die Spirale oder Kette wird in die Gebärmutter eingesetzt. Dort wirkt das Kupfer der Kupferspirale/-kette oder das Gestagen der Hormonspirale lokal und bietet ein langfristigen, sicheren Verhütungsschutz. Nachteile der Spirale und Kette können eine stärkere Regelblutung und ein erhöhtes Risiko für Entzündungen sein. 

Natürliche Familienplanung

Diese Methode wird eingesetzt, um schneller schwanger zu werden oder um eine Schwangerschaft zu verhindern. Durch genaue Beobachtung körperlicher Veränderungen der Frau (Schleimbeobachtung, Messung der Temperatur) werden die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage ermittelt. An fruchtbaren Tagen kann dann auf Sex verzichtet oder zusätzlich verhütet werden. Diese Methode hat zwar keinerlei Nebenwirkungen, ist jedoch nicht so sicher wie andere Methoden. 

Sterilisation

Die Sterilisation der Frau ist eine endgültige Verhütungsmethode. Dabei werden in einem operativen Eingriff die Eileiter durchtrennt. Da dauerhafte Unfruchtbarkeit die Folge ist, sollte die Sterilisation nur durchgeführt werden, wenn die Familienplanung sicher abgeschlossen ist!

Welche Verhütungsmethoden gibt es für Männer?

Während immer mehr Verhütungsmethoden für die Frau auf den Markt kommen, gibt es für den Mann weiterhin nur wenige Möglichkeiten, um sich aktiv zu schützen: 

Das Kondom: zwei Fliegen mit einer Klappe

Das Kondom ist in Deutschland nach der Pille das zweitliebste Verhütungsmittel. Es verhindert, dass beim Sex Sperma in die Scheide gelangt und schützt- bei richtiger Anwendung - sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Doch das Kondom hat den anderen Verhütungsmitteln etwas voraus: Es schützt bei Oral-, Anal und Vaginalsex vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Syphilis, Gonorrhö, Hepatitis B, Human-Papilloma-Virus oder Chlamydien!

Außerdem macht das Kondom durch die Variation von Größe, Form, Geschmacksrichtung und Farbe das Liebesspiel nicht nur sicherer, sondern je nachdem auch aufregender, intensiver und länger. 

Koitus interruptus

Hier zieht man(n) kurz vor dem Samenerguss den Penis aus der Scheide. Diese Verhütungsmethode ist jedoch absolut unsicher, da bereits vor dem Samenerguss Spermien in die Scheide gelangen können!!

Sterilisation

Bei der Sterilisation werden die Samenleiter des Mannes durchtrennt. Dieser Eingriff ist endgültig und sollte -wie bei der Frau - nur erfolgen, wenn Du sicher kein Kind mehr haben willst!

Aber Achtung:

Auch wenn die Auswahl an Verhütungsmethoden für Männer nicht so groß ist wie die für Frauen, solltest Du Dich nicht aus dem Thema Verhütung rausziehen und die Sache blind Deiner Sexualpartnerin überlassen. Das Thema Empfängnisverhütung sowie der Schutz vor Geschlechtskrankheiten betrifft Dich nämlich genauso wie Dein Gegenüber! Also greife besonders bei wechselnden Partnern zum Kondom und schlage 2 Fliegen mit einer Klappe!

Wir wünschen Dir viel Spaß beim Safe Sex!

Die Erklärungen und Aufzählungen möglicher Behandlungsoptionen sind rein informativ und ersetzen weder die Rücksprache mit Deinem Arzt noch die Aufklärungen über die Einnahme, Wirkungsweise und Nebenwirkungen aus dem produktspezifischen Beipackzettel.